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17.03.2011 10:50

Versicherungsverträge

Fast jeder Zweite verzichtet auf Beratung

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Nur noch rund die Hälfte neuer Versicherungsverträge werden nach einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsvertreter oder Makler unterschrieben. Schon heute nutzen viele Kunden das Internet zur Information und zum Vertragsabschluss. Vor allem neue Kfz- und Auslandsreisekrankenversicherungen werden online vereinbart.
Versicherungsverträge Immer mehr Versicherte verzichten auf Beratung KFZ-Versicherung Finanzportal biallo.de
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Nach einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen kommen bei Versicherungsverträgen nur noch 52 Prozent nach einer Beratung zustande. In 36 Prozent der Fälle verzichteten die Versicherungsnehmer von sich aus auf ein Informationsgespräch, und bei elf Prozent unterzeichneten sie nach einer Empfehlung eines Vermittlers.

Gemäß der Umfrage, die Mitte Dezember 2010 mit 1.000 Teilnehmern stattfand, wurden allerdings noch 64 Prozent der Verträge mit Versicherungsvertretern abgeschlossen. 14 Prozent entfielen auf Banken und Sparkassen, 13 Prozent auf Direktversicherer und acht Prozent auf andere Anbieter wie etwa den ADAC.
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Bei einer Kundenbefragung im Auftrag der Unternehmensberatung Accenture (rund 3.500 Privatkunden in sechs Ländern) gaben 30 Prozent an, sie hätten bereits mindestens einen Versicherungsvertrag über das Internet abgeschlossen. Der Online-Abschluss wird nach Accenture-Angaben stark zunehmen. Die deutschen Kunden nannten auf die Frage, über welchen Weg sie in den nächsten zwölf Monaten einen Versicherungsvertrag neu abschließen oder einen bestehenden verändern wollen, zu 46 Prozent den Onlinekanal. 48 Prozent favorisieren weiterhin den Vertreter.

Deutliche Unterschiede gibt es allerdings nach Sparten: Während in der Kfz-Versicherung die Bereitschaft zum Onlineabschluss mit 45 Prozent sogar diejenige am Vertreterabschluss überflügelt, übertrifft der Vertreter das Internet bei sonstigen Versicherungen für den Haushalt weiter deutlich.
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Vergleichsportale - für Recherche und Information

Nach einer aktuellen Studie von GfK, Allianz und Google nutzen Versicherungskunden mit Internet-Zugang das Online-Netz vor allem für Recherchen und Informationen. Danach informieren sich 40 Prozent der Neukunden im Vorfeld ihres Versicherungsabschlusses online, aber 85 Prozent schließen den Vertrag dann doch beim Vermittler ab. Direkt am PC werden am häufigsten, so die Studie, Kfz- und Auslandsreisekrankenversicherungen (inzwischen jede siebte Police) abschlossen.

In der Krankenzusatz- sowie der Haftpflichtversicherung erfolgt etwa jeder zwölfte Abschluss über das Internet. Dahinter folgen Hausrat- und Krankenversicherungen, bei denen etwas weniger als jede 20. Police online abgeschlossen werden. Auf den hinteren Plätzen landen komplexe, erklärungsbedürftige Versicherungen wie Lebens-, Renten-, Unfall- sowie Berufsunfähigkeits-Versicherungen.

Als wichtigste Entscheidungshilfe vor dem Vertragsabschluss haben Internet-Nutzer Vergleichsportale und -seiten entdeckt. Nach Angaben der aktuellen Finanzmarktstudie „Comparison Check“ der YouGov Psychonomics AG hatten rund 60 Prozent der befragten Online-Nutzer in den letzten drei Monaten zwei- bis fünfmal eine Vergleichsseite für Finanzprodukte besucht, um sich genauer zu informieren.

Die Auswahl der Vergleichsseiten erfolgt dabei vor allem mit Hilfe von Suchmaschinen, Werbung und Empfehlungen von Freunden oder Kollegen spielen dagegen kaum eine Rolle. Als wichtigste Voraussetzung für einen Kauf über eine Vergleichsseite wird dabei das Angebot einer Kontaktmöglichkeit mit dem Betreiber angesehen. Außerdem müssen die Ergebnisse der Suche passgenau sein. Zwei Drittel der Befragten sehen den wichtigsten Vorteil von Vergleichsseiten darin, dass sie mehr Informationen über die Produkte verschiedener Unternehmen bieten.

Versicherer verschlafen den Trend

Zwar bieten die einzelnen Versicherungsgesellschaften inzwischen in der Regel eigene Homepages im Internet an, aber nach Einschätzung von Experten schöpfen die meisten Versicherer die Möglichkeiten des Internets noch bei weitem nicht aus. Bei einer Euroforum-Tagung in München sagte Google-Manager Stefan Henschel vor wenigen Wochen: „Die Banken sind so zwei bis drei Jahre weiter, was das Thema online betrifft“. So hätte die Versicherungsbranche nach seiner Einschätzung schon vor Jahren zum Beispiel ein eigenes Vergleichstool schaffen können. „Man hat zehn Jahre verpennt.“ In den Vorstandsetagen sitze noch eine Generation, die nicht sehr internetaffin sei. „Und die Zielgruppe entfleucht ihnen in die digitale Welt.“

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