Geldanlage: Wie sich die Zinsen entwickeln

Geldanlage: Blick in die Zukunft Wie sich die Zinsen entwickeln

von Peter Rensch
17.10.2016
Auf einen Blick

Strafzinsen oder Zinsanstieg? Inflationsgefahr oder Deflation? Wertpapier-Boom oder Börsenflaute? Was Sie als Anleger beachten sollten.

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Banken zahlen Sparern kaum noch Zinsen, einige berechnen gar Negativzinsen. Das Thema Deflation machte die Runde und die EZB flutet im Zuge ihres Quantitative-Easing Programms (QE) die Märkte, indem sie monatlich Staats- und Unternehmensanleihen in Höhe von 80 Milliarden Euro kaufen kann. Als Anleger sollten Sie informiert sein, wie sich die Zinsen entwickeln und wann eventuell ein Zinshoch ansteht. Beobachten Sie zudem, ob eine Inflationsgefahr besteht und wie die Börsen mittelfristig auf das wirtschaftliche Umfeld reagieren. Konjunkturprognosen abzugeben ist zwar immer ambivalent, weil Stimmungen unerwartet umschlagen können und die Entwicklungen von unzähligen Parametern abhängig sind. Jedoch gibt es Tendenzen, die Ihnen bei der Wahl Ihrer Anlagestrategie helfen können.

Rechnen Sie kurz- und mittelfristig nicht mit steigenden Zinsen

Die EZB hat bereits angekündigt, dass es bis zum Ende ihres Anleihekaufprogramms im Jahre 2019 keine eklatante Veränderung des Zinsniveaus geben wird. Wenn überhaupt, dann eine Absenkung. Für Sie als Anleger bedeutet dies, dass Sie bis zu diesem Zeitraum für klassische Sparformen mit Nullzinsen und zunehmenden Negativzinsen rechnen müssen. Was den Vermögenserhalt unmöglich macht.

Dazu Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank: „Die niedrigen Zinsen sind die Antwort der Notenbanken auf die immer noch nicht abgearbeitete Finanzkrise, die im Jahr 2008 aufgrund zu hoher Verschuldung bei Staaten, Haushalten und Unternehmen ausgebrochen war. Der Abbau dieser zu hohen Schuldenlasten wird noch viele Jahre andauern. So lange bleiben die Zinsen extrem niedrig.“ Soweit die makro-ökonomische Einschätzung des Experten.

Demnach müssen Sie sich als Anleger zumindest mittelfristig auf eine Niedrigzinsphase einstellen. Damit bei Ihnen kein nachhaltiger Vermögensabbau droht, besteht unter Umständen Handlungsbedarf.

„Mit den herkömmlichen, bequemen Sparkonten wird die Kaufkraft in den kommenden Jahren geschmälert. Anleger sollten daher über Wertpapiere nachdenken. Diese können über längere Zeiträume am ehesten positive Renditen erwirtschaften. Das sollte man allerdings zusammen mit einem Fachmann oder einer Fachfrau planen“, empfiehlt Ulrich Kater.

Biallo-Tipp: Vermögenswerte, die Sie nicht kurzfristig benötigen, sollten nicht auf Sparkonten liegen. Um in Notfällen liquide Mittel zur Verfügung zu haben, empfiehlt es sich, einen Betrag in Höhe Ihres dreifachen Monatsbudgets auf Tagesgeldkonten anzulegen. Damit bleiben Sie liquide, können aber keinen Wertzuwachs erzielen. Planen Sie größere Anschaffungen, legen Sie die benötigte Summe ebenfalls kurzfristig an.

Vorsicht: Sparguthaben auf Sparbüchern müssen vor der Verfügung rechtzeitig gekündigt werden, sonst drohen Verzugszinsen. Tagesgeld ist hingegen jederzeit komplett verfügbar.
Nicht kurzfristig benötigtes Kapital sollten Sie umschichten.


Aktien sind für Sie eine rentable Alternative

Aktien versprechen langfristig akzeptable Renditen. Einen Teil des Vermögens lohnt sich daher, in Wertpapiere zu investieren. Aber nur Geld, auf das Sie nicht kurzfristig angewiesen sind. Doch wie entwickeln sich die Börsen in Zukunft? Bleiben Aktien volatil und ist der Kauf von Anleihen ratsam?

Dazu der Experte der Deka Bank: „Bei Anleihen könnte es ein oder zwei nicht so erfreuliche Jahre geben, in denen unter dem Strich nicht allzu viel herauskommt. Danach dürften Anleihen aber wieder ein wichtiges Instrument sein, um der Kaufkraftvernichtung auf den Sparkonten entgegen zu treten.“

Das sind Aktien allemal, allerdings nur über Zeiträume ab zehn bis zwanzig Jahren. Passen Aktien in den eigenen Vermögensplan, ist es ratsam, in kleineren Portionen zuzugreifen.
Wichtig ist: Immer dann Positionen aufbauen, wenn die Börsen Schwäche zeigen und die Kurse niedrig sind.


Inflation wird ansteigen

Das Finanz-Gespenst Deflation geistert zwar immer noch durch die deutsche Wirtschaft, aber in diesem Jahr dürfte die Gefahr endgültig gebannt sein und die Inflationsrate wieder steigen. Der Deka Bank-Experte glaubt, dass eine Inflation von zwei bis drei Prozent den Notenbanken nicht ungelegen kommt, weil damit die Entschuldung von Staaten und privaten Haushalten schneller vonstatten gehen würde. Nachteil dieser Entwicklung: Eine höhere Inflation schmälert bei Nullzinsen das Vermögen der Sparer.

Fazit: Wer sich die nächsten Jahre auf die traditionellen Anlageformen fokussiert, kann nur mit geringen Wertzuwachsen rechnen. Aktien, die möglichst nach Beratung einer Fachfrau oder Fachmanns gekauft werden sollten, erhöhen die Chancen auf bessere Renditen. Da sie jedoch Kurschwankungen unterliegen, ist hier das Verlustrisiko höher. Deshalb nur in Aktien investieren, wenn Sie das Kapital nicht kurzfristig benötigen und Sie genügend Zeit haben, um auf steigende Kurse warten zu können.

Biallo-Lesetipp:

Ein Investmentfonds ist kein Sammelsurium von Wertpapieren. Vielmehr unterliegt die Zusammensetzung von Fonds klaren Regeln. Diese sollten Anleger kennen. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Beitrag: "Fonds ABC Wie funktioniert ein Investmentfonds?".

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
100,00
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90,00
0,90%
3.
85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Peter Rensch
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