Mehr Rendite dank Fondsmanager?

Fondssparpläne Mehr Rendite dank Fondsmanager?

Max Geißler
von Max Geißler
07.10.2016
Auf einen Blick

Angesichts der Zinsdürre suchen Anleger nach Spar-Alternativen. Fondssparpläne sind flexibel, preiswert und renditestark. Doch welche Fondsgattung verspricht Erfolg?

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Fondssparpläne sind eine echte Alternative gegen Nullzinsen auf der Bank. Wer Monat für Monat Fondsanteile kauft, kann sich ein kleines Vermögen aufbauen. Die besten Erträge erzielen Aktienfonds. „Trotz starker Schwankungen erwirtschaften Aktien langfristig attraktive Renditen“, betont Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank. Auswertungen des Fondsverbandes BVI zeigen, dass Sparpläne mit deutschen Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren knapp fünf Prozent Rendite erzielten. Sparer, die über 30 Jahre einzahlten, durften sich sogar über mehr als sechs Prozent Rendite freuen. Wohlbemerkt netto, denn die Ergebnisse des BVI beinhalten bereits sämtliche Fondskosten und Kaufgebühren.

Klassische Fonds oder ETFs?

Anleger haben die Wahl zwischen von Spezialisten gemanagten Investmentfonds und computergesteuerten Indexfonds. Die sogenannten ETFs bilden Börsenindizes wie den Dax automatisch nach. Welche Form mehr Erfolg verspricht, ist nicht eindeutig. Das Ergebnis hängt vom jeweiligen Fonds ab. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit höher, mit ETFs besser abzuschneiden als mit klassischen Fonds, weil viele Fondsmanager es nicht schaffen, den Index zu schlagen. Es gibt jedoch Topfonds, die ihrem Vergleichsindex davonlaufen. Während beispielsweise der Comstage Dax ETF ein Fünfjahresplus von 89 Prozent aufweist, legten die aktiv gesteuerten Fonds DWS Deutschland und Mainfirst Germany Fund A zeitgleich um 125 bzw. 167 Prozent zu. Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in anderen Fondskategorien.

Gebühren und Kosten

ETFs punkten mit sehr geringen laufenden Gebühren. Während klassische Aktienfonds bis zu zwei Prozent pro Jahr erheben, berechnen Indexfonds nur wenige Zehntel. Gleiches Bild bei den Erwerbskosten: ETFs verursachen 1,5 bis 2,5 Prozent Kaufgebühren, Aktienfonds bis zu fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Die geringen Kosten überzeugen Sparer: „Bei der DAB Bank investieren inzwischen zwei Drittel der Anleger in ETF-Sparpläne, knapp ein Drittel entscheidet sich für klassische Fonds“, berichtet Banksprecher Jürgen Eikenbusch. Tipp: Auch klassische Fondssparpläne gibt es mit bis zu 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, so etwa bei Consorsbank, ING-Diba und S-Broker.

Ein Fonds genügt nicht

Fonds streuen das Anlagerisiko, indem sie in eine Vielzahl von Aktien investieren. Allerdings stammen diese meist aus einer Region oder Branche. So investieren beispielsweise Deutschlandfonds in deutsche Aktien, Rohstofffonds in Rohstoffaktien. Bricht die Wirtschaft in diesem Segment ein, erleiden alle Aktien Verluste. „Anleger sollten unterschiedliche Regionen und Branchen kombinieren, damit sich die Fondserträge unabhängig voneinander entwickeln“, rät deshalb Finanzexperte Rüdiger Sälzle von Fonds-consult. Möglich ist zum Beispiel ein Mix aus globalen Aktienfonds, Immobilienfonds und Mischfonds.

Keine Maximalbeträge

Sparer sollten sich nicht überfordern. „Sinnvoll ist es, regelmäßig eine kleinere Summe als eigentlich verfügbar wegzulegen“, rät BVI-Geschäftsführer Thomas Richter. So schlage der Sparplan nicht ins Kontor und die Sparlaune bleibe erhalten. Nach einer Gehaltserhöhung könne man den Betrag aufstocken. Wichtig ist, regelmäßig gleichhohe Beträge anzulegen, denn so entsteht ein günstiger Durchschnittspreis. Bei gleicher Sparrate kauft man bei hohen Börsenkursen automatisch weniger Fondsanteile, weil ein Anteil viel kostet; bei niedrigen Kursen erhält man dagegen viele Anteile, da ein Anteil wenig kostet.

Biallo-Tipp: Prüfen Sie jährlich die Depotzusammensetzung. Hat ein Fonds stark zugelegt, ein anderer jedoch verloren, sollte man die Sparbeträge so verändern, dass sich die Fondsgewichte dem gewünschten Verhältnis wieder annähern.

Möchten Sie mehr wissen? In unserem sechsseitigen Dossier erfahren Sie mehr zum Thema Fondssparpläne.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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