Staat fordert Geld von Fonds-Anlegern

Steuer Staat fordert Geld von Fonds-Anlegern

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
05.10.2016
Auf einen Blick

Ab 2018 wird es für viele Verbraucher, die Fondsbestände haben, teurer. Im Juristendeutsch ist von der Reform der Investmentbesteuerung die Rede. Das kommt auf Sie zu:

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Noch läuft es für Fonds-Besitzer so ab: Das Finanzamt fordert 25 Prozent der Erträge als Kapitalertragssteuer ein. Die Besteuerung ist also noch bis Ende 2017 lediglich auf dieser Ebene. Ab 2018 wird jedoch bereits der Fonds an sich besteuert. Was heißt das? Das Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung sieht vor, dass alle in Deutschland aufgelegten Fonds an sich bereits ihre Erträge versteuern müssen. Bei Aktienfonds werden in Zukunft Dividenden mit 15 Prozent besteuert, bei Immobilienfonds werden Mieten und Pachten, aber auch Veräußerungsgewinne aus Immobiliengeschäften mit 15 Prozent belastet. Gleiches gilt übrigens auch für die fondsgebundene Renten- und Lebensversicherung.Und auch ausländische Fonds sind betroffen. Wie ein Sprecher des deutschen Fondsverbands BVI erläutert, wird mit der neuen Systematik die steuerliche Belastung auf der Fondsebene von deutschen Fonds mit der von ausländischen Fonds und deren Einkünften aus Deutschland gleichgestellt.

Was bringt im Gegenzug die Teilfreistellung?

Anleger sollen gleichzeitig an anderer Stelle entlastet werden. Der Gesetzgeber sieht als Ausgleich für die auf Fondseingangsseite vorgesehene Steuerbelastung bei inländischen Dividenden und Immobilienerträgen eine (pauschale) Teilfreistellung vor. Der Umfang dieser Steuerbefreiung hängt jedoch von der Anlagegattung ab. Bei aktienlastigen Fonds sind 20 Prozent der Erträge steuerfrei, beim Immobilienfonds sind 40 Prozent steuerbefreit (60 Prozent bei ausländischen Immobilien). Experten, etwa von Stiftung Warentest oder dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sehen insgesamt dennoch steuerliche Nachteile für Verbraucher. Der GDV erklärt hierzu in einer Stellungnahme: „Die angedachte pauschale Entlastung im Rahmen des Teilfreistellungsverfahrens reicht sowohl hinsichtlich der Höhe als auch hinsichtlich des Anwendungsbereichs nicht aus, um die Vorbelastung auf Ebene des Fonds auszugleichen. Als Folge der pauschalen Freistellung ergeben sich je nach Zusammensetzung der Erträge unterschiedliche Belastungswirkungen im Vergleich zur Direktanlage, die allerdings in der überwiegenden Zahl der Fälle zu Mehrbelastungen führen wird.“

Kleinsparer trifft es besonders hart

Mit besonders negativen Folgen haben laut Stiftung Warentest Klein- und Kleinstsparer zu rechnen. Wer demzufolge den Sparerpauschbetrag von 801 Euro nicht ausschöpft, muss ab 2018 wie alle anderen auch geringere Erträge hinnehmen, gleichzeitig kann dieser Sparer sich aber nichts vom Finanzamt zurückholen.

Fein raus ist jedoch, wer seinen Fonds vor 2009 angeschafft hat und diesen noch 2016 oder 2017 verkauft. In solchen Fällen fordert der Fiskus nichts ein. Ab 2018 können Steuern anfallen, der Freibträg fällt mit 100.000 Euro jedoch großzügig aus.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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