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29.08.2015 16:20

Limits und Stops für Wertpapiere Orderhilfen erhöhen Sicherheit

von Max Geißler Autor
Limits sind Grenzmarken, die verhindern, dass eine Aktie zu teuer gekauft oder zu billig verkauft wird. Limit ist aber nicht gleich Limit. Worin bestehen die Unterschiede?
Limits und Stops für Wertpapiere Orderhilfen erhöhen Sicherheit
Auch an der Börse sollten Anleger nicht ohne Netz unterwegs sein
Aktien, Zertifikate oder Fonds werden mittels Orders an der Börse gehandelt. Das hört sich simpel an, doch die Tücke steckt im Detail. Angenommen, sie möchten Aktien von Bank A kaufen. Der aktuelle Kurs steht bei 20 Euro. Sie geben in die Ordermaske Ihrer Bank den Kauf von 200 Aktien ein und klicken auf "Kaufen". Wenn Sie nun denken, dass die 200 Aktien 4.000 Euro kosten, dann dürften Sie falsch liegen. Die Order wird als sogenannte Market-Order ausgeführt, das heißt die Aktien werden zum aktuell verfügbaren Preis gekauft. Diese Orderform nennt sich zwar „billigst“, ist es aber nicht unbedingt. Da Aktienkurse schwanken, kann der Preis in der Zwischenzeit gestiegen sein. Kostet eine Aktie inzwischen 21 Euro, so zahlen Sie für die Papiere 4.200 Euro – 200 Euro mehr als geplant.

Limits als Preispuffer

Mit einer Limit-Order wäre das nicht passiert. Hätten Sie ein Limit von 20,10 Euro in die Ordermaske eingegeben, wäre die Aktie maximal zu diesem Preis gekauft worden. Liegt der Kurs aktuell darüber, wartet der Computer oder Aktienhändler ab, bis der Preis des Papiers wieder unter die Marke gefallen ist und kauft dann. Allerdings kann es passieren, dass sich die Aktie gerade im Aufwind befindet, dann wird aus dem Kauf so schnell nichts. In diesem Fall sollten Sie das Limit erweitern oder die Order auf "Ultimo" setzen. Bei Ultimo gilt der Kaufauftrag bis Monatsende. Dies verschafft Spielraum für mögliche Kursrückgänge, zu denen die Aktie dann zum anvisierten Preis gekauft werden kann.

Stop-Buy-Order

Ein Spezialfall ist die sogenannte Stop-Buy-Order. Hier wird der Aktienkauf erst ausgelöst, wenn der Kurs des Wertpapiers auf ein vorher festgelegtes Limit steigt. Nach Erreichen der Marke wird die Order dann zum unlimitierten Auftrag, das heißt, der Fonds oder die Aktie wird zu jedem verfügbaren Preis gekauft. Stop-Buy-Orders sind sinnvoll, wenn Sie warten möchten, bis das Wertpapier eine wichtige, charttechnische Marke überschritten hat und damit anzeigt, dass es mit dem Kurs weiter bergauf geht.
Aktiendepot Vergleich

Stops als Grenzmarken für Verkäufe

Umgekehrt funktionieren Limits bei Aktienverkäufen. Mit sogenannten Stops lassen sich größere Kapitalverluste verhindern. Während längerer Abwesenheit, zum Beispiel bei Urlaubs- oder Geschäftsreisen, sichern Aktiensparer ihre Depotgewinne am besten mit einer Stop-Loss-Order ab. Dabei wird für jedes Börsenpapier eine Wertgrenze unterhalb des aktuellen Kurses festgelegt, bei deren Unterschreiten das Papier automatisch verkauft wird. Bei unverhofften, starken Kurseinbrüchen sichert der rasche Verkauf vorhandene Gewinne. Die Stop-Marke sollte sich an der Schwankungsintensität der Aktie orientieren. Als Faustregel gilt: Bei Substanzwerten, die nur gering schwanken, setzt man die Verkaufsschwelle etwa zehn bis 15 Prozent unter dem aktuellen Kurs an, bei stark schwankenden Papieren 20 bis 25 Prozent.

Vermeiden Sie glatte Beträge

Die meisten Anleger setzen Stop-Loss-Orders bei 40, 50 oder 80 Euro an. Dieser Herdentrieb verursacht bei Kurseinbrüchen eine Vielzahl automatischer Verkaufsaufträge und löst regelrechte Kursstürze aus. Da die Aktie oder die Fondsanteile dann unlimitiert verkauft werden, drohen herbe Verluste. Bevorzugen Sie besser Limits mit krummen Zahlen, etwa 40,22 Euro oder 50,34 Euro. Das erhöht die Aussicht auf einen Verkauf zum anvisierten Limit.

Beweglicher Stop sichert mehr Gewinn

Eine Stop-Loss-Order ist ein fixer Verkaufsauftrag. Nachteil: Steigen die Kurse während der Laufzeit des Limits an, werden neu hinzugekommene Gewinne nicht erfasst, es bleibt bei der einmal festgelegten Verkaufsschwelle. Gewinnträchtiger sind sogenannte Trailing-Stops, wie sie etwa Comdirect und ING-Diba anbieten. Dabei wird das gewählte Stop-Loss-Limit automatisch der Wertentwicklung der Aktie angepasst.

Beispiel: Sie kaufen eine Aktie für 50 Euro. Sie möchten den Verlust auf fünf Euro begrenzen, Gewinne jedoch laufen lassen. Sie versehen den Trailing-Stop mit einem anfänglichen Limit von 45 Euro, den Trailing-Abstand legen Sie auf fünf Euro fest. Folge: Fällt die Aktie um fünf Euro auf 45 Euro, greift automatisch die Stop-Loss-Order und das Papier wird verkauft. Steigt das Papier auf 60 Euro, wird die Stop-Loss-Order automatisch auf 55 Euro nachgezogen. Alternativ zur Euro-Angabe ist auch eine prozentuale Abstandsfestlegung möglich.

Tipp: Neben günstigen Einstandspreisen bzw. guten Verkaufskursen unterstützen geringe Order- und Depotpreise die Erfolgsaussichten für Aktien und Fonds. Unser Depotkosten-Vergleich informiert Sie über wichtigen alle Depotkosten und errechnet zugleich die anfallenden Ordergebühren.

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Leserkommentare
30.08.2015 - von Hafner
Order
Wichtig
30.08.2015 - von Till Wollheim
Keine gute Idee stop-loss!
Wer von seiner Aktie überzeugt ist, sollte keinesfalls den Unfug von Stop-Loss machen, denn es ist in Wirklichkeit ein Fix-Loss. Man steht dann wie ein begossener Pudel am Bahnsteig wenn der ICE ohne einen abgefahren ist. Zudem verkauft man ohne Limit! Die Reichen freuen sich, meine Verluste in ihre Gewinne zu verwandeln. Und für wenn Depot- und Tradingentgelte den Gewinn nachhaltig beeinflussen sollte die Finger von der Börse lassen! Till
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