
Gutverdiener, Selbstständige und Beamte - die Hauptklientel der "Privaten"
„Lohnt sich der Wechsel in die private Krankenversicherung?“ Diese Frage beantworten viele gesetzlich Versicherte immer häufiger mit „Ja!“ für sich. Kein Wunder, denn bei vielen Ärzten werden mittlerweile Privatversicherte bevorzugt behandelt – mit schnellerer Terminvergabe und kürzeren Wartezeiten.
Ihre Mitglieder finden die privaten Versicherungen unter den Gutverdienern, Selbstständigen und Beamten. So bekommen Beamte im Rahmen der Beihilfe ihre Behandlungskosten erstattet, für die nicht erstatteten Restkosten schließen sie eine private Krankenversicherung ab. Selbstständige brauchen eine Vollversicherung, ebenso Angestellte. Die können als gesetzlich Versicherte wechseln, wenn sie im laufenden Jahr oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen, die für 2012 bei 50.580 Euro liegt.
Ganz wichtig: Bei der Bemessungsgrenze gibt es eine Ausnahme: Arbeitnehmer, die am 31.12.2002 bereits privat versichert waren, danach aber von der neuen Grenze überholt wurden, können sich so lange von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Versicherung befreien lassen, wie ihr Jahres-Bruttoeinkommen mehr als 45.900 Euro im Jahr beträgt.
Die Kosten einer privaten Krankenversicherung
Locken kann die private Krankenversicherung vor allem mit niedrigen Einstiegsprämien: Denn für rund 250 Euro Prämie im Monat bekommen Sie in der privaten Krankenversicherung als 30-jähriger ohne Vorerkrankungen einen Top-Schutz – und den trägt bei Angestellten auch noch der Arbeitgeber zur Hälfte. Vor allem für gut verdienende Beitragszahler ist die gesetzliche Kasse dagegen ein teures Vergnügen: Fast 600 Euro kostet sie der Schutz in der gesetzlichen Kasse – bei Angestellten übernimmt wieder der Arbeitnehmer die Hälfte, Selbstständige müssen den Beitrag in voller Höhe zahlen.
Mit steigendem Alter werden natürlich auch die Prämien der privaten Krankenversicherung erhöht, um die steigenden Kosten auszugleichen. Viele Wechsler in die private Vollversicherung haben vor allem im Rentenalter Angst vor den gestiegenen Beiträgen – fällt doch zusätzlich mit Rentenbeginn die Zuzahlung des Arbeitgebers bei Angestellten weg. Jetzt aber kommen die Altersrückstellungen zum Einsatz, die im Laufe des Versichertenlebens von den Prämien abgezweigt worden sind. Denn die Altersrückstellungen senken ab dem 65. Lebensjahr die Beitragszahlungen. Damit ist auch klar, dass ein Wechsel vor allem in jungen Jahren sinnvoll ist, denn je länger der Vertrag läuft, umso höher sind die Rückstellungen und umso mehr wirkt im Alter die Beitragsentlastung, sodass die Prämien auch im Alter bezahlbar bleiben.