Zahltag an der Börse Dividende – Zeit abzukassieren

Zahltag an der Börse Dividende – Zeit abzukassieren

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
11.04.2016
Auf einen Blick

Mit Aktienfonds können Anleger von den Milliardengewinnen, die in den kommenden Wochen ausgeschüttet werden, profitieren. Das Zauberwort lautet: Dividende.

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Die Schlagzeilen sind voll damit: Milliardengewinne hier, ein Rekordergebnis dort. Doch was bringt das dem Ottonormal-Bürger? Nichts? Weit gefehlt, wer entweder direkt in Aktien investiert oder über einen Aktienfonds dabei ist, kassiert kräftig mit.

Und zwar genau jetzt: Das Zauberwort lautet Dividende. Im Dax hat Siemens die diesjährige Dividendensaison eröffnet, die Münchner hatten am 26. Januar zur Hauptversammlung eingeladen. Das Ende der Ausschüttungszeit ist am 30. Juni - dann wird bei ProSiebenSat.1 über die Dividende entschieden. Zu spät ist es also noch lange nicht. Das Gros der Aktionäre kann sich im April und Mai auf saftige Überweisungen auf ihr Depot-Konto freuen. Und die Ausschüttungen haben es dieses Jahr in sich. Nach Schätzungen werden allein die Dax-Konzerne insgesamt rund 31 Milliarden Euro ausschütten - ein Rekord.

Gerade in Zeiten, in denen der Mini-Zins um sich greift, sind Gewinnbeteiligungen attraktiv. Die Allianz Versicherung wird am 04.05.2016 Expertenschätzungen zufolge rund 5,2 Prozent ausschütten. Das ist mehr als Anleger bekommen, die ihr Geld zehn Jahre lang Portugal leihen.

Doppelt so viel Ertrag dank Dividende

Über die Jahre ist der Effekt der jährlichen Dividende enorm. Ein Beispiel: Der deutsche Aktienindex Dax, der die 30 größten Unternehmen hierzulande abbildet, legt diese Ausschüttungen erneut an. Dadurch steigt auch er mit. Sein unbekannterer Bruder, der Dax-Kursindex tut das nicht.

Dadurch notiert er nur etwa halb so hoch. „Grundsätzlich sind solide Dividendenaktien eine sehr sinnvolle Anlage, da bei einem guten Geschäftsverlauf neben einer starken Dividendenrendite Kurssteigerungen der Aktie winken“, erklärt Florian Söllner, Leitender Redakteur beim Anlegermagazin Der Aktionär. Ebenso eindrucksvoll zeigen sich die Vorzüge einer hohen Dividende am Beispiel des DivDax. Dieser fasst die 15 attraktivsten Dividendenwerte des Dax zusammen. Vom Jahr 2000 an bis zum heutigen Tag hätten Anleger damit über 80 Prozent mehr Gewinn einfahren können als mit dem herkömmlichen Dax.

Dividende ein Gütesiegel

Eine hohe Dividende ist schön, aber das ist nicht der einzige Vorteil solcher Unternehmen. „Die Ausschüttung einer Dividende ist letztlich auch ein Qualitätsbeweis für eine Firma, da in der Regel nur rentable und solide Firmen auf lange Sicht eine Beteiligung der Aktionäre an den Gewinnen bewerkstelligen können“, fährt Söllner fort. Traditionell zahlen die Versicherer Allianz und Münchner Rück solide Dividenden. So hat der Rückversicherer nach Angaben der ARD Börse seit 1970 die Dividende nicht mehr gekürzt. Hier erwarten Analysten knapp fünf Prozent. Auch die Autobauer öffnen vermutlich die Schatulle. Gut vier Prozent haben zuletzt Daimler-Aktionäre erhalten. Bei BMW rechnen Fachleute mit einer ähnlich hohen Zahlung.

Dividende: Zurücklehnen und kassieren

„Dennoch sollten Anleger immer auch die langfristigen Perspektiven eines Unternehmens im Auge behalten“, mahnt Söllner. Wem dazu die Zeit oder das Wissen fehlt, für den gibt es eine einfache Lösung: Aktienfonds, die speziell auf dividendenreiche Aktien setzen. Zu nennen wären hierbei der Allianz Equity Dividend, der Stuttgarter Dividendenfonds, der ING Invest Europe High Dividend aber auch der DWS Top Dividende.

Der DWS Deutschland ist indes kein ausgewiesener Dividendenfonds, die Einzelwerte, die er enthält, könnten in jedem Dividendenfonds enthalten sein: BASF, Bayer, Daimler, SAP, Münchner Rück, um nur einige zu nennen. Wer direkt auf solche Titel setzt, sollte sich nicht wundern, wenn am Tag der Dividendenzahlung der Aktienkurs kurzfristig nach unten geht. Das ist völlig normal.

Wer hingegen in einen solchen Fonds investiert, kann das einmalig tun oder mithilfe eines Sparplans regelmäßig. Die Anteile sind bei der DKB statt für fünf Prozent Ausgabeaufschlag zum Nulltarif zu haben, gleiches gilt bei der DAB Bank. Bei 1822 direkt gibt es für den DWS Deutschland einen Rabatt von 60 Prozent, bei der Consorsbank gibt es wie bei Comdirect 50 Prozent Nachlass. Bei der DAB Bank gibt es zudem ein besonders interessantes Extra: Alle sparplanfähigen Comstage ETFs der Commerzbank AG und die db x-trackers ETFs der Deutschen Bank gibt es zum Nulltarif.

Wie wichtig die Aktie als Geldanlage ist, erklärt Matthias Bayer, Leiter Wertpapier der ING-Diba. In jedem Fall aber sollten Sie an den Notgroschen denken; die Faustregel: Drei Nettomonatsgehälter gehören auf ein gut verzinstes Tagesgeld-Konto.

Mein Tipp:Wer unsicher ist, welcher Fonds für ihn der passende ist, kann sich auf den Fonds-Seiten von Biallo.de einen guten Überblick verschaffen.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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