
Prof. Dr. Günter Hirsch, Ombudsmann für Versicherungen
Nur rund ein Drittel der Beschwerden von Versicherten beim Versicherungsombudsmann Günter Hirsch und bei der Aufsichtsbehörde Bafin führen zum Erfolg.
Fast 19.000 Beschwerden von Versicherten landeten im vergangenen Jahr beim Versicherungsombudsmann auf dem Schreibtisch, die Beschwerdestelle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zählt jedes Jahr rund 20.000 Eingaben von unzufriedenen Versicherten.
Vor allem ärgern sich die Versicherten über die Höhe der Auszahlungen, über magere Leistungen bei Lebens- und Rentenversicherungen sowie Wertverluste bei fondsgebundenen Policen. Daneben monieren Versicherungsnehmer häufig einen allgemein schlechten Umgang und Service bei Verbraucheranliegen sowie unverständliche, komplizierte Schreiben und Aussagen der Versicherungsgesellschaften.
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Große Erfolge ihrer Beschwerden können enttäuschte Versicherte allerdings nicht erwarten. Beim Versicherungsombudsmann betrug die Erfolgsquote für sämtliche Sparten immerhin 36,9 Prozent der beendeten Verfahren. Bei Lebens- und Rentenversicherungen lag diese Quote bei lediglich 16,4 Prozent. Dies erklären Experten damit, dass die Aufgabe des Ombudsmanns bei Beschwerden im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung häufig in der Aufklärung und Beratung des Versicherten über bestimmte rechtliche und faktische Gegebenheiten der Versicherung besteht.
Bafin als Schlichter
Auch die Aufsichtsbehörde Bafin konnte in den letzten Jahren nur jeden dritten Beschwerdefall zum erfolgreichen Abschluss bringen. Sobald rechtlich an den vorgebrachten Fällen nichts zu beanstanden sei oder die vorgebrachten Fälle strittig sind, kann die Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn nicht tätig werden, erklärt Bafin-Sprecherin Kathi Schulten. Nach ihren Angaben konnte jeder dritte Fall in den vergangenen Jahren einvernehmlich geklärt werden.
Verbraucherschützer sehen das allerdings anders. So sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten (BdV): „Uns ist kein einziger Fall bekannt, bei dem eine Beschwerde zur Zufriedenheit der Versicherten erledigt wurde.“ Zwar habe der BdV in der Vergangenheit bei Beschwerden immer an die Bafin verwiesen, aber, so Köster: „Ein positives Echo allerdings haben wir in keinem einzigen Fall erhalten.“
Meiste Beschwerden bei Plus, Aspecta und Asstel
Bei einer Untersuchung der Beschwerdeberichte der Bafin der letzten zwölf Jahre stellte der Branchendienst Map-Report jetzt fest, dass die meisten Beschwerden bei den Versicherungsgesellschaften Plus, Aspecta und Asstel gezählt wurden. Am wenigsten Reklamationen gab es im Durchschnitt bei der Süddeutschen Lebensversicherung, der WGV-Leben und der DEVK.