Betrachtet man die unterschiedlichen Altersklassen, fällt auf, dass 42 Prozent der Menschen zwischen 50 und 59 Jahren noch nie oder vor deutlich mehr als zwölf Monaten ihre Sparraten überprüft haben. An vorletzter Stelle folgen mit 34 Prozent die 30 bis 39-jährigen.
Bei der jüngsten Gruppe der 20- bis 29-jährigen gab mehr als jeder fünfte Sparer an, sich nicht um die Anpassung der Sparraten zu kümmern. Gleichzeitig betonten in der Altersklasse aber 62 Prozent, dass es wichtig sei, sich mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen.
Lohnerhöhung kann Riester-Zulage kürzen
Entscheidend für den Erhalt der vollen staatlichen Förderung von jährlich 154 Euro Grundzulage plus 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage (altersabhängig) ist das sozialversicherungspflichtige Bruttoeinkommen des Vorjahres. „Erhöht sich dieses, müssen auch die Sparraten beim Riester-Vertrag angepasst werden“, sagt Erling. Eine Lohnerhöhung um zwei Prozent, ziehe da facto eine Ratenerhöhung um zwei Prozent nach sich. Die Obergrenze des Gesamtbeitrags (Eigenbeitrag plus Zulagen) liegt bei jährlich 2.100 Euro. Werden nicht vier Prozent des Vorjahreseinkommens gespart, erfolgt eine anteilige Kürzung der Zulagen. „Wer auch 2012 die vollen Zuschüsse haben möchte, der sollte noch bis zum Jahresende seinen Vertrag überprüfen und gegebenenfalls die fehlende Summen nachzahlen“ rät Erling.
Gerade vor dem Hintergrund der letzten Lohnsteigerung kann eine fehlende Anpassung beim Riester-Vertrag leicht ins Geld gehen. Im Jahr 2010 stieg das effektive Bruttoeinkommen pro Arbeitnehmer nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nominal um 2,2 Prozent. Und bei den Tarifverhandlungen im ersten Halbjahr 2011 wurde laut Hans Böckler Stiftung sogar eine durchschnittliche Steigerung von 2,3 Prozent erreicht. Vorsorgeexperte Erling empfiehlt daher, mindestens einmal im Jahr zusammen, am besten mit dem Bankberater, nachzusehen, ob die Höhe der Sparraten noch ausreicht, damit kein Geld vom Staat verloren geht.
Tipp: Wichtig dabei ist, Weihnachts- oder Urlaubsgeld nicht zu vergessen, denn auch das gehört zum abgabepflichtigen Gehalt!
Attraktive Rente mit Topanbietern
Riester-Sparer mit einem Jahres-Bruttogehalt von 50.000 Euro können nach 30-jähriger Spardauer auf eine substanzielle Zusatzrente zurückgreifen. Für monatliche Sparraten von 166 Euro prognostiziert Hanse Merkur einem 35-jährigen Single eine monatliche Anfangsrente von knapp 490 Euro, Huk Coburg stellt 467 Euro in Aussicht,
Cosmos Direkt 457 Euro, Postbank Leben 454 Euro und Targo Bank 453 Euro. Aufgrund des dynamischen Rententarifs steigen die Zahlungen im Lauf der Zeit an. Die garantierten Mindestrenten liegen je nach Anbieter zwischen 150 und 180 Euro niedriger.