Festgeld und Sparbriefe Die Zinsen steigen wieder

Festgeld und Sparbriefe Die Zinsen steigen wieder

Max Geißler
von Max Geißler
15.06.2015
Auf einen Blick

Nach Jahren der Dürre kündigen sich bessere Zeiten für Zinssparer an. Vor allem Sparbriefe legen jetzt auf breiter Front zu.

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Die Zinswende kommt ins Rollen. Bereits sechs Banken hoben laut Biallo-Zinsticker diese Woche ihre Zinsen für Sparbriefe an, letzte Woche waren es mit zwei Sparkassen und einer Genossenschaftsbank drei Geldhäuser. Die jüngsten Verbesserungen zeigen Wirkung beim Biallo-Zinsindex für Sparbriefe. Konnte bereits im Mai die Zinstalfahrt für Sparbriefe mit mittlerer bis langer Laufzeit gestoppt werden, so beginnen die Zinskurven bei langen Laufzeiten jetzt anzusteigen.

Welche Sparbrief-Laufzeiten profitieren?

Von den jüngsten Zinsverbesserungen sind vor allem längere Laufzeiten betroffen. So erhöhte zum Beispiel die Sparda Bank Ostbayern die Konditionen für Sparbriefe von fünf- bis achtjähriger Laufzeit um ein bis zwei Zehntel, die Sparkassen Köln/Bonn und Vorderpfalz legten bis zu drei Zehntel drauf.

Die verbesserten Renditen werden Kunden dieser Banken ganz sicher freuen, zu den Topzinsangeboten gehören diese Sparbriefe deswegen aber nicht. Während Sparkassen und Genossenschaftsbanken kaum mehr als ein halbes Prozent Zinsen zahlen, spendieren private Geldinstitute und ausländische Banken deutliche höhere Gutschriften. Fünfjährige Termingelder verzinsen sich zum Beispiel bei der tschechischen J&T Bank aktuell mit 2,4 Prozent, bei der VTB Bank mit 2,1 Prozent und bei der Deniz Bank mit 1,95 Prozent. Wer 10.000 Euro anlegt, der kassiert bei der J&T Bank immerhin 1.259 Euro Zinsen.
 

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
551,03
1,35%
2.
 530,23
1,30%
3.
 467,99
1,15%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 4 Jahre

Festgeld kommt langsamer in Schwung

Ebenfalls nach oben – wenn auch langsamer – zeigen die Zinskurven beim Festgeld. Die Zahl der Zinsanhebungen fällt insgesamt spärlicher aus als bei Sparbriefen. Ein aktiver Anbieter ist die Debeka, die ihre langjährigen Festgelder zuletzt mehrfach in kleinen Schritten anhob. Derzeit zahlt die Bausparkasse für achtjähriges Festgeld 0,9 Prozent Zinsen, für zehnjähriges 1,15 Prozent. Auch die Deutsche Industriebank (IKB) verbesserte ihre Festgeld-Konditionen. Hier finden Sparer bereits attraktive Angebote ab zwei Jahren Laufzeit mit 1,0 Prozent Zinsen, für fünfjähriges Festgeld schreibt die IKB aktuell 1,5 Prozent Zinsen gut. Für Sparer mit Vorliebe für deutsche Einlagensicherung überzeugt im Bereich zweijähriger Laufzeit das topverzinste Festgeld der SWK Bank mit 1,1 Prozent Zinsen, bei fünfjähriger Laufzeit zahlen Ziraat Bank und pbb direkt mit 1,9 bzw. 1,75 Prozent Topzinsen.

Kurze Laufzeit bei Festgeld bevorzugen

Da die Zinsspirale gerade erst in Fahrt kommt, sind lange Laufzeiten bei Festgeld und Sparbriefen zurzeit nicht empfehlenswert. Denn bei weiter steigenden Zinsen verharren die Konditionen der bereits abgeschlossenen Termingelder auf der Stelle. Wer sich dann für fünf oder sechs Jahre gebunden hat, muss Renditeeinbußen akzeptieren, denn Festgeld oder Sparbriefe sind nicht vorzeitig kündbar. Besser ist es, sein Geld nur kurzfristig anzulegen. Dann besteht die Möglichkeit, zeitnah in besser verzinste Papiere zu wechseln. Auch im Bereich sechsmonatiger bzw. zwölfmonatiger Festgelder gab es jüngst Zinsverbesserungen, etwa bei Debeka, Klarna Bank und ABC Bank. Topanbieter für sechsmonatiges Festgeld ist derzeit Moneyou mit 1,15 Prozent Zinsen; bei zwölfmonatigem Festgeld hat das portugiesische Kreditinstitut Novo Banco mit 2,0 Prozent die Nase vorn.
 

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
100,00
1,00%
2.
90,00
0,90%
3.
85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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