Grexit, Gold, Geld Ist Gold wieder ein Kauf?

Grexit, Gold, Geld Ist Gold wieder ein Kauf?

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
01.07.2015
Auf einen Blick

Die Unsicherheiten um den Verbleib Griechenlands in der Eurozone, zwingen den Dax in die Knie. Wie wäre es mit Gold als stabile Krisenwährung?

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Vielleicht kennen Sie den schon: Wie soll ich mein Geld anlegen, fragt sich ein Sparer. Darauf der Banker: "Ist doch klar, in Schnaps. Wo gibt es denn sonst 40 Prozent?" Ein Witz sind derzeit ebenfalls die Zinsen für Festgeld- und Tagesgeld. Nur wenige Anbieter ermöglichen noch realen Kapitalaufbau. In Sachen Festgeld gibt es etwa bei der VTB Direktbank, Klarna oder Deniz-Bank noch lukrative Zinsen. Beim Tagesgeld besticht Wüstenrot mit einer hohen Zinsgarantie über vier Monate und Moneyou, die ihren attraktiven Zins nicht befristen. Was bleibt noch als Anlagemöglichkeit? Immobilien? In Ballungsräumen zu teuer. Aktien? In Zeiten des drohenden Grexit zu riskant! Zeit also, sich über Gold Gedanken zu machen.

Knappe Güter sind häufig auch gleichzeitig begehrte Güter. Viele Jahre galt das für Gold uneingeschränkt. Doch plötzlich war Schluss damit. Kostete die Feinunze (31,1 Gramm) Ende 2011 noch knapp 1.900 Dollar, wird sie heute mit etwa 1.200 Dollar gehandelt. Wie konnte der Preis nach einem jahrelangen Anstieg der Art zurückgehen? Die Logik geht so: Die ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) hatte die Geldmenge enorm erhöht. Mehr Geld im Markt erhöht in der Regel die Inflationsangst. Das trieb Großanleger scharenweise zum Gold. Diese Ängste stellten sich jedoch als unbegründet heraus – zumindest, was Verbrauchsgüter betraf. Gold wurde mit einem Schlag unattraktiver, fallende Kurse waren die Folge. "Der wiedererstarkte Dollar verstärkte die Abwärtsbewegung", begründet Heinrich Peters, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die weitere Kursentwicklung.

Diese Abwärtsbewegung ist vorerst gestoppt. "Insbesondere auf Euro-Basis war die Entwicklung 2014 mit einem Plus von zwölf Prozent bemerkenswert. Auch seit Jahresbeginn 2015 entwickelt sich Gold erfreulich, das Plus liegt bei 7,6 Prozent auf Euro-Basis", sagt Hans Engel, Experte für internationale Aktienmärkte bei der österreichischen Ersten Group. Auf Dollar-Basis bewegt sich der Preis seit einigen Monaten seitwärts. Ist damit jetzt ein günstiger Einstiegskurs erreicht? Die Experten der Ersten Bank sprechen von einer sogenannten Bodenbildung und geben einen "moderat optimistischen Ausblick". Die von uns auf zwölf Monate prognostizierte Preisspanne liegt bei 1.200 bis 1.250 Dollar je Unze. Ganz ähnlich sieht es die Helaba: "Unser Kursziel zum Jahreswechsel liegt bei 1.250 Dollar je Feinunze", so Peters.

Vorsicht: "Verbraucher sollten Gold nicht als klassische Geldanlage sehen. Denn für das Edelmetall gibt es keine Erträge. Häufig fallen sogar noch Kosten an, etwa für Lagerung und Versicherung. Vielmehr können Privathaushaushalte Gold als langfristige Inflationsversicherung nutzen – eine Police für zumindest teilweisen realen Kapitalerhalt", rät der Helaba-Analyst.

Wie viel Gold darf´s denn sein?

Verbraucher sollten nicht allzu sehr auf den Goldpreis schielen und nicht wie bei Aktien ständig kaufen und verkaufen. Denn die Funktion von Gold ist eine ganz andere. Anleger sollten das Edelmetall wie eine Versicherung gegen Wind und Sturm an den Finanzmärkten betrachten. Entsprechend mache Gold nur in physischer Form Sinn. Von Papier-Gold hält Peters dagegen wenig. Denn hier käme der Versicherungscharakter des Edelmetalls nicht zur Geltung. Sowohl die Analystenabteilung der Helaba als auch der Ersten Bank raten Verbraucher einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent des Geldvermögens.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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