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23.03.2012 15:01

Pflegezusatzversicherung

Den Kindern nicht zur Last fallen

von
Pflege Pflegezusatzversicherung Den Kindern nicht zur Last fallen Finanzportal Biallo.de
„Wenn ich zum Pflegefall werde, bin ich durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert“ – das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Der gesetzliche Schutz kommt gerade mal für rund die Hälfte der Kosten auf. Den Rest muss man selbst aufbringen. Das kann bitter für die Kinder pflegebedürftiger Eltern werden.
„Eigenes Einkommen und Vermögen, aber auch das von Kindern und Ehepartnern muss verwertet werden, bevor Sozialhilfe in Anspruch genommen werden kann“, sagt Herbert Grziwotz, Notar aus Regen. Wer das umgehen will, sollte eine Zusatzversicherung abschließen.

Unterhalt

Ein sogenanntes „Schonvermögen“ der Nachkommen und des Ehepartners bleibt unangetastet. Dazu gehören Rücklagen für die Altersversorgung, Hausrat, bestimmte Familienerbstücke, Bar- bzw. Freibeträge sowie eine selbst genutzte Immobilie. „Hat ein Elternteil innerhalb von zehn Jahren, bevor es staatliche Leistungen für seinen Pflegeaufenthalt benötigt, das Haus an ein Kind übertragen, kann die Schenkung widerrufen werden“, sagt Grziwotz. Für Schwiegereltern muss man nicht aufkommen.
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Vorsorge

Zwischen 1.000 und 1.800 Euro beträgt der Eigenanteil bei der Pflege in einem Heim. „Man sollte ausrechnen, wie groß die Finanzierungslücke ist. Gesetzliche Rente und private Altersvorsorge sind dabei zu berücksichtigen“, sagt Heidrun Holstein von der Unabhängigen Patientenberatung in Karlsruhe. Ein günstiger Zeitpunkt, eine Police abzuschließen, ist ab einem Alter von 50 Jahren. Da werden oft Mittel frei, weil die Ausbildung der Kinder beendet oder die Berufsunfähigkeitspolice ausgelaufen ist.

Pflegetagegeld

Sie sind noch das meist verkaufte Vorsorgeprodukt. Im Leistungsfall wird ein fester Tagessatz bezahlt. Die Police sollte auch in Pflegestufe I und II leisten und zwischen ambulanter und stationärer Pflege keinen Leistungsunterschied machen. Das Geld kann man flexibel einsetzen. Größter Nachteil: Die Beiträge können während der Laufzeit steigen.
Pflegerentenpolicen
 
Momentan gibt es wenige Anbieter wie Ideal, Signal Iduna oder Gothaer. Ein wichtiger Vorzug gegenüber den Pflegetagegeldern: Der Beitrag ist über die gesamte Laufzeit stabil. Und damit dieser bezahlbar bleibt, sollte man vor allem die wirklich existentiellen Risiken absichern. Die Pflegerente der Ideal beispielsweise wird in drei Varianten angeboten: Basic, Klassik und Exklusiv. Dabei fließen die vereinbarte Garantie-Rente und die bis dahin erzielten Überschüsse, sobald die Pflegestufe lll eintritt. In Pflegestufe II und III gibt es 25 Prozent bzw. 50 Prozent der Summe. Wer beispielsweise als 45-jähriger Mann eine garantierte Rente von 1.000 Euro monatlich haben will im Tarif Exklusiv, der auch Demenz absichert, zahlt dafür 51,90 (Frau: 71,20) Euro. Bei Eintritt des Pflegefalles werden zudem sofort sechs Monatsbeträge auf einen Schlag bezahlt. Weitere Stärke gegenüber Tagegeldpolicen: Man kann zu jeder Zeit die Police zurückkaufen, so dass ein Teil des eingezahlten Geldes zurückfließt.
 
Leserkommentare
28.03.2012 13:04 Uhr - von Jürgen Keitel, Garbsen
Pflegeversicherung - blaß ist alle Theorie
Blaß ist alle Theorie - Versuchen Sie einmal, wenn Sie jenseits der fünfzig sind und zwangsläufig auch schon einige Vorerkrankungen aufweisen, einen Antrag zu irgendeiner Versicherung im Bereich Pflege zu stellen. Sie werden in der Regel abgelehnt oder günstigstenfalls müssen Sie eine Prämienhöhe akzeptieren die Sie sich nicht leisten können. Der zusätzliche Fragenkatalog wird ellenlang, ganz abgesehen von angeforderten Bescheinigungen. Hinzu kommt dann, wenn die erste Versicherung Sie ablehnte, müssen Sie beim nächsten Antrag die Frage ob eine Versicherung einen entsprechenden Antrag von Ihnen schon einmal nicht annahm mit "ja" beantworten. Dann hat sich auch der Antrag dort erledigt. Solche Berichte wie hier sind allenfalls Wunschvorstellungen und haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun.
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