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24.08.2016 09:47

Britische Immobilienfonds unter Druck Gefährdet der Brexit deutsche Fonds?

von Max Geißler Autor
Nach dem Brexit-Referendum zogen britische Anleger massiv Geld aus Immobilienfonds ab. Zahlreiche Fonds mussten daraufhin schließen. Wie ist die Lage in Deutschland?
Britische Immobilienfonds unter Druck Gefährdet der Brexit deutsche Fonds?
Vor dieser Londoner Immobilie hängt ein "for sale"-Schild - das gilt auch für britische Immobilienfonds nach dem Brexit-Votum.
Da Immobilienfonds nicht schlagartig ein Gutteil ihres Immobilienvermögens versilbern können, werden die Barmittel bei Panikverkäufen schnell knapp. Geht den Fonds die Luft aus, machen sie dicht. Folge: Anleger kommen vorerst nicht an ihr Geld, das Kapital liegt damit auf Eis. In der Zwischenzeit versucht die Fondsgesellschaft Immobilien zu verkaufen. Diese Notverkäufe haben meist niedrige Erlöse zur Folge, was wiederum den Fonds abwerten würde und damit Vermögen verloren gehen lässt.

Nun geht auch in Deutschland die Angst um, offene Immobilienfonds könnten in den Brexit-Strudel geraten. Bereits nach der Finanzkrise 2008 mussten viele Immobilienfonds aus Finanznot schließen. Zahlreiche Portfolios wurden komplett aufgelöst, nur wenige wieder geöffnet. Die Abwicklung der Pleitefonds bescherte Anlegern Milliardenverluste. Kein Wunder, dass sich deutsche Anleger Sorgen um ihr Vermögen machen. Schließlich sind deutsche Fonds auch auf der britischen Insel engagiert. Kann der Brexit auch deutsche Immobilienfonds gefährden?

Immobilienfonds kaum vergleichbar

Der deutsche Fondsverband BVI beantwortet diese Frage mit einem klaren „Nein“. Und führt dafür mehrere Gründe ins Feld:


1. Zum einen sei die Investitionsquote relativ gering. Nur etwa acht Milliarden Euro hatten deutsche offene Immobilienfonds Ende März 2016 in Großbritannien investiert. Das entspricht rund elf Prozent des Immobilienvermögens aller dieser Fonds – ein vergleichsweise geringer Anteil.
2. Im Gegensatz zu Deutschland werden die Immobilien in den britischen Fonds mit schwankungsanfälligen Marktwerten bewertet. In den deutschen Immobilienfonds werden die Objekte hingegen mit der konservativen Ertragswertmethode erfasst – das lässt Spielräume für ungünstige Marktlagen.
3. Die Fonds auf der britischen Insel sind überwiegend in britische Gewerbeimmobilien investiert. Daher ist das Fondsvermögen jetzt auch stark von den rückläufigen Immobilienbewertungen betroffen. Deutsche Fonds sind hingegen vorrangig in Deutschland und Europa investiert.
4. Außerdem schützen die strengen Mindesthalte- und Kündigungsfristen deutsche Fonds vor panikartigen Anteilsverkäufen. Anteile, die vor dem 21. Juli 2013 ins Depot gebucht wurden, dürfen nur bis zur Höhe von 30.000 Euro pro Kalender-Halbjahr zurückgegeben werden. Darüber hinaus gehende Beträge müssen Anleger mindestens zwölf Monate vorher bei der Fondsgesellschaft kündigen. Für Fondsanteile, die nach dem Stichtag 21. Juli gekauft wurden, sind die Regeln noch strenger: Sie müssen mindestens 24 Monate im Depot verweilen und eine Kündigung muss generell zwölf Monate vor Verkauf angemeldet werden. Dafür ist der Höchstverkaufsbetrag von 30.000 Euro entfallen.
5. Viele offene Immobilienfonds halten derzeit hohe Kassaquoten. Dadurch können sie auch größere Verkaufswellen gut überstehen und müssen nicht schließen.

Fonds mit zuverlässigen Renditen

Trotz Wertschwankungsrisiken erzielen offene Immobilienfonds relativ konstante Renditen. Topsfonds mit Schwerpunkt Deutschland bzw. Europa erreichen jährlich zwei bis drei Prozent Zuwachs. Beispiele hierfür sind der Grundbesitz Europa von der Deutschen Bank, der UniImmo Deutschland von Union Investment oder der Hausinvest der Commerzbank. Mehr über diese Fonds erfahren Sie im Biallo-Vergleich offene Immobilienfonds Europa.
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