Eine Risikolebensversicherung ist ein Pflichtschutz für alle, die für ihre Kinder, Ehe- oder Lebenspartner vorsorgen wollen. Gerade für die neuen Formen des häuslichen Miteinanders wie
Patchwork-Familie, eheähnliche Gemeinschaft oder unverheiratete Paare ist diese Absicherung oft der einzige Weg, Hinterbliebenenschutz preiswert zu regeln. „Vor allem wegen des hier oft fehlenden Anspruchs auf eine Witwenrente und bei dem für Patchwork-Familien unübersichtlichen Erbrecht besteht ein erhöhter Handlungsbedarf, um gegen mögliche finanzielle Folgekrisen des Partners oder der Kinder gezielte Vorsorge zu treffen“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.
Wie funktioniert die Absicherung?
Die Risiko-Lebensversicherung ist ein reiner Todesfallschutz. Sie ist keine Kapitalanlage, die Beiträge werden hier nicht angespart. Die vertraglich vereinbarte Summe kommt in der Regel dann zur Auszahlung, wenn die versicherte Person stirbt.
Wonach richtet sich die Beitragshöhe?
Vorgeblich nach der Höhe der Versicherungssumme. Weiteren Einfluss auf die Berechnung haben: Alter der versicherten Person, Vertragslaufzeit, Gesundheitszustand, risikoreiche Hobbys, Unterscheidung zwischen Raucher und Nichtraucher, Beruf, Provisionshöhe und Gebühren.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Als Faustregel gilt: Wer als Familie noch kleine Kinder hat, sollte das Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wer nur für den Partner vorsorgt, das Dreifache. „Vorhandene Verbindlichkeiten sollten jedoch mindestens abgedeckt werden“, rät Versicherungsexpertin Bianca Boss.
Welche Angebote gibt es und was kosten sie?
Eines vorweg: Am Markt finden sich Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent und Frauen zahlen immer weniger als Männer.
Beispiel für 2011: Eine 30-jährige kaufmännische Angestellte, Raucherin, möchte ihr kleines Kind absichern. Bei einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren soll im Falle ihres vorzeitigen Todes das Kind eine garantierte Versicherungssumme (Todesfallleistung) von 150.000 Euro erhalten.
Bei Versicherern wie der Ontos oder Ergo Direkt kostet sie das monatlich weniger als 20 Euro an Prämie. Bei teuren Marktangeboten könnten aber auch rund 50 Euro und mehr im Monat anfallen.
Ein Vergleich lohnt also. Ein gleichaltriger Raucher muss bei identischen Bedingungen tiefer in die Tasche greifen. Preiswerte Angebote von der Ergo Direkt und Ontos liegen bei einem Monatsbeitrag von rund 30 Euro, die teuersten sogar über 80 Euro monatlich. Nichtraucher zahlen deutlich weniger, gesund leben wird überall belohnt.
Was sollte man vertraglich beachten?
Doch nicht allein die Beitragshöhe, auch einige Leistungskriterien sind wichtig. So ermöglicht eine Nachversicherungsgarantie, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Das kann bei sich verändernden Lebenssituationen nötig sein – zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes oder weil eine Immobilie angeschafft wird und ein höherer Schutz ratsam ist.
Auch eine Verlängerungsoption ohne eine erneute Gesundheitsprüfung ist vorteilhaft. Für einen 30-Jährigen mit zwei kleinen Kindern ist eine Laufzeit von 20 Jahren sinnvoll. Ist der Nachwuchs aus dem Haus, verliert die Police zwar an Wichtigkeit, kann aber immer noch notwendig sein, beispielsweise wenn ein Wohnungskredit abzusichern ist.