Bankberatung via Internet Geldanlage per Schieberegler

Max Geißler
von Max Geißler
09.01.2015
Auf einen Blick

Viele Banken bieten Onlinetools zur Geldanlage. Die standardisierten Rechenprogramme sind ohne Wertpapierkenntnisse aber nur bedingt empfehlenswert.

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Investmentfinder der Deutschen Bank

Ein neues Onlinetool zur Geldanlage stellte kürzlich die Deutsche Bank vor: Mit dem sogenannten „Investmentfinder“ sollen Sparer schnell und unkompliziert das passende Anlageprodukt finden. Genaugenommen handelt es sich bei dem „Investmentfinder“ allerdings nicht um ein Beratungstool. Die Deutsche Bank macht je nach Risikobereitschaft des Anlegers lediglich einzelne Anlageempfehlungen. Die Fragestellungen vor der eigentlichen Anlageentscheidung, nämlich welche Sparform empfiehlt sich für mein konkretes Anlageziel und welcher Anlagehorizont kommt dafür in Frage, werden nicht geklärt - das sollten Sparer im Vorfeld mit ihrem Finanz- oder Bankberater besprechen.

Das Tool selbst ist simpel aufgebaut: Zunächst stellen Sparer mittels Schieberegler ihre individuelle Risikobereitschaft ein. Die Spanne reicht von geringem Risiko (Stufe 1) bis hohes Risiko (Stufe 5). Entsprechend der gewählten Risikostufe empfiehlt der „Investmentfinder“ dann passende Investmentfonds. Bei geringem Anlagerisiko rät das Tool zum Beispiel zur Geldanlage in Rentenfonds, Geldmarktfonds oder offene Immobilienfonds, etwa dem Grundbesitz Europa – einem Topfonds in unseren Fondstabellen. Mit wachsender Risikobereitschaft werden die Investments offensiver. Über Mischfonds und Aktienfonds wächst der Aktienanteil bis auf 100 Prozent, zum Beispiel beim DWS Deutschland. Hinzu kommen risikoreiche Investmentklassen wie Rohstoffe. Positiv ist, dass die Anlagepolitik der Fonds jeweils kurz beschrieben wird, so dass sich Sparer ein Bild machen können. Erfreulich auch, dass zur Geldanlage nicht nur Fonds der Deutschen-Bank-Tochter DWS zur Verfügung stehen, sondern auch Fonds konkurrierender Gesellschaften. Nachteil: Kostenbewusste Sparer erhalten keine Empfehlungen für preiswerte ETFs.

Tipp

Für den Übertrag von Depotvolumen zur Deutschen Bank von mindestens 25.000 Euro spendiert die Bank eine Gutschrift von 0,5 Prozent, maximal 2.500 Euro pro Kunde.

Bessere Geldanlage von Comdirect

Die Quickborner Direktbank möchte mit dem Onlinetool „Bessere Geldanlage“ den Einstieg in die Wertpapieranlage vereinfachen. „Die Deutschen müssen bei der Geldanlage umdenken und ihre Unsicherheit gegenüber Wertpapieren überwinden“, fordert Daniel Schneider, Leiter Investing bei Comdirect. Mehr Transparenz und weniger Komplexität sollen dabei helfen. Anders als beim „Investmentfinder“ der Deutschen Bank erfragt die „Bessere Geldanlage“ insgesamt drei verschiedene Anlagedetails: Anlagesumme, Anlagedauer und Risikobereitschaft. Damit erhält Comdirect ein umfassenderes Bild des Sparers als die Deutsche Bank, um konkrete Anlagevorschläge zu erstellen. Eine klassische Anlageberatung findet aber auch hier nicht statt.

Das Gute: Das Comdirect-Tool schlägt zunächst eine auf den individuellen Anlagewunsch passende Portfolio-Struktur vor, bei mittlerem Risiko und fünfjähriger Geldanlage zum Beispiel 40 Prozent Aktien, 50 Anleihen und 10 Prozent Rohstoffe. Im zweiten Schritt werden konkrete Anlageempfehlungen gezeigt. Dabei fällt auf, dass die einzelnen Wertpapierklassen weiter unterteilt werden, und zwar nicht nur in verschiedene Fonds, sondern auch in unterschiedlich hohe Anlagebeträge. Zugleich besitzen Sparer Wahlfreiheit, ob sie sich lieber Fondsvorschläge aus dem Bereich kostengünstiger ETFs oder aktiv gemanagter Fonds zeigen lassen möchten. Auch eine individuelle Zusammenstellung entsprechend des Depotvorschlags ist möglich. Der Fondskauf bei Comdirect ist allerdings nur möglich, wenn man ein Depot bei der Direktbank hat.

Tipp

Bis 25. Januar 2015 bietet Comdirect eine Gutschrift von einem Prozent, beziehungsweise maximal 200 Euro, wenn man Fonds über „Bessere Geldanlage“ kauft.

Anlageplaner von Consorsbank

Eher halbherzig arbeitet der „Anlageplaner“ von der Consorsbank. Zwar sind die erfragten Informationen - Anlagebetrag, Risikobereitschaft und Anlagedauer – mit den Abfragen bei Comdirect identisch. Auch die daraus resultierende Portfolioaufteilung ähnelt der „Besseren Geldanlage“. Doch damit ist beim „Anlageplaner“ schon bald das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn erstens macht das Tool nur exemplarisch Fondsvorschläge für eine Wertpapierklasse, wer weitere Informationen wünscht, muss sich an die telefonische Hotline wenden. Zweitens muss der Anleger bei den gemachten Fondsvorschlägen selbst eine Fondsauswahl treffen. Ein konkreter Anlagevorschlag – wie etwa bei Comdirect – bleibt aus. Positiv: Der „Anlageplaner“ sagt, wie viel Kapital in die einzelnen Geldanlagen fließen soll und welche Rendite zu erwarten ist.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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