14.01.2009 08:00
Mischfonds
Anpassungsfähige Dauerläufer
Mischfonds sind die Chamäleons unter den Investmentfonds. So wie die diese bei Gefahr ihre Farbe wechseln, wechseln Mischfonds den Anlageschwerpunkt. Diese bewegliche Anlagestrategie verringert das Risiko und erhöht die Renditechancen.
Was sind Mischfonds?
Mischfonds überzeugen mit flexiblen Anlagekonzepten: Einerseits halten sie durch eine breite Mittelstreuung Kursrisiken gering, andererseits eröffnet die bewegliche Anlagestrategie gute Renditechancen. Arbeitsweise: Zeichnet sich ein Aufschwung am Aktienmarkt ab, kann der Fondsmanager den Aktienanteil im Fonds erhöhen, herrscht schlechte Stimmung an der Börse, werden verstärkt Rentenpapiere ins Portfolio aufgenommen. So verpassen Sparer keinen Aufschwung und sind bei Kursrückschlägen gut abgesichert.
Gebühren: Beim Kauf entstehen je nach Fondsausrichtung Ausgabeaufschläge zwischen drei und sechs Prozent. Bei der Aufbewahrung fallen meist Depotgebühren an. Ausnahme: Direktbanken und Onlinebroker verzichten zunehmend auf Depotgebühren. Für das Management des Fonds berechnen Investmentgesellschaften Verwaltungsgebühren zwischen ein und zwei Prozent pro Jahr.
Vorteile: Die Schwankungsbreite vieler Mischfonds ist geringer als die von Aktienfonds. Die erzielten Renditen können sich sehen lassen. Offensiv ausgerichtete Mischfonds rentieren ähnlich gut wie reine Aktienfonds. Nachteil: Ein zu häufiges Umschichten der Anlageklassen verursacht hohe Gebühren, und diese wirken sich negativ auf die Rendite des Fonds aus.
Für wen sind sie geeignet?
Mischfonds sind eine einfache Art der Vermögensverwaltung. Sie eignen sich für langzeitorientierte Vorsorgesparer, die kein allzu großes Risiko eingehen wollen, sowie für Kapitalanleger, die ihr Geld kontinuierlich wachsen sehen möchten. Eine gute Wahl sind sie auch für Sparer mit schmalem Budget. Wer nur 50 oder 75 Euro jeden Monat sparen möchte, der kann unmöglich zum Zweck der Risikostreuung zwei verschiedene Sparpläne (Aktien- und Rentenfonds) gleichzeitig betreiben. Hier hilft die ausgewogene Kombination eines Mischfonds weiter. Aufgrund der unterschiedlichen Fondskonzepte sollte das unter „Wie hoch ist das Risiko“ Gesagte beachtet werden.
Wie hoch ist das Risiko?
Mischfonds lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Je nach Fondskonzept bestehen unterschiedliche Anlagerisiken.
- Dynamische Mischfonds: Sie setzen vorrangig auf die Chancen am Aktienmarkt. Bei Bedarf verringern die Fondsmanager den Aktienanteil ein wenig und mischen einen kleinen Teil Anleihen bei. Da dynamische Mischfonds eine ähnliche Schwankungsbreite wie Aktienfonds zeigen, sind sie eher etwas für gewinnorientierte Anleger. Für sicherheitsorientierte Sparer weniger geeignet.
- Ausgewogene Mischfonds: Diese auch als flexibel bezeichneten Portfolios nutzen eine große Bandbreite an Umschichtungsmöglichkeiten und reagieren damit am stärksten auf Marktschwankungen. Risikobewusste Sparer finden in ausgewogenen Mischfonds eine gute Depotgrundlage.
Konservative Mischfonds: Diese Fonds sind eher defensiv ausgerichtet. Ihr Aktienanteil hält sich in Grenzen, daher tendieren solche Fonds in Richtung Rentenfonds. Aufgrund der geringen Risiken sind sie für vorsichtige Anleger gut geeignet.
Wie hoch ist die Steuerlast?
Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Werden Fondsanteile binnen Jahresfrist verkauft, ist der Ertrag voll steuerpflichtig, wenn die Spekulationsfreigrenze von 512 Euro überschritten ist. Unterjährige Kursverluste sind mit anderen Kursgewinnen verrechenbar. Bei Ertragsausschüttungen (Dividenden) greift das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, nur die Hälfte der Unternehmensausschüttungen ist zu versteuern. Dies gilt auch für Erträge, die im Fonds verbleiben und gleich wieder angelegt werden. Bevor es aber soweit ist, greift der Sparerfreibetrag von 750/1.500 Euro für Ledige bzw. Verheiratete.
Infos zu Ausstieg und Kündigung
Mischfonds funktionieren genauso wie die meisten Fonds: Fondsanteile können jederzeit gekauft und wieder verkauft werden. Ausstiegskosten fallen nicht an.
Worauf ist besonders zu achten?
Fondsqualität: Sparer sollten darauf achten, welche Bewertung („Rating“) die angebotenen Fonds haben. Die Experten führender Rating-Agenturen betrachten neben der Wertentwicklung Kennzahlen wie die Schwankungsbreite eines Fonds und die Qualität des Managements. Top-Fonds tragen mindestens die Noten A oder B (bei Feri Trust) oder wenigstens vier Sterne (bei Standard & Poor’s oder Morningstar). Die qualitative Bewertung eines Fonds ist aussagekräftiger als kurzfristige Wertzuwächse, die sich langfristig als Eintagsfliege erweisen können.
Kosten: Achten Sie beim Fondskauf auf geringe Kosten. Hier versprechen Direktbanken Vorteile. Viele Institute verzichten bei Fondssparplänen auf Depotgebühren, zudem gibt es eine Menge Fonds mit Rabatten beim Ausgabeaufschlag.