Vergleichsportale - für Recherche und Information
Nach einer aktuellen Studie von GfK, Allianz und Google nutzen Versicherungskunden mit Internet-Zugang das Online-Netz vor allem für Recherchen und Informationen. Danach informieren sich 40 Prozent der Neukunden im Vorfeld ihres Versicherungsabschlusses online, aber 85 Prozent schließen den Vertrag dann doch beim Vermittler ab. Direkt am PC werden am häufigsten, so die Studie, Kfz- und Auslandsreisekrankenversicherungen (inzwischen jede siebte Police) abschlossen.
In der Krankenzusatz- sowie der Haftpflichtversicherung erfolgt etwa jeder zwölfte Abschluss über das Internet. Dahinter folgen Hausrat- und Krankenversicherungen, bei denen etwas weniger als jede 20. Police online abgeschlossen werden. Auf den hinteren Plätzen landen komplexe, erklärungsbedürftige Versicherungen wie Lebens-, Renten-, Unfall- sowie Berufsunfähigkeits-Versicherungen.
Als wichtigste Entscheidungshilfe vor dem Vertragsabschluss haben Internet-Nutzer Vergleichsportale und -seiten entdeckt. Nach Angaben der aktuellen Finanzmarktstudie „Comparison Check“ der YouGov Psychonomics AG hatten rund 60 Prozent der befragten Online-Nutzer in den letzten drei Monaten zwei- bis fünfmal eine Vergleichsseite für Finanzprodukte besucht, um sich genauer zu informieren.
Die Auswahl der Vergleichsseiten erfolgt dabei vor allem mit Hilfe von Suchmaschinen, Werbung und Empfehlungen von Freunden oder Kollegen spielen dagegen kaum eine Rolle. Als wichtigste Voraussetzung für einen Kauf über eine Vergleichsseite wird dabei das Angebot einer Kontaktmöglichkeit mit dem Betreiber angesehen. Außerdem müssen die Ergebnisse der Suche passgenau sein. Zwei Drittel der Befragten sehen den wichtigsten Vorteil von Vergleichsseiten darin, dass sie mehr Informationen über die Produkte verschiedener Unternehmen bieten.
Versicherer verschlafen den Trend
Zwar bieten die einzelnen Versicherungsgesellschaften inzwischen in der Regel eigene Homepages im Internet an, aber nach Einschätzung von Experten schöpfen die meisten Versicherer die Möglichkeiten des Internets noch bei weitem nicht aus. Bei einer Euroforum-Tagung in München sagte Google-Manager Stefan Henschel vor wenigen Wochen: „Die Banken sind so zwei bis drei Jahre weiter, was das Thema online betrifft“. So hätte die Versicherungsbranche nach seiner Einschätzung schon vor Jahren zum Beispiel ein eigenes Vergleichstool schaffen können. „Man hat zehn Jahre verpennt.“ In den Vorstandsetagen sitze noch eine Generation, die nicht sehr internetaffin sei. „Und die Zielgruppe entfleucht ihnen in die digitale Welt.“
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