Lebensversicherung als langfristige Kapitalanlage
Für Versicherte ist die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung in der Regel ein Verlustgeschäft. Denn als langfristige Kapitalanlage erreichen Lebensversicherungen eine akzeptable Rendite nur, wenn sie bis zum Vertragsschluss durchgehalten werden. Bei früher Stornierung des Vertrages belasten hohe Abschlusskosten zu Vertragsbeginn überproportional die Rendite, zudem fordern die Versicherer Stornoabschläge und behalten Schlussüberschussanteile ein. Bei Kündigung bereits nach wenigen Jahren erhalten Versicherte meist weniger Geld zurück als sie bislang eingezahlt haben.
Verkauf bringt mehr als Kündigung
Eine Alternative zum Storno ist der Verkauf der Lebensversicherung am Zweitmarkt. Verkäufer können dadurch im günstigsten Fall bis zu 15 Prozent mehr Erlös erzielen als bei Kündigung der Police. Allerdings erwerben Aufkäufer private Lebensversicherungen nur unter bestimmten Auflagen: So muss der Rückkaufswert in der Regel mehr als 10.000 Euro betragen, darf die Restlaufzeit nicht länger als 15 Jahre sein und es darf sich nicht um fondsbasierte Lebenspolicen handeln. Vorteil: Verkäufer behalten in der Regel ihren Todesfallschutz weiter.
Versicherungsnehmer sollten sich vor dem Verkauf ihrer Police jedoch ausreichend informieren. Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Aufkäufern, die die Auszahlung des Kaufpreises in Raten über mehrere Jahre verteilen. Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) sieht diese Praxis kritisch: „Bei BVZL-Mitgliedern können sich Verbraucher auf einheitliche Mindest-Qualitätsstandards verlassen. Ratenzahlungsangebote lehnt der Verband aufgrund hoher finanzieller Risiken für die Verkäufer grundsätzlich ab“, so Verbandschef Thomas Laumont. Interessenten finden auf der
Homepage des Verbandes ausführliche Informationen zum Verkauf bzw. zur Beleihung von Lebensversicherungen sowie Kontaktadressen der Mitgliedsunternehmen.