Die Entwicklung des Geldes im Zeitraffer

Von Krösus zum E-Geld-Konto Die Entwicklung des Geldes im Zeitraffer

von Tobias Schreyer
31.10.2016
Auf einen Blick
  • Lydische Könige gelten als Erfinder des Geldes
  • im 19. Jahrhundert entwickelten sich Banknoten - neben dem Münzen - zu einem anerkannten Zahlungsmittel einer Währung.
  • Die neueste technische Weiterentwicklung des Geldes ist das E-Geld
Artikelbewertung
Schrift

Leben wie Krösus – der letzte König Lydiens – würden die meisten Menschen gern. Die historischen Figuren der lydischen Könige, die an der Mittelmeerküste Kleinasiens in der heutigen Türkei lebten, kennen aber die wenigsten. Sie gelten als Erfinder des Geldes. Um 600 vor Christus prägten sie die ersten Münzen.

Kurz darauf legten auch die Griechen mit der Münzprägung los und drängten so bis 400 vor Christus den Tauschhandel stark zurück. Doch gab es damals noch kein einheitliches Münzsystem; jede Region hatte eine eigene Münzfamilie mit einem eigenen spezifischen Wert.

Etwa zur gleichen Zeit fingen auch die Römer an, Münzen herzustellen, erst aus Kupfer oder Bronze, später aus Gold, Silber und Messing. Im Mittelalter beeinflusste vor allem Karl der Große die Geschichte des Geldes maßgeblich. Der sogenannte Denar wurde im 8. Jahrhundert als einheitliches Zahlungsmittel im Karolingerreich, also im heutigen Europa, eingeführt. Durch die Münzreform im Jahr 793 stellte Karl der Große außerdem von Gold- auf Silberwährung um.

Im ersten Jahrtausend der Geschichte des Bargelds war jenes ausschließlich in Münzform zu haben. Um das Jahr 1000 jedoch begann man in China mit der Ausgabe von Papiergeld. Europa war damit erst 500 Jahre später soweit. Das große Problem dabei: Anders als bei den Münzen stimmte der materielle Wert des Papierstücks nicht mit dem aufgedruckten Wert überein.

Die Menschen aller Kulturen und Länder kämpften damit, den Wert des Papiergelds anzuerkennen und zu akzeptieren. Zur französischen Revolution ließen sich aus diesem Grund auch viele Menschen ihr Geld wieder in Münzen auszahlen, wodurch die Münzvorräte der Banken knapp wurden.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate

Bargeld und Buchgeld Hand in Hand

Erst im 19. Jahrhundert entwickelten sich Banknoten - neben dem Münzen - zu einem anerkannten Zahlungsmittel einer Währung. Die Geschichte des Bargelds – so wie wir es kennen – hat also eine lange Geschichte; in der uns bekannten Form existiert es jedoch noch nicht allzu lange.

Fast gleichzeitig startete der bargeldlose Zahlungsverkehr, zunächst als sogenanntes Buchgeld. Dies ist eng mit der Entwicklung der Geldscheine verknüpft. Dabei erfüllt der Schuldner seine Geldschuld gegenüber dem Gläubiger, ohne dass Bargeld zum Einsatz kommt.

Vollwertige Münzen oder Edelmetalle wurden etwa in Italien im 14. Jahrhundert bei Bankiers eingelagert, die dann dafür Schuldscheine ausstellten. Der Zahlungsanspruch wurde gegenüber der Bank auf einem Konto festgehalten. Da dies früher in Buchform festgehalten wurde, wird ein solcher Vorgang auch heute noch als Buchgeld bezeichnet. Im Laufe der Jahre wurden aus der Buchform, Datenbanken und der bargeldlose Zahlungsverkehr, der in vielen Ländern bereits zum Standard gehört.


E-Geld heute und morgen

Die neueste technische Weiterentwicklung des Geldes ist das E-Geld. Dabei wird ein monetärer Wert in Form einer Forderung dezentral auf einem Trägermedium, etwa einer Chipkarte oder zentral auf einem Server gespeichert. Klassische Gutscheinkarten einzelner Händler sind damit jedoch nicht gemeint, denn die Akzeptanz für E-Geld darf nicht allein beim Herausgeber gelten, sondern muss generell breiter sein.

Sehr beliebt sind derzeit Prepaid-Kreditkarten (s.Kreditkarten Vergleich), die auch unter die E-Geld-Definition fallen. Sie werden mit einem flexibel bestimmbaren Betrag aufgeladen und können von Verbrauchern an allen Kreditkarten-Akzeptanzstellen offline und online sicher eingesetzt werden. Auch viele Bezahl-Apps setzen im Hintergrund auf E-Geld und transferieren Geldbeträge von einem E-Geld-Konto zum anderen.

Überweist man zum Beispiel mit der App Cringle Geld per SMS an einen Freund, wird der Betrag per Lastschrift von einem Girokonto (s.Girokonten Vergleich) abgebucht, sodann erst auf ein E-Geld-Konto des Senders gutgeschrieben und von dort auf ein E-Geld-Konto des Empfängers weitergeleitet. Per Überweisung landet schließlich der Betrag auf dem Girokonto des Empfängers. Was kompliziert klingt, ist über die App kinderleicht umgesetzt und Nutzer überweisen unkompliziert Geld per Textnachricht.

Der große Unterschied zu den geläufigen Überweisungen: Man braucht für diese Transaktionen keinen Zugang zum Girokonto oder Onlinebanking der Hausbank mehr, der klassische Bankkontakt verschwindet. E-Geld-Dienstleister, eine Mischung von Fintech und klassicher Onlinebank, entwickeln mit Hochdruck innovative Angebote für bequemes Bezahlen.

Die bereits angesprochenen Prepaid Kreditkarten für Privatpersonen und auch Unternehmen sind dabei nur eine Möglichkeit. Kontaktloses Bezahlen, zum Beispiel mittels NFC Sticker, ist eine weitere. Die zentrale Speicherung von Guthaben auf Servern von regulierten E-Geld-Instituten, wird von Verbrauchern zunehmend mit Sicherheit und Komfort verbunden – auch in Deutschland.

Während hierzulande die Mehrheit dem technologischen Fortschritt in Sachen elektronischem Bezahlen zwar noch mit Skepsis gegenüber steht, besteht indes kein Zweifel mehr, dass wir zukünftig vornehmlich mit elektronischem Geld zahlen werden. Dafür reicht ein Blick in andere EU-Länder wie Schweden und Großbritannien. Dort sind Einkäufe jeglicher Art und Bezahlungen mit elektronischem Geld beispielsweise – auch für Kleinstbeträge – schon lange Alltag.

Biallo-Lesetipp:

Alle Konten - egal bei welcher Bank - auf einer App verwalten: Das wünschen sich viele Kunden. Inzwischen gibt es dafür mehr und mehr Angebote. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag: "Multibanking: Alle Konten auf einer App".

Ihre Meinung ist uns wichtig
Tobias Schreyer
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Tobias Schreyer
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Tobias Schreyer
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: