Bis Ende 2009 mussten Renten-Sparer, die für den Erwerb eines selbst genutzten Eigenheims ihr Riester-Konto plündern wollten, ein Mindestguthaben von 10.000 Euro vorweisen. Mit dem Jahr 2010 ist diese Kapitalschwelle entfallen. Neu ist auch, dass Käufer die im Rahmen der Eigenheimrente entnommenen Gelder nicht mehr bis Rentenbeginn in den Riester-Vertrag zurückzahlen brauchen.
Riester-Kapital kann Kreditraten senken
Wer mit Riester-Kapital eine Immobilie erwirbt, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Erstens werden die geförderten Guthaben von den Kreditinstituten wie angespartes Eigenkapital behandelt. „Das verringert das Finanzierungsvolumen und senkt die Kreditraten“, erläutert Steffen Zwer, Produktmanager bei der BHW Bausparkasse. Ein hoher Eigenkapitalanteil kann außerdem Zinsaufschläge verhindern, den Banken in der Regel erheben, wenn der Finanzierungsbedarf größer als 60 Prozent ist. Positiv ist das Einbringen von Riester-Guthaben in den Immobilienkauf auch unter Rentabilitätsaspekten: "Es ist effektiver Kreditzinsen einzusparen, weil Darlehenszinsen in der Regel teurer sind als gewährte Sparzinsen“, so Kreditexperte Zwer.
Zum Ansparen von Riester-Guthaben eignen sich öffentliche geförderte Bausparverträge oder Rentensparpläne. Wer noch nicht weiß, ob er später eine Immobilie kaufen möchte, der bleibt mit einer Riester-Rentenversicherung oder einen -Fondssparplan flexibel. Grund: Sparverträge bieten die Möglichkeit der späteren Rentenzahlung aber auch der Kapitalentnahme zum Immobilienerwerb. Attraktive Renditen erwirtschaften Rentenversicherungen auf Fondsbasis. Solche Rentenpolicen garantierten zwar weder eine Mindestverzinsung noch eine Mindestrente, doch die erzielten Langfrist-Renditen liegen in der Regel über denen von klassischen Rentenpolicen.