Geldanlage So hoch sind Ihre Einlagen abgesichert

Geldanlage So hoch sind Ihre Einlagen abgesichert

Max Geißler
von Max Geißler
20.01.2016
Auf einen Blick

Europa ist längst nicht überm Berg. Geldanleger sollten deshalb darauf achten, dass ihre Spareinlagen abgesichert sind. Der Kapitalschutz ist von Bank zu Bank unterschiedlich.

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Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 erließ die Europäische Union eine Richtlinie, wonach jede Bank in der EU pro Anleger 100.000 Euro an Spareinlagen gesetzlich garantieren muss. Dazu gehören Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldkonten, Festgeld, Sparbriefe und Fremdwährungskonten, die auf Euro lauten. In geringem Umfang sind auch Wertpapiere von der Regelung erfasst. Nicht abgesichert sind Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, zum Beispiel Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate.

Einlagensicherung pro Person oder Konto?

Gelegentlich ist zu lesen, der gesetzliche Einlagenschutz bestehe pro Konto und Bankkunde. Diese Aussage ist falsch! Das würde bedeuten, wenn Sie mehrere Bankkonten bei einem Institut unterhalten, Sie gleich mehrfach die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro in Anspruch nehmen könnten. Richtig ist: Die Einlagensicherung gilt pro Anleger und Bank. DAB-Pressesprecher Jürgen Eikenbusch unterstreicht: „Es bringt nichts, mehrere Konten bei der gleichen Bank zu eröffnen, weil sich die Einlagensicherung nicht auf die Zahl der Konten, sondern die Zahl der Personen bezieht.“ Wer mehrere Konten bei einer Bank betreibt, muss die Einlagensicherung von 100.000 Euro aufteilen.

Profiteure dieser Regelung sind Ehepaare. Da jedem Partner 100.000 Euro Einlagensicherung zustehen, verdoppelt sich der Schutzumfang auf 200.000 Euro. Das gilt auch für Gemeinschaftskonten. Ehepartner brauchen also nicht separate Konten zu eröffnen, um die maximale Einlagensicherung in Anspruch nehmen zu können.

Etwas anders sieht die Sache bei großen Geldvermögen aus. Hier können Singles wie Ehepaare den Garantiespielraum geschickt erweitern. „Wer Guthaben über 200.000 Euro vollständig absichern will, der kann das Vermögen auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach in Anspruch nehmen“, empfiehlt Chistoph Hommel von der Verbraucherzentrale Bayern.

Freiwillige Einlagensicherung der Banken

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung bieten die meisten Geldhäuser zusätzlichen Kapitalschutz auf freiwilliger Basis an. Im Detail bestehen allerdings deutliche Unterschiede:

  • Deutsche Privatbanken: Die meisten privaten Banken gehören dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) an. Dieser garantiert aktuell Sparguthaben bis zur Höhe von 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. In der Praxis entspricht dies meist einer Einlagensicherung in Millionenbeträgen. So sichert die ABC Bank 19 Millionen Euro pro Kunde ab, die Mercedes Benz Bank 310 Millionen und die Santander direkt Bank 547 Millionen. Großbanken wie die Deutsche Bank und die Hypovereinsbank, aber auch die Audi Bank garantieren sogar Milliardenbeträge. Allerdings gehört nicht jede Bank dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds an. Nichtmitglieder wie die Umwelt- oder die AKF Bank schützen deshalb nur bis zu 100.000 Euro.
     
  • Öffentliche Banken: Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie PSD Banken verfügen über eigene Sicherungsverbünde. Die einzelnen Teilinstitute haften gemeinsam, falls ein Geldhaus in Schieflage gerät. „Kundengelder sind hier ohne Limit gesichert“, betont Hommel.
     
  • Europäische Institute: Wird Geld bei einer ausländischen Bank mit Sitz in der EU angelegt, greift ebenfalls die gesetzliche Garantie von 100.000 Euro. Das ist zum Beispiel bei der Rabo Bank, bei Moneyou und bei Renault Bank direkt der Fall. Darüber hinaus sind manche ausländische Banken ebenfalls Mitglied im Einlagensicherungsfonds des BdB und garantieren höhere Spareinlagen, etwa die Barclays Bank (240 Mio. Euro) oder GE Capital Direkt (95 Millionen Euro). Da nicht alle ausländischen Banken dem deutschen Sicherungsfonds angehören, rät Verbraucherschützer Hommel: „Bevor Anleger höhere Beträge überweisen, sollten sie sich über den Umfang des Einlagenschutzes informieren.“

Tipp: Sowohl unser Tagesgeldrechner als auch unser Festgeldrechner informieren ausführlich über die Einlagensicherung der einzelnen Banken. Hierzu müssen Sie einfach nur auf den Banknamen klicken und die Detailseiten lesen.

 

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
100,00
1,00%
2.
90,00
0,90%
3.
85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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