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17.12.2011 11:54

Riester Förderung

Jeder Dritte riskiert Zulagenkürzung

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Zahlen Riester-Sparer zu wenig Eigenbeitrag, sind Fördergelder in Gefahr. Rund 470 Millionen Euro an Zulagen verschenkten Vorsorgesparer zuletzt. Was ist zu tun?
Riester Förderung Jeder Dritte riskiert Zulagenkürzung Finanzportal biallo.de
Wer alle staatlichen Riester-Zulagen bekommen will muss mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens in den Vertrag gespart haben
Mehr als jeder dritte Riester-Sparer (35 Prozent) hat die Höhe der monatlichen Sparrate für seinen bestehenden Riester-Vertrag noch nie überprüft bzw. die letzte Prüfung liegt über ein Jahr zurück, das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage von Union Investment zum Thema Altersvorsorge. Damit riskieren sie, nicht die maximal möglichen Zulagen zu erhalten. Um diese zu bekommen, müssen vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres in den Vertrag gespart werden. Wird weniger eingezahlt, werden die Zuschüsse des Staates anteilig gekürzt. Allein dadurch haben die Sparer im zuletzt abgeschlossenen Beitragsjahr 2008 rund 470 Millionen Euro nicht abgerufen, wie in dem aktuellen Vorsorgeatlas Deutschland festgestellt wurde.

Bei der Umfrage fällt auf, dass sich besonders Männer wenig um ihren Vertrag kümmern. „Fast jeder vierte männliche Sparer gab an, seine Sparrate noch nie kontrolliert zu haben. Bei den Frauen waren es nur 15 Prozent“, so Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Das liege möglicherweise daran, dass sie beim Thema Altersvorsorge aktiver sind, mutmaßt der Rentenfachmann. Schließlich halten es 74 Prozent der weiblichen Befragten für notwendig, sich mit der privaten Altersvorsorge zu befassen, bei den Männern seien es dagegen nur etwa 70 Prozent. Auch beim Abschluss von Riester-Verträgen liegen Frauen vorn. Mehr als die Hälfte von ihnen sagte in der aktuellen Befragung, dass sie einen Vertrag unterzeichnet hätten. Bei den Männern waren es dagegen nur 39 Prozent.
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Betrachtet man die unterschiedlichen Altersklassen, fällt auf, dass 42 Prozent der Menschen zwischen 50 und 59 Jahren noch nie oder vor deutlich mehr als zwölf Monaten ihre Sparraten überprüft haben. An vorletzter Stelle folgen mit 34 Prozent die 30 bis 39-jährigen. Bei der jüngsten Gruppe der 20- bis 29-jährigen gab mehr als jeder fünfte Sparer an, sich nicht um die Anpassung der Sparraten zu kümmern. Gleichzeitig betonten in der Altersklasse aber 62 Prozent, dass es wichtig sei, sich mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen.

Lohnerhöhung kann Riester-Zulage kürzen

Entscheidend für den Erhalt der vollen staatlichen Förderung von jährlich 154 Euro Grundzulage plus 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage (altersabhängig) ist das sozialversicherungspflichtige Bruttoeinkommen des Vorjahres. „Erhöht sich dieses, müssen auch die Sparraten beim Riester-Vertrag angepasst werden“, sagt Erling. Eine Lohnerhöhung um zwei Prozent, ziehe da facto eine Ratenerhöhung um zwei Prozent nach sich. Die Obergrenze des Gesamtbeitrags (Eigenbeitrag plus Zulagen) liegt bei jährlich 2.100 Euro. Werden nicht vier Prozent des Vorjahreseinkommens gespart, erfolgt eine anteilige Kürzung der Zulagen. „Wer auch 2012 die vollen Zuschüsse haben möchte, der sollte noch bis zum Jahresende seinen Vertrag überprüfen und gegebenenfalls die fehlende Summen nachzahlen“ rät Erling.

Gerade vor dem Hintergrund der letzten Lohnsteigerung kann eine fehlende Anpassung beim Riester-Vertrag leicht ins Geld gehen. Im Jahr 2010 stieg das effektive Bruttoeinkommen pro Arbeitnehmer nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nominal um 2,2 Prozent. Und bei den Tarifverhandlungen im ersten Halbjahr 2011 wurde laut Hans Böckler Stiftung sogar eine durchschnittliche Steigerung von 2,3 Prozent erreicht. Vorsorgeexperte Erling empfiehlt daher, mindestens einmal im Jahr zusammen, am besten mit dem Bankberater, nachzusehen, ob die Höhe der Sparraten noch ausreicht, damit kein Geld vom Staat verloren geht.

Tipp: Wichtig dabei ist, Weihnachts- oder Urlaubsgeld nicht zu vergessen, denn auch das gehört zum abgabepflichtigen Gehalt!

Attraktive Rente mit Topanbietern

Riester-Sparer mit einem Jahres-Bruttogehalt von 50.000 Euro können nach 30-jähriger Spardauer auf eine substanzielle Zusatzrente zurückgreifen. Für monatliche Sparraten von 166 Euro prognostiziert Hanse Merkur einem 35-jährigen Single eine monatliche Anfangsrente von knapp 490 Euro, Huk Coburg stellt 467 Euro in Aussicht, Cosmos Direkt 457 Euro, Postbank Leben 454 Euro und Targo Bank 453 Euro. Aufgrund des dynamischen Rententarifs steigen die Zahlungen im Lauf der Zeit an. Die garantierten Mindestrenten liegen je nach Anbieter zwischen 150 und 180 Euro niedriger.
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