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14.01.2009 08:00

Zertifikate-Sparpläne

Attraktive Alternative zu Aktienfonds

Attraktive Alternative zu Aktienfonds
Sparpläne mit Aktienfonds besitzen ein Manko: Ihre Rendite ist häufig schlechter als die des vergleichbaren Aktienindex. Die unzureichenden Ergebnisse liegen vor allem an falschen Investitionsentscheidungen der Fondsmanager und an hohen internen Kosten. Warum also nicht gleich den ganzen Markt kaufen und damit die Gewinnchan-ce optimieren?

Was ist ein Zertifikate-Sparplan?

Die Alternative zu Aktienfondssparplänen sind Sparpläne mit Indexzertifikaten. Solche Sparpläne bieten vor allem Direktbanken und Onlinebroker kostengünstig an. Ähnlich wie bei Aktienfonds kauft der Sparer Monat für Monat für einen gleichbleibenden Betrag einen bestimmten Zertifikateanteil. Dieser wird in das Depot des Sparers gebucht. Da Indexpapiere einen bestimmten Aktienindex 1 : 1 nachbilden, läuft die Wertentwicklung der Papiere in etwa parallel zum Index. Positiv: Eine unterdurchschnittliche Performance gegenüber der Benchmark – wie bei Aktienfonds – ist ausgeschlossen. Dass sich die Indexanlage lohnt, zeigt ein Blick in die Statistik: So rentierte nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts der Dax in den letzten 25 Jahren, von 1980 bis Ende 2005, mit durchschnittlich 10,2 Prozent pro Jahr – viele Aktienfonds liefen schlechter. Um keine Renditepunkte zu verschenken, sollte man so genannte Performancezertifikate bevorzugen. Bei diesen Papieren fließt die jährliche Dividendenzahlung der Unternehmen in den Zertifikatekurs mit ein – das erhöht die Rendite. Dagegen berücksichtigen Kurszertifikate nur die Kursentwicklung des zu Grunde liegenden Index. Die Unternehmensausschüttungen gehen an die Bank. Wichtig ist, dass die Zertifikate für Sparpläne endlos laufen, um teure Umschichtungen zu vermeiden. Bei größeren Sparraten ist es zudem ratsam, das Geld zu splitten und auf verschiedene, international bedeutende Indizes zu verteilen.

Für wen ist dieser geeignet?

Der Vermögensaufbau mit Indexzertifikaten ist vor allem für jüngere Sparer bis etwa Mitte / Ende 40 geeignet. Da bis Renteneintritt noch viel Zeit ist, können Kursverluste ohne Mühe „ausgesessen werden“.

Welche Kosten entstehen?

Zertifikate-Sparpläne überzeugen mit geringen Kosten. So berechnen Indexzertifikate nur sehr geringe Verwaltungsgebühren von 0,1 bis 0,2 Prozent, bei Aktienfonds sind dagegen oft 1,5 Prozent und mehr pro Jahr fällig. Zudem verzichten die Emittenten auf Ausgabeaufschläge. Käufer bezahlen nur den so genannten Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Bei Indexpapieren tendiert der Spread gegen Null, zuweilen entfällt er ganz. Ins Gewicht fällt die Bankprovision: Direktbanken berechnen bei Zertifikate-Sparplänen im Schnitt 2,50 Euro plus ein viertel bis ein halbes Prozent der Sparrate; bei einem Betrag von 100 Euro also zwischen 2,75 und drei Euro. Aktienfonds erfordern dagegen bis zu sechs Prozent Ausgabeaufschlag. Bei den an sich günstigen börsengehandelten Indexfonds, den so genannten ETF’s, besteht der Nachteil, dass man bei jeder Rate die übliche Orderprovision zahlen müsste, bei Direktbanken etwa zehn Euro pro Kauf – das Lohnt nicht! Der Kauf über die Börse ist daher nicht empfehlenswert.

Wie hoch ist die Steuerlast?

Wegen der neuen Abgeltungssteuer ist das Verfahren für eine Übergangszeit kompliziert. Bis jetzt galt: Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Werden Zertifikate binnen Jahresfrist verkauft, so ist der Ertrag voll steuerpflichtig, wenn die Spekulationsfreigrenze von 512 Euro überschritten ist. Unterjährige Kursverluste sind mit anderen Kursgewinnen verrechenbar. Bei Ertragsausschüttungen (Dividenden) greift das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, nur die Hälfte der Unternehmensausschüttungen ist zu versteuern. Bevor es aber soweit ist, greift der Sparerfreibetrag von 801/1.602 Euro für Ledige bzw. Verheiratete. Die neue Abgeltungssteuer bringt folgende Regel: Anleger müssen grundsätzlich 25 Prozent der Gewinne + Solizuschlag ans Finanzamt abführen. Die Regelung gilt für alle Zertifikate, die nach dem 14. März 2007 erworben wurden und nach dem 30. Juni 2009 mit Gewinn verkauft werden. 

Info zu Ausstieg und Kündigung

Zertifikate-Sparpläne können jederzeit ohne Stornokosten beendet werden. Auch ein Teilverkauf von Papieren ist möglich.
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Foto: Thomas Lohnes / ddp ID:2273
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