Bei älteren Pflegezusatztarifen fehlt Stufe 0
Will man sich zusätzlich privat absichern, stößt man zunächst auf
lückenhaften Versicherungsschutz. „In vielen älteren Pflegezusatztarifen ist die Pflegestufe 0 noch nicht enthalten“, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Vor allem Pflegetagegeldtarife leisten oft nicht bei Demenz solange man noch keiner der Pflegestufen I, II oder III zugeordnet wird. Es gibt aber inzwischen Ausnahmen: zum Beispiel der Tarif PZT Best der Allianz, der Tarif Pflege Top der Signal oder Pflege Premium der R+V. Sie leisten bei Demenz ein Betreuungsgeld.
Auch Pflegerententarife sichern das finanzielle Risiko der Demenzerkrankung ab. Viele Tarife sehen Leistungen bei Demenz vor und zwar meist in Höhe der vereinbarten Leistung von Pflegestufe II. Der Vorteil: Man hat das Geld zur freien Verfügung und kann damit auch privat engagierte Betreuer bezahlen. Die Kehrseite: Die
Pflegerentenversicherungen sind deutlich teurer als Pflegetagegeldpolicen. Dafür bieten sie auf der Leistungsseite Extras: In der Regel entfällt die Beitragszahlung, wenn man zum Pflegefall wird und man kann von Überschüssen profitieren, die neben der garantierten Leistung ausbezahlt werden. Allerdings ist deren Höhe bei Vertragsabschluss ungewiss.
Ein weiterer Vorteil gegenüber Tagegeldpolicen: Steigt man vorzeitig aus dem Vertrag aus, hat man in der Regel ein Rückkaufsrecht, so dass nicht die gesamten eingezahlten Beiträge verloren sind. Nach einer gewissen Laufzeit kann man die Policen auch häufig beitragsfrei stellen, so dass man im Pflegefall auf jeden Fall eine reduzierte Leistung abrufen kann.