Um zu klären, welche Personen in welchem Umfang riestern, wurden in der DIA-Untersuchung Gruppen mit ähnlichen Einstellungen gebildet. Die mengenmäßig größte Teilgruppe sind die Zufriedenen (33 Prozent), gefolgt von den Verunsicherten (25 Prozent), den zufriedenen Familientypen (15 Prozent) sowie drei kleineren Gruppen: die unzufrieden Versicherten (8 Prozent), die überlasteten Familientypen (12 Prozent) sowie die Uninformierten (7 Prozent).
Der ideale Riester-Sparer ist der „Verunsicherte“. Seine Riesterquote entspricht genau dem Durchschnitt von 19 Prozent. Seine ungeförderten Geldanlagen sind als Riestersparer nicht signifikant höher als bei den Riesterabstinenzlern aus dieser Gruppe. Aber sein Nettogeldvermögen (gefördertes plus ungefördertes Vermögen) ist aufgrund des Riestersparens größer als ohne Riesterförderung. Das zeigt: Hier hat die Förderung ihr Ziel erreicht.
Kinderzulage fördert Mitnahmeeffekte
Die hohe Riesterquote (31 Prozent) bei den „zufriedenen Familientypten“ ist zwar erfreulich, es gibt aber gerade hier Indizien für hohe Mitnahmeeffekte – auf Sparverträge also, die auch ohne Riester-Förderung abgeschlossen worden wären. „Die Kinderzulage bei der Riester-Förderung schafft offensichtlich attraktive Anreize“ sagt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein. Eltern mit zwei nach 2008 geborenen Kindern erhalten immerhin 600 Euro
Kinderzulage pro Jahr. Studieren beide Kinder, summiert sich allein die Kinderförderung im Lauf von 25 Jahren auf 15.000 Euro. Addiert man die Grundförderung von 154 Euro p.a. hinzu, steigt die Fördergelder auf 18.850 Euro. Um volle Fördergelder einzustreichen, müsse ein Riester-Sparer mit 30.000 Euro Jahresgehalt jährlich 1.200 Euro in den Vertrag einzahlen. Da er 754 Euro an Fördergeldern erhält, beläuft sich der Eigenanteil am Jahresbeitrag auf 446 Euro – pro Monat also nur rund 37 Euro. Nach 25 Sparjahren sind mit dieser Eigenleistung Anfangsrenten von monatlich 200 Euro durchaus realistisch. Laut
Biallo Riester-Vergleich stellt Hanse-Merkur 213 Euro in Aussicht, HUK24 206 Euro, Cosmos Direkt 196 Euro und die Postbank Versicherung 194 Euro.
Die Gruppe der „Zufriedenen“ (Riesterquote 20 Prozent), die sich überwiegend aus Gutverdienern und Kinderlosen zusammensetzt, riestert ebenfalls überdurchschnittlich oft. „Hier wird der Sonderausgabenabzug zum Steuerschlupfloch des kleinen Mannes“, sagt Katzenstein. Wer beispielsweise 50.000 Euro pro Jahr verdient und die geforderten 2.000 Euro Jahresbeitrag zahlt, der kann nach 25 Jahren mit einer anfänglichen Monatsrente bei Hanse Merkur von 373 Euro rechnen, HUK24 stellt 362 Euro in Aussicht, die Postbank Versicherung und Cosmos Direkt je 343 Euro und die Hannoversche Leben 339 Euro.