Höhere Prämien für Männer und Raucher
Ein einfaches Versicherungsbeispiel: Eine 30-jährige kaufmännische Angestellte, Nichtraucherin, möchte ihr kleines Kind absichern. Bei einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren soll im Falle ihres vorzeitigen Todes das Kind eine garantierte Versicherungssumme (Todesfallleistung) von 150.000 Euro erhalten. Bei der Ergo Direkt,
Hannoversche Leben,
Cosmos Direkt oder Allianz kostet sie das im Monat nur rund neun bis zehn Euro an Prämie. Ein gleichaltriger Mann muss bei identischen Bedingungen tiefer in die Tasche greifen. Preiswerte Angebote der oben genannten Anbieter liegen bei einem Monatsbeitrag von 12 bis 15 Euro. Wer raucht zahlt deutlich mehr, mitunter die doppelte Summe. Selbst die günstigsten Angebote betragen für einen 30-jährigen Raucher knapp 30 Euro monatlich, beim teuersten wären sogar über 80 Euro jeden Monat fällig.
Im Antragsformular fragen die Versicherer in der Regel nach Gesundheitszustand, Vorerkrankungen und risikoreichen Aktivitäten. „Hier müssen Antragsteller wahrheitsgemäße Angaben machen, da sie sonst ihren Versicherungsschutz gefährden und ihren Hinterbliebenen im Ernstfall mit dem Schummeln keinen Gefallen tun“, sagt Michael Langwald, Leiter Produktentwicklung bei der Hannoverschen Leben. Ganz verloren ist der Schutz allerdings auch dann nicht. Hätte sich ein Raucher als Nichtraucher ausgegeben und so eine günstigere
Risikolebensversicherung der Hannoverschen Leben erschlichen, so würde im Todesfall bei der Hannoverschen Leben beim Versicherten nachträglich für die gezahlten Beiträge der Rauchertarif zu Grunde gelegt und anteilig die entsprechende Versicherungssumme ausgezahlt.