
Das Bundesfinanzministerium will für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei Riester- und Rürup-Renten sorgen. Aus diesem Grund wurde das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) beauftragt, ein neues Standard-Produktinformationsblatt zu entwerfen, mit dessen Hilfe Verbraucher die Produkte anhand weniger Kennzahlen erfassen und vergleichen können. Nach Aussage von Achim Tiffe, Direktor des IFF, ist dabei ein wichtiges Ziel, dass sich durch diese Transparenz gute Produkte am Markt durchsetzen. Doch der Entwurf sorgt eher für Irritationen. „Statt Verbraucher über die Chancen und Risiken von Riester- und Rürup-Produkten besser zu informieren und für mehr Transparenz zu sorgen, öffnen die vorgeschlagenen Vergleichskennzahlen der Irreführung Tür und Tor“, bemängelt Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bund der Versicherten (BdV).
Das geplante Ziel wird für den BdV in dieser Form mit dem neuen Standard-Informationsblatt nicht erreicht. Während Achim Tiffe vom IFF der Meinung ist, dass an Hand der Informationsblätter auch der Laie die Spreu vom Weizen bei den Angeboten trennen kann, sieht der BdV das anders. Vor allem die Kostenquote wird von Axel Kleinlein heftig kritisiert: „Versicherer können diese Kostenquote durch Tricksen mit den Vertragslaufzeiten so manipulieren, dass teure Angebote auf einmal besonders günstig erscheinen.“ Die gewünschte Vergleichbarkeit unterschiedlicher Angebote ist daher nicht gewährleistet. Obendrein kann die vorgeschlagene Effektivkostenquote den Verbraucher leicht über die wahre Kostenbelastung hinwegtäuschen. Mit den dort zentral genannten Kennwerten, wie „Effektivkosten“ und „Rendite-Erwartung“ können Verbraucher wenig anfangen, weil sie nicht wissen, was sich genau dahinter verbirgt.
Achim Tiffe (IFF)
"Schlechte Produkte sollen als schlechte Produkte erkennbar werden"
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Änderung ab 2012 für Rürup-Verträge beachten