Es gibt Tarife, deren Beiträge über Jahre konstant bleiben, und andere, die jährlich erhöht werden. Hier kann die Erhöhung sogar bei bis zu zehn Prozent liegen. „Das sind meist Vollversicherungen mit vielen älteren Leuten“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Hamburg. Eine Umfrage unter Mitgliedern des Bunds der Versicherten hat ergeben, dass viele Versicherte eine Erhöhungen um fünf bis zehn Prozent in den vergangenen fünf Jahren hinnehmen mussten, einige sogar Erhöhungen um mehr als zehn Prozent pro Jahr.
Sonderkündigungsrecht bei Prämiensteigerungen
„Wetterfeste Tarife in der privaten Krankenversicherung gibt es nicht“, sagt Rüdiger Strichau, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. Die private Krankenversicherung ist bekannt dafür, dass die Prämienerhöhungen nicht vorhersehbar und oft erheblich über die Jahre hinweg sind. Wurde mehr ausgegeben als eingenommen, werden die Beiträge der betroffenen Tarife erhöht. Die Kunden müssen das nicht hinnehmen. Bei jeder Prämiensteigerung haben sie ein Sonderkündigungsrecht.
Allerdings ist es besonders für ältere Versicherte nicht realistisch, zu einem anderen Versicherungsunternehmen zu wechseln. Dabei geht die Altersrückstellung verloren und die Versicherten steigen aufgrund ihres Alters und eventueller Vorerkrankungen mit hohen Beiträgen ein. Wenn man dagegen noch jung und gesund ist und nur wenige Jahre bei seinem Versicherer war, kann man einen Wechsel durchaus ohne große Verluste in Erwägung ziehen.