Der Versicherungskonzern Ergo kommt nicht aus den Schlagzeilen. Und wieder handelt es sich um die in der Firmengruppe aufgegangene Hamburg-Mannheimer. Zwischen 2005 und 2006 hat die Hamburg-Mannheimer insgesamt etwa 215.000
Riester-Verträge abgeschlossen. Diese Verträge mit Namen „Kaiser-Rente“ wurden nach der Werbefigur - Herrn Kaiser - benannt. In rund einem Drittel davon sollen in den Angeboten die Kosten geringer ausgewiesen sein als nachher in den Verträgen. Das haben ehemalige Generalvertreter des Versicherers an Eides statt dem Handelsblatt bestätigt. Die Gesellschaft habe daran ungerechtfertigt bis zu 160 Millionen Euro verdient.
Nach ersten heftigen Dementi hat die Ergo, eine Tochter des Rückversicherers Munich Re, die Vorwürfe nun grundsätzlich betätigt: „Im Jahr 2005 scheinen fehlerhafte Antragsunterlagen verwendet worden zu sein“, teilte das Unternehmen mit. Die Hamburg-Mannheimer hatte es im Jahr 2005 ganz offenbar „versäumt“, die gegenüber dem Vorjahr 2004 erhöhten Kostensätze auf den entsprechenden Spezialanträgen auf den neuesten Stand zu bringen.
Rechtliche Folgen
Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, würde dies zu Schadensersatzansprüchen der Kunden führen. Bei einem solchen Fehler haben Verbraucher Anspruch auf eine Neuberechnung der Vertragskosten. Die betreffenden Policen müssten so angepasst werden, dass sie dem unterschriebenen Antrag entsprechen.