
Lebensversicherung - lieber pausieren als kündigen
Die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung ist fast immer ein schlechtes Geschäft. Wer den Vertrag mit geringerer Belastung fortführt, hat am Ende mehr.
Im Leben läuft nicht alles nach Plan. So können Krankheit, Arbeitslosigkeit oder die Geburt eines Kindes das Einkommen verringern und zu finanziellen Engpässen führen. Viele versuchen mit dem Guthaben ihrer Lebensversicherung ungewollte Notlagen zu überbrücken. Doch die Kündigung einer Lebensversicherung beschert fast immer Verluste. Denn: Erstens fallen in den Anfangsjahren hohe Abschlusskosten an, zweitens werden die entscheidenden Renditeschübe erst gegen Ende der Laufzeit erzielt, wenn viel Kapital angesammelt ist, das sich jetzt Jahr für Jahr verzinst. Auch der Verkauf der Police an eine Verwertungsgesellschaft bringt kaum mehr. Die Aufkäufer erwerben den Vertrag, führen ihn bis zum Laufzeitende fort und kassieren dann den Erlös. Der Versicherte erhält ein paar Euro mehr als der eigentliche Rückkaufswert der Police zum fraglichen Zeitpunkt hergibt. Ein gutes Geschäft ist das in der Regel nicht.
Sowohl Kündigung als auch Verkauf sind keine attraktiven Lösungen. Besser ist es, die Belastung zu senken und den Vertrag ohne oder mit geringem Aufwand fortzuführen. Je nach individueller Finanzlage empfehlen sich als Alternativen zur vorzeitigen Kündigung zum Beispiel eine Beitragsfreistellung, eine Minderung der Prämie oder die Beleihung des Vertrags.