14.01.2009 08:00
Total-Return-Fonds
Dauerhafter Vermögenszuwachs nicht garantiert
Bei jeder Börsenlage Geld zu verdienen, das ist der Wunsch vieler Anleger. Damit der Traum in Erfüllung geht, entwickelte die Investmentbranche so genannte Total-Return-Fonds. Ziel ist es, Verluste so weit wie möglich auszuschließen und ein kontinuierli-ches Wachstum des Kapitals zu ermöglichen – für die private Altersvorsorge ein loh-nenswerter Ansatz.
Wie funktionieren Total-Return-Fonds
„Total“- oder “Absolute-Return” bedeutet die Abkehr vom bisher in der Fondsbranche vorherrschenden Benchmark-Ansatz: Danach wird der Erfolg eines Fonds daran gemessen, ob seine Wertentwicklung besser oder schlechter verläuft als die des zu Grunde liegenden Vergleichsindex. Dieser Ansatz hat den Nachteil, dass ein Fonds relativ zum Index gesehen zwar gut abschneiden, unterm Strich aber dennoch Verluste produzieren kann. Das geschieht dann, wenn beide – Index und Fonds – sich negativ entwickeln, der Fonds allerdings etwas weniger im Minus steht als der Index. Was nützt es einem Investor, wenn sein Fonds besser läuft als der Markt und der Fondsmanager damit sein Ziel erfüllt, in absoluten Zahlen aber ein Minus steht und der Anleger Verluste erleidet?
Total-Return-Fonds möchten immer Gewinn erwirtschaften. Um das Ziel einer dauerhaft positiven Wertentwicklung zu erreichen, mixen die Fondsmanager Portfolios aus Aktien, Anleihen, Derivaten und Optionen in wechselndem Verhältnis. Der Schwerpunkt kann entweder auf Renten- und Geldmarktpapieren liegen oder eher auf spekulativen Wertpapieren. Gewinnt eine Anlageklasse an Wert, werden Stop-Limits nach oben geschoben. Die Zinserträge aus den Anleihen dienen als Risikopuffer. Manche Fondsmanager arbeiten auch mit Leerverkäufen: Bei Kursschwächen verkaufen sie Aktien, die sie nicht besitzen, sondern nur geliehen haben, um sie anschließend zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen. Das heißt, dass sie auf fallende Kurse spekulieren.
Für wen geeignet?
Für sicherheitsorientierte Sparer mit geringer Risikoneigung empfehlenswert. Möglich sind lange bis mittlere Anlagehorizonte. Eine kurze Spardauer ist wegen der hohen Kosten kaum sinnvoll.
Renditeerwartung und Risiken
Die Bilanz von Total-Return-Fonds ist sehr durchwachsen. Die selbst gesteckten Renditeziele, die oft etwas über Geldmarktzinssätzen oder über dem 3-Monats-Euribor liegen, werden nicht immer erreicht. Manche Fonds schaffen – in absoluten Zahlen gesehen – dauerhafte Renditen über der 5-Prozentgrenze, andere sind davon weit entfernt. Einige schaffen nicht einmal ein dauerhaft positives Ergebnis (wie eigentlich angestrebt). Anleger sollten sich, wenn sie sich für eine solche Geldanlage interessieren, das Fondskonzept und die bisheri-gen Ergebnisse genau ansehen. Wegen der Aussicht auf höhere Gewinne ist aktienorientier-ten Return-Fonds nicht unbedingt der Vorzug zu geben. Grund: Risiken und Kosten dieser Fonds sind höher als bei rentenorientierten Portfolios. Tipp: Euro-Rentenfonds sind in vielen Fällen genau so sicher und stehen in der Langfristperformance kaum nach.
Welche Kosten entstehen?
Die Gebühren sind nicht zu unterschätzen. So berechnen anleihelastige Total-Return-Fonds drei bis vier Prozent Ausgabeaufschlag, aktienlastige bis zu sechs Prozent. Auch bei den jährlichen Managementgebühren gibt es große Unterschiede: zwischen ein und zwei Prozent schwanken die festen jährlichen Kosten, hinzu kommen teils erhebliche Erfolgsprämien, wenn der Fonds gut läuft. So kassiert das Management des DWS Vola Strategy (ISIN LU0144136180) ein Drittel der Rendite, die über sieben Prozent Wertsteigerung liegt. Ähn-lich hoch liegt die Erfolgsbeteiligung beim Absolute Plus Optix Protect (ISIN AT0000703327). Hier behalten die Manager von Vienna Portfolio Management 20 Prozent der Rendite ein, die über vier Prozent Wertsteigerung liegt.
Wie hoch ist die Steuerlast?
Bislang gilt: Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Werden Fondsanteile binnen Jahresfrist verkauft, so ist der Ertrag voll steuerpflichtig, wenn die Spekulationsfreigrenze von 512 Euro überschritten ist. Unterjährige Kursverluste sind mit anderen Kursgewinnen verrechenbar. Bei Ertragsausschüttungen (Dividenden) greift das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, nur die Hälfte der Unternehmensausschüttungen ist zu versteuern. Dies gilt auch für Erträge, die im Fonds verbleiben und gleich wieder angelegt werden. Bevor es aber soweit ist, greift der Sparerfreibetrag von 801/1.602 Euro für Ledige bzw. Verheiratete.
Ab 1.1.2009 gilt die Abgeltungssteuer: Danach sind Kursgewinne und Ertragsausschüttungen grundsätzlich mit 25 Prozent + Solizuschlag zu versteuern.
Info zu Ausstieg und Kündigung
Der Verkauf von Fondsanteilen ist jederzeit ohne Stornogebühren möglich.
Gibt es Besonderheiten?
Die meisten Total-Return-Fonds gibt es auch als monatlichen Sparplan zum Vermögensauf-bau.