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04.05.2015 11:19

Depot- und Orderkosten Auf die Gesamtkosten kommt es an

von Brigitte Watermann Autor
Im Einkauf liegt der Gewinn, in Zeiten von Mini-Zinsen gilt das ganz besonders. Privatanleger sollten bei Wertpapierkäufen aber auch die Gesamtkosten eines Wertpapierauftrags im Blick haben. Diese fünf Aspekte sollten Sie beachten.
Depot- und Orderkosten Auf die Gesamtkosten kommt es an
Durchblick beim Handeln an der Börse

1. Das passende Angebot

Sie möchten gerne Girokonto und Depot bei einer einzigen Onlinebank führen und wollen gerne ETFs im Wege eines Sparplans besparen oder Wertpapiere auch gelegentlich außerbörslich kaufen? Dann müssen Sie schon genau hinschauen, welche Onlinebroker alle drei Möglichkeiten bieten. Aktuell erfüllen diese Anforderungen insbesondere Comdirect, Cortal Consors, DAB-Bank, ING-Diba und die 1822 direkt. Das Beispiel macht klar, dass Anleger genau auf ihre Anlagebedürfnisse achten sollten, bevor sie sich für einen Onlinebroker entscheiden. Denn längst nicht jeder Anbieter offeriert eine vollumfängliche Produktpalette. Wer etwa zusätzlich zu den drei genannten Angeboten auch noch unbedingt hochspekulative Contracts for Difference (CFDs) handeln möchte, wird aktuell nur bei der Comdirect, der DAB Bank und Cortal Consors fündig. Klar ist aber auch: Solche Full-Service-Anbieter sind in aller Regel preislich etwas teurer als kleinere Broker mit Lücken im Angebot.

2. Kostenloses Depot

Auch wenn es viele Direktbanken vermutlich schon lange bereuen, dass sie keine Depotgebühren mehr nehmen – Kunden freuen sich darüber. Denn anders als bei Filialbanken sind Depotgebühren bei vielen Onlinebrokern schon lange passé. Kostenlosdepots ohne Haken und Ösen bieten etwa die bekannten Häuser wie Cortal Consors, DAB-Bank, Flatex und ihre Schwester Aktionärsbank, ING-Diba, Maxblue oder die Onvista Bank an. Auch Spezialanbieter für Heavytrader wie Sino, Vitrade oder Lynx und Neuling Degiro nehmen nichts fürs Depot. Bei anderen Anbietern ist das Umsonst-Depot an Bedingungen geknüpft, die meist aber leicht zu erfüllen sind: Anleger müssen zum Beispiel einen Fondssparplan unterhalten oder dort auch ihr Girokonto führen. Bei Comdirect etwa ist das Depot drei Jahre lang umsonst, danach nur noch dann, wenn man dort auch ein Girokonto oder einen Fondssparplan führt oder zweimal pro Quartal ordert. Bei der 1822 direkt kosten nur Depots ohne Bestand eine Gebühr. Beim Sparkassenbroker reicht schon eine Order im Quartal oder ein Vermögensbestand von 10.000 Euro, andernfalls kostet es 2,95 Euro pro Monat.

Unser Tipp:
Wenn Ihnen hohe Depotgebühren ein Dorn im Auge sind, Sie aber auf das persönliche Gespräch mit dem Anlageberater Ihrer Hausbank nicht verzichten möchten, sind Sie gut beraten zu verhandeln. Denn viele Hausbanken zeigen sich bei der Depotgebühr kulant, wenn sie spitz bekommen, dass sie sonst den Kunden verlieren. Und es gibt Filialinstitute wie die Targobank, die generell auf die Depotgebühr verzichten. Sie sind aber die Ausnahme, nicht die Regel. Telefonische Anlageberatung zu Wertpapieren bieten aber auch Onlinebroker wie Comdirect, Cortal Consors, die DAB-Bank oder die Volkswagen Bank (zumindest zu Fonds). Cortal Consors offeriert im Übrigen auch waschechte Honorarberatung.
Fonds Beratung

3. Günstig ordern

Über möglichst geringe, besser keine Kosten fürs Depot freut sich natürlich jeder Anleger. Gerade für wenig aktive Anleger sind niedrige Fixkosten besonders wichtig. Wer dagegen häufiger handelt, sollte besonders auf günstige Ordergebühren achten, da sie stärker ins Gewicht fallen. Häufig belohnen Direktbanken Handelsaktivität mit günstigeren Orderkonditionen. Bei der Onvista Bank zum Beispiel können Anleger unter Umständen sogar umsonst Wertpapiere kaufen, wenn auch nicht verkaufen. Sie müssen dann nur fremde Spesen wie Börsenabwicklungsgebühren bezahlen. Flatex und die Schwester Aktionärsbank etwa verlangen nur eine günstige Flat Fee von einheitlich fünf Euro pro Order, Fremdspesen kommen aber noch dazu. Neulinge wie etwa Degiro versuchen über den günstigen Orderpreis von 2,08 Euro für eine 1.000-Euro-Order Kunden zu gewinnen. Hier sind aber Aspekte wie die ausländische Einlagensicherung zu berücksichtigen

Unser Tipp: Es reicht nicht, allein auf die Spesenstaffel der Bank zu schauen. Die im harten Wettbewerb stehenden Onlinebroker bemühen sich nämlich, ihre eigenen Provisionen möglichst niedrig zu halten. Dafür reichen sie zusätzliche Börsenkosten pauschaliert oder vollständig eins zu eins an ihre Kunden weiter. Die allermeisten Banken verlangen mittlerweile solche börsenplatzabhängigen Gebühren. Häufig wird ein Pauschalzuschlag für Regionalbörsen sowie den Handelsplatz Xetra erhoben. Die Comdirect und die ING-Diba nehmen zum Beispiel für eine Parkettorder zusätzlich 2,50 Euro, die DAB-Bank 2,90 Euro. Und Cortal Consors verlangt 2,95 Euro – wenn aber eine Aktien- oder Anleihenorder an den Börsenplatz Stuttgart geht, sind es sogar 5,95 Euro zusätzlich. Grund dafür ist die hohe Mindestgebühr, die die Börse Stuttgart berechnet. Bei Xetra-Orders ist die Pauschale in aller Regel günstiger. Andere Broker wie Flatex, Aktionärsbank oder die Onvista Bank verlangen keine pauschalen Gebühren, sondern leiten die Kosten der Börsen und der Wertpapierabwicklung einfach eins zu eins an die Kunden weiter.
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4. Limitiert ordern

Verbraucherschützer empfehlen es immer wieder: Wer Wertpapiere kaufen oder verkaufen möchte, sollte limitierte Aufträge erteilen, damit man nicht viel mehr bezahlt, als man eigentlich wollte oder viel weniger erlöst als gewünscht. Komplett kostenlos sind das Setzen, Ändern, Streichen oder die Nichtausführung eines Limits zum Beispiel bei Aktionärsbank, Comdirect, Cortal Consors, der DAB-Bank, Flatex, der ING-Diba, beim Sparkassen Broker oder der Volkswagen Bank. Doch es gibt andere Broker, die Geld dafür nehmen: Bei Maxblue kosten Änderungen und Streichungen von Limits dagegen satte 4,90 Euro extra bei Online-Orderaufgabe.

5. Telefonorders vermeiden

Die allermeisten Brokerkonditionen sind für den Orderweg über Internet oder Apps gültig. Wer dagegen zum Telefon greifen will oder muss, sollte damit rechnen, dass er bei den meisten Anbietern eine Zusatzgebühr zahlen muss, die sich meist um die zehn Euro pro Auftrag bewegt. In Ausnahmefällen kann es auch noch mehr sein.

Wann immer möglich, sollte man aus Kostengründen daher online ordern. Comdirect, Maxblue und ING-Diba verlangen zum Beispiel 9,90 Euro, die DAB-Bank und Flatex zehn Euro glatt und die Consorsbank 14,95 Euro.

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Leserkommentare
13.04.2016 - von Sergio
Onvista Bank Pauschalzuschlag Gebühren,
Guten Tag, ich habe mir die Festpreis-Depot der Bank onvista angeschaut und festgestellt dass es aktuell (13.04.2016) doch ein Pauschalzuschlag + Börsengebühren für Regionalbörsen berechnet wird. Kann jemand vielleicht eine Alternative vorschlagen? Vielen Dank
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