Einlagensicherung So sicher ist Ihr Geld bei Auslandsbanken

Max Geißler
von Max Geißler Peter Weißenberg
23.02.2015
Auf einen Blick

Griechenland-Chaos, Russland-Embargo, Spanien-Schwäche: Gefährden die Krisen auch meine Einlagen bei ausländischen Banken? So sind Ihre Spargelder in Europa gegen Bankenpleiten abgesichert:

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<iframe width="640" height="360" frameborder="0" src="https://www.youtube.com/embed/S1EFOQX_oME" allowfullscreen=""></iframe> Nummer sicher: Das Video erklärt, warum bei deutschen Banken Ihre Einlagen auch dann voll abgesichert sind, wenn sie weit höher als 100.000 Euro liegen. Allerdings ist die erhöhte Sicherheit für Anleger auch leicht bei Auslandsanlagen zu erzielen - mit meist höheren Zinsen.                                                  Video: Bankenverband

Deutschlands Anleger sind beunruhigt: Griechen wollen ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen - und bringen damit womöglich Banken in ganz Europa in Probleme. Russische Banken stehen wegen des Ukraine-Konflikts vor Schwierigkeiten beim Marktzugang zur EU. Was gerade viele Festgeldanleger sich angesichts solcher Turbulenzen fragen: Wie sicher ist mein Geld bei Banken angelegt, die ihren Sitz nicht in Deutschland, sondern anderswo in der EU haben?

Die Antwort heißt: Der Normalanleger muss kaum um seine Einlagen fürchten. Denn nach der Finanzkrise im Jahr 2008 hat die Europäische Union eine Richtlinie zur Einlagensicherung erlassen, wonach jede Bank in der EU pro Anleger 100.000 Euro Spareinlagen garantieren muss. Für Ehepartner mit Gemeinschaftskonto gelten 200.000 Euro. Die Kapitalgarantie umfasst Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten, Sparbriefe und Fremdwährungskonten, die auf Euro lauten.

Bis zu dieser Summe bekommen Sie Ihre Einlagen garantiert europaweit zurück. Das gewährleisten jeweils nationale Sicherungssysteme, die nach der europäischen Richtlinie in allen Ländern gleichartig eingerichtet sind. In Deutschland gewährleistet zum Beispiel die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Garantie. Das Video oben erklärt Ihnen die Einlagensicherung ganz genau.

So sichern Banken in der EU Ihre Einlagen ab

Wird Geld bei einer ausländischen Bank mit Sitz in der EU angelegt, greift ebenfalls die gesetzliche Garantie von 100.000 Euro. Darüber hinaus sind manche Banken Mitglied im Einlagensicherungsfonds des BdB und garantieren höhere Spareinlagen, etwa die Bank of Scotland, Cortal Consors oder Barclays Bank. Da nicht alle ausländischen Banken dem deutschen Sicherungsfonds angehören, rät Verbraucherschützer Hommel: „Bevor Anleger höhere Beträge überweisen, sollten sie sich über den Umfang des Einlagenschutzes informieren.“ Institute wie die österreichische Autobank oder die niederländische Moneyou gewähren jeweils 100.000 Euro Einlagensicherung, allerdings durch die jeweilige nationale Einlagensicherung.

Tipp: Anlegern mit großem Geldvermögen empfiehlt Chistoph Hommel von der Verbraucherzentrale Bayern: „Wer ganz sicher gehen will, kann Guthaben auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach in Anspruch nehmen“.

So sichern deutsche Banken Ihre Einlagen ab

Große Geldvermögen sind bei deutschen Geldhäusern sicher. Die meisten Privatbanken gehören neben dem EdB dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) an. Dieser garantiert aktuell Sparguthaben bis zur Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. In der Praxis entspricht dies meist Millionenbeträgen. Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Hypovereinsbank garantieren sogar Milliardenbeträge. „Deutscher Einlagenschutz gilt auch für Guthaben bei unselbstständigen Auslandsniederlassungen“, betont BdB-Sprecherin Kerstin Altendorf. Und umgekehrt gilt er auch für Banken mit ausländischen Wurzeln, die aber komplett deutschem Recht und deutschen Sicherungssystemen unterliegen - wie etwa die ING-Diba, die als deutsche Aktiengesellschaft firmiert.

Allerdings gehört nicht jede Bank dem Einlagensicherungsfonds deutscher Banken an. Nichtmitglieder wie die Umweltbank gewähren deshalb nur 100.000 Euro Kapitalschutz. Positiv: Im Ernstfall zahlt der Fonds Spareinlagen plus Zinsen binnen 20 Tagen zurück.

So sicher sind Ihre Einlagen bei öffentlich-rechtlichen Geldhäusern

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie PSD Banken verfügen über eigene Sicherungsverbünde. Die einzelnen Teilinstitute haften gemeinsam, falls eines in Schieflage gerät. „Kundengelder sind hier ohne Limit gesichert“, sagt Hommel.

Tipp: Im Biallo-Geldanlage-Vergleich erkennen Sie an der Länder-Flagge hinter dem Zinssatz, welche Einlagensicherung beim jeweiligen Angebot greift. Wenn Sie mit der Maus über die Flagge fahren, sehen Sie auch die konkrete Höhe der Absicherung.

So funktioniert die Einlagensicherung bei Bausparkassen

Bei Bausparkassen ist zwischen Bausparguthaben und Einlagen auf Sparkonten zu unterscheiden. Während Vermögen auf Bausparverträgen unbegrenzt garantiert sind, schützt der Einlagensicherungsfonds der Bausparkassen Guthaben auf Tages- und Festgeldkonten bis maximal 250.000 Euro pro Kunde ab. 

Versicherungen schützen Ihre Einlagen so

Auch bei den Assekuranzen ist Ihre Geldanlage sicher: Alle deutschen Lebensversicherer gehören dem Sicherungsfonds Protektor an. Der Fonds übernimmt im Pleitefall die Policen und Sparverträge der Versicherten und führt sie bis Fälligkeit fort. Bis zu 1,6 Milliarden Euro stehen zum Ausgleich von Verlusten bereit.

So stark sind die Sicherungsverbünde

Auch größere Turbulenzen haben die Sicherungsverbünde bisher gut weggesteckt: Bislang haben die verschiedenen Sicherungssysteme mehr als 30 Bankpleiten erfolgreich gemanagt. Nur im sehr unwahrscheinlichen Fall „einer großangelegten Pleitewelle wäre aber wohl kein Fonds gewachsen“, sagt BdB-Sprecherin Altendorf. Dann muss der Staat eingreifen. Und das hat ja in Deutschland die Kanzlerin allen Normalsparern garantiert.

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Anbieter
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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