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27.06.2014 15:53

Fondsbesteuerung Das kassiert der Fiskus

von Brigitte Watermann Autor
Besitzer von thesaurierenden Auslandsfonds haben es nicht leicht bei der Steuererklärung. Aber auch der Verkauf birgt die Gefahr, in die Steuerfalle zu tappen.
Fondsbesteuerung Das kassiert der Fiskus
Leichte Rechenoperation? Von wegen - die Besteuerung thesaurierender ausländischer Fonds ist eine komplizierte Angelegenheit
Obgleich in Deutschland die Abgeltungsteuer greift, müssen sie in aller Regel die Anlage KAP ihrer Steuererklärung ausfüllen. Und beim Verkauf droht eine Steuerfalle, wenn man nicht aufpasst. Die Grundregel der Abgeltungsteuer ist in einem Satz erklärt: Pauschal 25 Prozent Steuern auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, plus Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer. Rund 8,7 Milliarden Euro spülte die Steuer 2013 dem deutschen Fiskus in die Kasse. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Vor allem Fondsanleger mit thesaurierenden Auslandsfonds im Depot sollten genau hinschauen, wenn sie ihre Steuererklärungen machen. Das gilt selbst dann, wenn sie ihre Papiere bei einer Bank im Inland verwahren. Denn sie müssen in aller Regel – Abgeltungsteuer hin oder her – die Anlage KAP zur Steuerklärung ausfüllen.

Da die ausländischen Fondsgesellschaften nicht dazu verpflichtet werden können, als Handlanger des deutschen Fiskus zu wirken und Abgeltungsteuer abzuführen, überlegte sich der deutsche Fiskus einen Ausweg, wie die laufenden Erträge dieser Produkte doch versteuert werden können. Anleger in thesaurienden Auslandsfonds, deren Erträge also nicht jährlich ausgeschüttet werden, sind daher in aller Regel dazu verpflichtet, die einbehaltenen Erträge in der Anlage KAP alljährlich in ihrer Steuererklärung selbst anzugeben - eine ärgerliche Mehrarbeit.

Das ist laut Fonds-Verband BVI nur dann nicht erforderlich, wenn die Kapitaleinkünfte zum Beispiel klar unter dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (Ledige / 1602 Euro bei Verheirateten) liegen oder die Einkommensgrenzen für die Veranlagung nicht überschritten werden. Eine andere Ausnahme liegt laut BVI dann vor, wenn verrechenbare Verluste aus anderen Kapitalanlagen erzielt wurden und daher insgesamt keine steuerpflichtigen Erträge oder Gewinne im Veranlagungsjahr erzielt wurden.

Da die ausländischen Fondsgesellschaften nicht dazu verpflichtet sind, als Handlanger des deutschen Fiskus zu wirken und Abgeltungsteuer abzuführen, überlegte sich der deutsche Fiskus einen Ausweg, wie die laufenden Erträge dieser Produkte doch versteuert werden können. Anleger in thesaurienden Auslandsfonds, deren Erträge also nicht jährlich ausgeschüttet werden, sondern im Fonds verbleiben, sind deshalb in aller Regel dazu verpflichtet, die einbehaltenen Erträge in der Anlage KAP alljährlich in ihrer Steuererklärung selbst anzugeben - eine ärgerliche Mehrarbeit.

Tipp: Die allermeisten Fondsgesellschaften halten alle Steuerdaten zu ihren Fonds für geplagte Anleger auf ihrer Website bereit.

ISIN des Fonds entscheidend


Ob es sich um einen in Deutschland oder im Ausland aufgelegten Investmentfonds handelt, lässt sich am einfachsten an der internationalen Wertpapierkennnummer ISIN ablesen, denn sie beginnt mit einem Länderkürzel – für Deutschland lautet es DE, für Luxemburg, wo sehr viele Fonds aufgelegt werden, lautet es LU.
Fakt ist, dass die Besteuerung speziell von thesaurierenden Auslandsfonds unter der Abgeltungsteuer kompliziert ist. Grundsätzlich gilt für Besitzer thesauriender wie ausschüttender Fonds, dass laufende Erträge wie Zinsen und Dividenden zum Abgeltungssatz zu versteuern sind. Ein wichtiger Unterschied besteht allerdings in der zeitlichen Zuordnung der Erträge. Bei ausschüttenden Fonds erzielt der Anleger sein steuerpflichtiges Einkommen am jeweiligen Auszahlungstag. Bei thesaurierenden Fonds gelten die ordentlichen Erträge in der Regel am Ende des Geschäftsjahres des Fonds als steuerlich zugeflossen, obwohl eigentlich ja gar kein Geld fließt.

Beim Fonds-Verkauf droht Doppelbesteuerung

Noch wegen einer weiteren steuerlichen Finesse müssen Inhaber thesaurierender Auslandsfonds auf der Hut sein - und zwar dann, wenn sie ihre Anteile mal verkaufen wollen. Dann droht nämlich eine Doppelbesteuerung. Die inländische Depotbank behält nämlich beim Verkauf auf den gesamten aufgelaufenen Wertzuwachs seit Kauf die 25-prozentige Abgeltungsteuer ein - auch dann, wenn der Anleger stets korrekt jedes Jahr die thesaurierten Zins- und Dividendenerträge in der Steuererklärung angegeben hat. "Bei Haltedauer über mehrere Jahre kann dies bei Veräußerung von Fondsanteilen zu hohen Steuerabzügen führen", schreibt der BVI in einer aktuellen Steuerbroschüre. Um diese Doppelbesteuerung zu vermeiden, muss der Anleger daher in der Steuererklärung des Verkaufsjahres diese überhöhten Steuerabzüge zurückfordern und nachweisen, dass er in den Vorjahren die Fondserträge bereits versteuert hat.

Tipp: Es ist also unbedingt anzuraten, die Steuererklärungen und Bankabrechnungen über die Haltedauer des Fonds aufzubewahren - viel Papierkram über eine lange Haltedauer, doch wer hier nicht aufpasst, zahlt sonst doppelt. Und das will schließlich niemand.

Doch nur weil sie mehr Mühe bei der Steuererklärung machen, sollten Anleger nicht einfach versucht sein, thesaurierende Auslandsfonds aus dem Depot zu werfen – vor allem dann nicht, wenn man seine Anteile an thesaurienden Auslandsfonds vor dem Start der Abgeltungsteuer gekauft hat - vorausgesetzt natürlich, der Fonds ist weiterhin ein aussichtsreiches Investment. Der Grund: Bei Fonds, die die jährlichen Erträge aus Zinsen und Dividenden ausschütten, fällt zum Zeitpunkt der Ausschüttung der Anteilspreis; entscheidet sich der Anleger für eine Wiederanlage der Ausschüttung, entsteht dadurch mit der Zeit ein steuerlicher Neubestand an Fondsanteilen. Das hat zur Folge, dass Gewinne aus dem Verkauf dieser Anteile in der Zukunft der 25-prozentigen Abgeltungssteuer unterliegen. Bei thesaurierenden Fonds dagegen verbleiben die Erträge im Bestand und erhöhen dauerhaft den Anteilspreis. Hat man die Anteile vor Start der Abgeltungssteuer 2009 erworben, bleibt also steuerlich betrachtet alles Altbestand - beim Verkauf fällt keine Steuer auf den Gewinn an. Steigt man dagegen heute ein, ist dieser Unterschied nicht mehr relevant.

Tipp: Der Fondsverband BVI hält auf seiner Website unter www.bvi.de eine umfangreiche Broschüre mit Infos zur Besteuerung von Fonds bereit.
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Grundregeln der Abgeltungsteuer im Überblick


Der Steuersatz
beträgt auf alle Dividenden, Kursgewinne und Zinserträge pauschal 25 Prozent. Der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer kommen allerdings noch obendrauf. Ist der persönliche Steuersatz geringer als 25 Prozent, wird dieser angesetzt. Der Fiskus prüft automatisch im Rahmen der Steuererklärung, ob in solchen Fällen zu viel Steuern einbehalten wurden.

Die Altfallregelung gilt für Wertpapiere, die spätestens bis Ende 2008 gekauft wurden. Wenn der Anleger diese Papiere länger als ein Jahr gehalten hat, darf er Kursgewinne auch in Zukunft noch steuerfrei einstreichen. Die Abgeltungsteuer auf Kursgewinne greift grundsätzlich bei allen Aktien, Fonds und Anleihen, die seit 2009 im Depot liegen. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange ein Anleger die Papiere hält. Für einzelne Wertpapiere wie Zertifikate gab es Ausnahmen und andere Übergangsfristen.

Der Sparerpauschbetrag beläuft sich für jeden Anleger pro Kalenderjahr auf 801 Euro (für Verheiratete: 1602 Euro). Nicht mehr nur Dividenden und Zinsen werden darauf angerechnet, sondern auch Kursgewinne. Erst wenn ein Anleger mehr als 801 Euro an Erträgen eingestrichen hat, führt die Bank Abgeltungsteuer ab.

Die Werbungskosten sind für den Fiskus komplett durch den Sparerpauschbetrag abgedeckt. Kosten, zum Beispiel für den Besuch einer Hauptversammlung oder Fachliteratur zur Geldanlage, lassen sich nicht mehr gesondert abrechnen. Bankspesen und Nebenkosten für den An- und Verkauf von Papieren wirken sich weiter steuermindernd aus.

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
17.06.2012 - von Johannes
Ergänzung
Ein guter Artikel, der auf ein wichtiges Thema hinweist. Man sollte aber noch ergänzen, dass die Beachtung der ISIN nicht in jedem Fall genügt. Es gibt meines Wissens auch einige wenige Fonds (ETF), die trotz deutscher ISIN ein ausländisches Domizil haben. Zudem deckt sich die Angabe "ausschüttend" oder "thesaurierend" bei manchen Fonds-Anbietern nicht mit der Definition des deutschen Steuerrechts. In Foren wie z.B. www.wertpapier-forum.de habe ich schon einige interessante Diskussionen zu diesem Thema verfolgen können. Man sollte sich in derart wichtigen Fragen in jedem Falle gründlich über die Fonds informieren, die man sich ins Depot legt oder bereits hat.
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