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16.11.2011 14:37

Riester Rente

Bildung und Familie beeinflussen Vertragsabschluss

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Die staatlich geförderte Riester Rente findet sehr unterschiedlichen Anklang. Während Hauptschüler wenig von der Förderrente halten, machen Familien mit Kindern regen Gebrauch.
Riester Rente Bildung und Familie beeinflussen Vertragsabschluss Finanzportal biallo.de
Laut einer Untersuchung haben vor allem Familien mit Kindern einen Riester-Vertrag
Im zehnten Jahr der Riester-Rente hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) Bilanz gezogen. Die aktuelle Untersuchung, die das Forschungsinstituts Empirica im Auftrag des DIA durchgeführt hat, zeigt, dass die Vermögensbildung insbesondere von Niedrig- und Normalverdienern sowie von Nichterwerbstätigen gestärkt wurde, bei anderen Personengruppen zeichnen sich allerdings erhebliche Mitnahmeeffekte ab. Die Ergebnisse belegen, dass Familien die höchste Ausschöpfungsquote bei Riester-Verträgen haben. Vor allem Familien mit jüngeren Kindern unter 16 Jahren (30 Prozent), aber auch Alleinerziehende (20 Prozent) riestern öfter als Alleinlebende und kinderlose Paare (jeweils 15 Prozent).

Neben dem familiären Umfeld sowie Alter und Einkommen ist der Bildungsstand relevant. „Personen mit geringerem Schulabschluss haben deutlich seltener einen Riester-Vertrag“, sagt Reiner Braun, Co-Autor der Studie. So riestern bei Personen ohne jeglichen Schulabschluss nur drei Prozent der Förderberechtigten, bei Menschen mit Hauptschulabschluss sind es 16 Prozent. Dagegen liegt der Anteil der Riester-Sparer mit Realschulabschluss bei 23 Prozent, bei Personen mit Fach- und Hochschulabschluss bei 24 Prozent. Typische Riester-Sparer lassen sich anhand objektiver Charakteristika wie folgt beschreiben: Es sind eher jüngere Personen (30 bis 40 Jahre), vor allem Mütter mit Kindern, sie verfügen über eher hohes Haushaltseinkommen aber eher geringes Erwerbseinkommen und besitzen mindestens Realschulabschluss.
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Um zu klären, welche Personen in welchem Umfang riestern, wurden in der DIA-Untersuchung Gruppen mit ähnlichen Einstellungen gebildet. Die mengenmäßig größte Teilgruppe sind die Zufriedenen (33 Prozent), gefolgt von den Verunsicherten (25 Prozent), den zufriedenen Familientypen (15 Prozent) sowie drei kleineren Gruppen: die unzufrieden Versicherten (8 Prozent), die überlasteten Familientypen (12 Prozent) sowie die Uninformierten (7 Prozent).

Der ideale Riester-Sparer ist der „Verunsicherte“. Seine Riesterquote entspricht genau dem Durchschnitt von 19 Prozent. Seine ungeförderten Geldanlagen sind als Riestersparer nicht signifikant höher als bei den Riesterabstinenzlern aus dieser Gruppe. Aber sein Nettogeldvermögen (gefördertes plus ungefördertes Vermögen) ist aufgrund des Riestersparens größer als ohne Riesterförderung. Das zeigt: Hier hat die Förderung ihr Ziel erreicht.

Kinderzulage fördert Mitnahmeeffekte

Die hohe Riesterquote (31 Prozent) bei den „zufriedenen Familientypten“ ist zwar erfreulich, es gibt aber gerade hier Indizien für hohe Mitnahmeeffekte – auf Sparverträge also, die auch ohne Riester-Förderung abgeschlossen worden wären. „Die Kinderzulage bei der Riester-Förderung schafft offensichtlich attraktive Anreize“ sagt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein. Eltern mit zwei nach 2008 geborenen Kindern erhalten immerhin 600 Euro Kinderzulage pro Jahr. Studieren beide Kinder, summiert sich allein die Kinderförderung im Lauf von 25 Jahren auf 15.000 Euro. Addiert man die Grundförderung von 154 Euro p.a. hinzu, steigt die Fördergelder auf 18.850 Euro. Um volle Fördergelder einzustreichen, müsse ein Riester-Sparer mit 30.000 Euro Jahresgehalt jährlich 1.200 Euro in den Vertrag einzahlen. Da er 754 Euro an Fördergeldern erhält, beläuft sich der Eigenanteil am Jahresbeitrag auf 446 Euro – pro Monat also nur rund 37 Euro. Nach 25 Sparjahren sind mit dieser Eigenleistung Anfangsrenten von monatlich 200 Euro durchaus realistisch. Laut Biallo Riester-Vergleich stellt Hanse-Merkur 213 Euro in Aussicht, HUK24 206 Euro, Cosmos Direkt 196 Euro und die Postbank Versicherung 194 Euro.

Die Gruppe der „Zufriedenen“ (Riesterquote 20 Prozent), die sich überwiegend aus Gutverdienern und Kinderlosen zusammensetzt, riestert ebenfalls überdurchschnittlich oft. „Hier wird der Sonderausgabenabzug zum Steuerschlupfloch des kleinen Mannes“, sagt Katzenstein. Wer beispielsweise 50.000 Euro pro Jahr verdient und die geforderten 2.000 Euro Jahresbeitrag zahlt, der kann nach 25 Jahren mit einer anfänglichen Monatsrente bei Hanse Merkur von 373 Euro rechnen, HUK24 stellt 362 Euro in Aussicht, die Postbank Versicherung und Cosmos Direkt je 343 Euro und die Hannoversche Leben 339 Euro.
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