Trump, Wahlsieg, Finanzpresse

Finanzexperten zur Wahl in Amerika Unsicherheit ist Trump

Max Geißler
von Max Geißler
09.11.2016
Auf einen Blick

Donald Trump ist Wahlsieger. Das löst Hektik an den Börsen und Skepsis bei vielen Anlegern aus. Was erwarten Ökonomen und Analysten für die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte?

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Der neue US-Präsident macht den Dax schwindlig, die Kurse spielen Achterbahn. Viele Anleger sind verunsichert. Wie geht es weiter in Amerika? Machen Aktien und Aktienfonds jetzt noch Sinn? Biallo.de hat Stimmen und Meinungen von Finanzexperten einfangen:

Die Deutschen Bank rät Anlegern in Deckung zu bleiben. „Die Unberechenbarkeit Trumps und seine politische Unerfahrenheit sind Grund genug, die kommenden Monate vorsichtiger zu agieren“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chef-Anlagestratege der Deutschen Asset Management. „Würde er nur die Hälfte seiner markigen Versprechungen einlösen, dürfte dies für viel Unruhe sorgen.“ Kreuzkamp rät Anlegern nicht die Nerven zu verlieren.

Trump habe im Wahlkampf immer wieder überrascht, so vielleicht auch diesmal. „Unsere Hoffnungen beruhen auf dem Pragmatismus, der Adaptionsfähigkeit und der geringen politischen Festlegung Trumps.“ Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass er die Politveteranen im Kongress ein weitgehend klassisch republikanisch geprägtes Wahlprogramm durchziehen lässt.

Nimmt man Trump beim Wort, so plant er deutlich niedrigere Steuern und höhere Staatsausgaben. Das liefe auf ein stattliches Konjunkturprogramm hinaus, war kurzfristig zu höherem Wachstum führt. Allerdings werde dann auch die Inflation steigen und die Zinssätze.

Die Fondsgesellschaft Fidelity rechnet kurzfristig mit hohen Schwankungen an den Aktienmärkten und mit negativen Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und den US-Dollar. Die von Trump geforderte protektionistische Außen- und Wirtschaftspolitik werde das US-Wachstum bremsen. „Das unberechenbare Verhalten, das Trump im Wahlkampf gezeigt hat, und seine unorthodoxen Vorstellungen werden an den Börsen nicht sehr gut ankommen“, fasst Dierk Brandenburg, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity, seine Einschätzung zusammen.

Fondsmanager-Kollege Angel Agudo, glaubt dagegen nicht, dass der Wahlausgang die Märkte langfristig beeinflusst. „Studien belegen, dass die Performance der US-Börse nur begrenzt davon beeinflusst wird, wer eine Präsidentschaftswahl gewinnt.“ Schließlich herrsche Gewaltenteilung in den USA und jedes Bundesgesetz müsse vor dem Inkrafttreten vom amerikanischen Kongress verabschiedet werden.

Die Allianz befürchtet ebenfalls mehr Unsicherheit für die Kapitalmärkte und die Wirtschaft. „Die Märkte mögen zwar einige der Trump`schen Ideen attraktiv finden, doch das Bedürfnis nach Zuverlässigkeit wird es mit ihm kaum geben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Trumps Rhetorik sei eine Bedrohung für das Wirtschaftswachstum in den USA und weltweit. Die Allianz erwartet sinkende Risikobereitschaft an den US-Märkten und eine zunehmende Volatilität. Krankenhausaktien könnten vollständig einbrechen während die Nachfrage nach Gold und amerikanischen Staatsanleihen zunehmen werde. Positiv für Europa: Hiesige Aktien könnten im Vergleich zu den USA zu einem Bollwerk der Stabilität werden.

Das Bankhaus Ellwanger und Geiger sieht die westliche Welt und die Finanzmärkte großer Unsicherheit ausgesetzt. Tendenzen des Protektionismus, die sich in der Weltwirtschaft bereits bemerkbar gemacht hätten, dürften sich nun verstärken.

Allerdings finden die Banker auch Positives: Durch die republikanische Mehrheit in beiden Kongress-Häusern sei eine Blockadepolitik eher unwahrscheinlich. Dadurch könnten neue Gesetze zügig verabschiedet werden. Inwieweit allerdings populistische, gegen das „Establishment“ auftretende Bewegungen nun auch in Europa Auftrieb bekommen, müsse abgewartet werden.

Erste Hinweise darauf werde das Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember liefern. Die Finanzexperten sind insbesondere für Aktionäre verhalten positiv gestimmt. Ihrer Einschätzung nach könnten größere Kursverwerfungen langfristig gute Kaufgelegenheiten darstellen.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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