Grundsätzlich sind sehr preiswerte Tarife in der privaten Krankenversicherung bedenklich. Oft werden gerade im Internet Tarife für 100 Euro im Monat angeboten. Meist enthalten sie auch eine hohe Selbstbeteiligung - viele Tarife sogar in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr. „Diese Summe muss man zu den monatlichen Beiträgen hinzurechnen“, sagt Rudnik. Wird man krank, ist der Billigtarif schon gar nicht mehr so günstig.
Tarifwechsel problematisch
Problematisch wird es vor allem dann, wenn man später einen besseren Tarif wünscht. Denn es ist nur ein Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens in einen Tarif mit gleicher Leistung, der aber günstiger ist, erlaubt. Auf der hohen Selbstbeteiligung bleibt man dann oft sitzen. Bessere Leistungen erhält man nur, wenn man einen neuen Antrag stellt. Dann ist allerdings auch eine neue Gesundheitsprüfung fällig, was sich nachteilig auswirken kann, wenn man bereits Vorerkrankungen hat.
„Von Anfang an ein umfassender Schutz“ – dazu rät der Bund der Versicherten. Gerade junge Leute würden häufig kaum auf wichtige Extras achten. Beispiel Psychotherapie: Sie ist in vielen Verträgen nur unzureichend abgedeckt. „Bei der Berufsunfähigkeit stehen psychische Erkrankungen als Grund auf Platz 1“, sagt Rudnik. Ein guter Schutz für einen 20 Jahre alten Mann kostet mindestens 120 bis 140 Euro im Monat mit Selbstbeteiligung. Ein 30-Jähriger muss schon 250 bis 330 Euro bezahlen bei einer Selbstbeteiligung von 400 und 600 Euro im Jahr. Hinzu kommen Kosten für die Pflegeversicherung und eine Krankentagegeldversicherung.