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20.06.2013 14:26

De-Mail für Bankkunden Acht Antworten zur De-Mail

von Brigitte Watermann Autor
Seit Herbst 2012 bietet die Targobank in Deutschland ihren Kunden an, mit ihr auch über die rechtsverbindliche De-Mail in Kontakt zu treten. Andere Banken sind noch immer zurückhaltend.
De-Mail für Bankkunden Sieben Antworten zur De-Mail Verbraucherportal Biallo.de
De-Mail statt E-Mail - rechtsicher und rechtsverbindlich
Sicher und bequem soll sie sein, Porto und Papier sparen helfen – die De-Mail. Seit Ende August können die Kunden der Targobank auch per De-Mail mit ihrer Bank kommunizieren. "Wir haben bis heute einige Tausend Geschäftsvorfälle mit De-Mail bearbeitet", sagt Simon Blume, De-Mail-Projektleiter der Targobank. Auch der Versicherer Allianz setzt De-Mail bereits ein. Dagegen ist bei gut einem Dutzend anderen von biallo.de befragten Banken die Nutzung von De-Mail derzeit noch gar kein Thema. Viele der befragten Banken verweisen darauf, dass ihre Kunden mit über Tan gesicherten Nachrichten bzw. über die elektronische Postbox mit ihrer Bank kommunizieren können und daher gar kein unmittelbarer Bedarf für De-Mails bestehe.
 

Was ist De-Mail eigentlich?

De-Mail gilt laut dem De-Mail-Gesetz von 2011 als rechtsichere und rechtsverbindliche E-Mail. "Während die E-Mail der elektronische Zwilling der Postkarte ist, ist die De-Mail der elektronische Zwilling für den Brief", erläutert Andreas Drechsler, Vorstand von Francotyp-Postalia, dessen Tochter Mentana Claimsoft der erste zertifizierte De-Mail Provider ist. Doch aufgepasst: Die De-Mail kann aber nur innerhalb Deutschlands eingesetzt werden, weil sie gewollt nicht mit herkömmlichen internationalen E-Mail-Formaten kompatibel ist. Vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) genehmigte Provider dürfen das Verfahren anbieten. De-Mail ermöglicht ein gesichertes Versenden von E-Mails über einen webbrowserbasierten Zugang.
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Warum kann De-Mail für Bankkunden interessant sein?

Bis dato ist es nicht möglich, mit Hilfe von als manipulationsanfällig geltenden herkömmlichen E-Mails etwa eine Namens- oder eine Adressänderung durchzuführen. "Mit De-Mail lassen sich schon etwa 85 Prozent der Kundenbedürfnisse abdecken“, erläutert Simon Blume von der Targobank. Allerdings erfüllte das De-Mail-Gesetz noch nicht das Schriftformerfordernis für bestimmte Anlässe. Mit dem Anfang Juni verabschiedeten E-Government-Gesetz wird sich das allerdings ändern.
 

Was ändert sich durch das E-Government-Gesetz?

Es erweitert unter anderem die Einsatzmöglichkeiten für De-Mail, für Banken ändert sich laut Blume allerdings nichts. Das Gesetz sieht etwa vor, dass zumindest schon einmal jede Bundesbehörde entweder De-Mail oder ein anderes sicheres Verfahren einsetzen muss; Landes- und Kommunale Behörden sind nun zumindest verpflichtet, ab Sommer 2014 Dokumente elektronisch entgegenzunehmen. Auch viele andere Vorgänge, die bisher dem Schriftformerfordernis unterlagen, können nun digital abgewickelt werden. Als Beispiele nennte Frankotyp Postalia etwa schriftliche Kündigungen, Versicherungsabschlüsse und die Unterschrift unter den Mietvertrag.

Wie kann man den Dienst nutzen?

Privatleute, die De-Mail nutzen möchten, müssen sich bei einem Diensteanbieter eine De-Mail-Adresse besorgen. Die Telekom sowie 1&1 mit seinen Diensten Web.de und GMX sind aktiv, Mentana-Claimsoft richtet sich vor allem an Business-Kunden wie die Deutsche Rentenversicherung. Bei der Telekom etwa haben die Mailadressen das Format vorname.nachname@t-online.de-mail.de. Der Diensteanbieter ist verpflichtet, den Nutzer eindeutig anhand seines Ausweises zu identifzieren. Dies geschieht etwa in einem Telekom-Shop oder einer Hermes-Filiale, aber auch elektronisch mit Hilfe der eID-Funktion des neuen elektronischen Personalausweises. Nutzer bekommen dann ihre Zugangsdaten und können loslegen.
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Was kostet die De-Mail?

Das E-Postfach in der Basisversion ist bei den genannten Anbietern für Privatkunden kostenlos, der Versand der Mails allerdings nicht unbedingt. Bei der Telekom sind drei De-Mails pro Monat umsonst, weitere kosten sie 39 Cent. Bei GMX und Web.de sind zehn De-Mails pro Monat kostenlos, danach werden ebenfalls 39 Cent fällig. Besondere Versandoptionen wie etwa Einschreiben kosten extra.

 

Worauf lasse ich mich als Verbraucher ein?

Die Nutzung von De-Mail bringt Pflichten und Rechtsfolgen mit sich: "Natürlich muss ich meinen digitalen Briefkasten genauso leeren wie meinen herkömmlichen Briefkasten“, sagt Axel Janhoff, Geschäftsführer des De-Mail-Providers Mentana-Claimsoft.

Die Anmeldung gilt per Gesetz als sicher – und daher auch, dass der Nutzer selbst von seinem Konto aus gehandelt hat. „Rechtsfolgen, wie ein Vertragsschluss, der Eintritt des Zahlungsverzugs nach Zugang einer Rechnung oder Mahnung, der Beginn oder Ablauf von Fristen, können somit durch die Versendung oder den Zugang von De-Mails und die Nutzung des Postfach- und Versanddienstes eintreten“, heißt es in den AGB des Diensteanbieters. Die Nutzung von De-Mail ermögliche auch die nachweisbare amtliche Zustellung elektronischer Dokumente beim Nutzer. „Jeder, der De-Mail nutzt, sollte sich über die Rechtswirkungen genauestens im Klaren sein, wenn er einen solchen digitalen Briefkasten anschraubt“, so der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Wolfgang Hackenberg.
 

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Manche IT-Experten hegen Sicherheitsbedenken bei der De-Mail: „Die Sicherheit von De-Mail-Postfächern ist eine Fiktion. Wir wissen, dass die Absicherung über Passwort und Benutzername nicht ausreicht für ein höchstmögliches Maß an Sicherheit“, so Anwalt Hackenberg. „De-Mail ist zwar eine Steigerung der Sicherheit gegenüber einer herkömmlichen Mail. Aber der notwendige Aufwand es zu knacken bzw. zu missbrauchen, ist nicht sonderlich hoch. Die größte Gefahr liegt darin, dass gezielt Identitäten gestohlen oder manipuliert werden könnten und dem Opfer in der Regel die Möglichkeit fehlt, seine Unschuld zu beweisen“, sagt Gunnar Porada, Geschäftsführer von Innosec, einem Beratungsunternehmen für IT-Sicherheit. Besondere Kritik etwa des Chaos Computer Clubs, der Gesellschaft für Informatik und des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar entzündet sich vor allem daran, dass bei De-Mail eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwar möglich, aber nicht zwingend erforderlich ist. Den Bürgern werde eine falsche Sicherheit vorgekaukelt.

 

Kann jemand die De-Mail mitlesen?

„Laut De-Mail-Gesetz dürfen Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste den De-Mail-Verkehr ohne richterliche Erlaubnis einsehen, das ist nicht in Ordnung!“, so Anwalt Hackenberg. „Ob das Briefgeheimnis eingehalten wird oder nicht, kann der Benutzer technisch nicht mehr überprüfen“, sagt Porada.

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
17.12.2012 - von Wolfgang Hackenberg
@ Sven Rimbach
Es liegt auch diesmal kein Irrtum vor. Dass eine Verschlüsselung eingesetzt wird und damit ein Life-Scan während der Übertragung nicht sinnvoll ist, ist ja unbestritten. Die Kritik richtet sich aber gerade an den Aspekt, dass keine- End-to-End-Verschlüsselung eingesetzt wird, sondern ausgerechnet dort, wo man am leichtesten zugreifen kann, nämlich beim Provider, die Verschlüsselung geöffnet wird. Dass eine richterliche Überwachung nur mit richterlicher Anordnung möglich ist, ist nun definitiv falsch. Die faktische Möglichkeit besteht zu jeder Zeit. Und auch Sie wissen, dass es bereits veröffentlichte Fälle gibt, in denen nachgewiesen wurde, dass bewusst gegen die gesetzlichen Grundlagen verstoßen wurde. Beste Grüße Dr. Wolfgang Hackenberg
03.12.2012 - von Sven Rimbach
E-Mail ist nicht De-Mail
@ w. Hackenberg: Leider irren Sie erneut. Ja, E-Mail können - wenn sie unverschlüsselt übertragen werden gescannt werden. De-Mails werden aber zwischen Kunde und Provider mind. per TLS und zwischen den Providern zusätzlich S/MIME verschlüsselt Übertragen. Damit kann keine Sicherheitsbehörde scannen. Und eine gezielte Überwachung ist, das wissen Sie besser als ich, nur nach richterlicher Anordnung möglich.
30.11.2012 - von Wolfgang Hackenberg
@ Sven Rimbach
Es ist natürlich richtig, dass eine E-Mail nicht vom Briefgeheimnis geschützt wird. Wenn aber selbst der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik die DE-Mail mit dem Slogan "De-Mail – So einfach wie E-Mail, so sicher wie Papierpost" bewirbt, dann muss es auch gestattet sein, dass ein Bürger (nämlich Gunnar Porada) in einem aufklärenden Artikel den Begriff des "Briefgeheimnisses" verwendet. Während beim normalen Brief kein Geheimdienst auf die Idee käme nachzuverfolgen, wer wem wann einen Brief schreibt und wann dieser Brief wem zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort übergeben wurde, und er hierzu auch gar nicht die technischen Möglichkeiten hätte, wird genau das bei DE-Mail ermöglicht. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Volkszählungsurteil von 1983 schon ausgeführt, dass es das Grundrecht jedes Einzelnen ist, zu bestimmen, wer, was, wann und bei welcher Gelegenheit über einen weiß. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit setze unter den modernen Bedingungen der Datenverarbeitung den Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten voraus. Und das hat das Gericht dem Staat ins Handbuch geschrieben. Eben jenem Staat, der jetzt seinen Geheimdiensten die Erhebung, Speicherung, und Verwendung von Kommunikationsdaten in einem Bereich - nämlich dem Versand von Poststücken - ermöglicht, den er vorher gar nicht technisch steuern konnte. Insoweit unterscheidet sich die DE-Mail gerade nicht von den ganz gewöhnlichen E-Mails, die man bisher verschickt und erhält. Und genau das wird dem Bürger verschwiegen. Stattdessen wird ihm Sicherheit und Harmlosigkeit suggeriert, wo sie jedenfalls nicht in dieser absoluten Form vorhanden ist. Das DE-Mail Gesetz verweist in § 3 Abs. 8 wegen der Herausgabeverpflichtung von Daten auf die Geltung "anderer Rechtsvorschriften". Damit wird aktiv im Gesetz geregelt, dass neben § 113 TKG auch das Bundesverfassungsschutzgesetz gilt. Dort geht es zwar in der Tat nur darum, den E-Mail-Verkehr als solchen zu überwachen. Bei 37 Millionen E-Mails, die nach offiziellen Angaben des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGR) des Bundestages alleine im Jahr 2010 durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundesnachrichtendienst und dem Militärischen Abschirmdienst "kontrolliert" wurden, erscheint eine im Hinblick auf den bewusst gezogenen Vergleich mit dem Briefverkehr getroffene Unterscheidung zwischen "Kontrolle" und "konkreter inhaltlicher Überwachung" mehr als spitzfindig, zumal die Überwachung mit Scannern erfolgt, die auch den Body der E-Mail, also auch den Textinhalt (vergleichbar mit dem eigentlich Brief) überprüft. Diesen Unterschied verstehen wohl nur Juristen, die sich in diesem Bereich auskennen. Es geht also auch darum, was das DE-Gesetz nicht regelt. Dazu gehört auch das fehlende Bekenntnis, keine Vorratsdatenspeicherung zu betreiben. Wenn alles ganz harmlos ist, warum erklärt man das dem Bürger nicht offen?
29.11.2012 - von Sven Rimbach
Überwachung nur mit richterlicher Anordnung
Der letzte Absatz ist so nicht korrekt. Zum einen hat De-Mail nichts mit dem "Briefgeheimnis" zu tun. Es gilt das "Fernmeldegeheimnis". Beide sind laut Artikel 10GG geschützt. De-Mail unterliegt damit dem Telekommunikationsgesetz. Dort werden die Voraussetzungen für eine Überwachung klar definiert. Leider werden in der Diskussion immer die Überwachung (nur auf Anordnung) sowie die Herausgabe der Kundendaten (dies können Sicherheitsbehörden ohne richterliche Anordnung verlangen) verwechselt. Das De-Mail Gesetz selber sagt nichts über Überwachungsmaßnahmen, hier irrt Anwalt Hackenberg. Diese sind ausschließlich im TKG definiert.
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