Notfallplan für Ihre Finanzen

Zivilschutzkonzept Notfallplan für Ihre Finanzen

von Peter Rensch
21.09.2016
Auf einen Blick

Das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung rät zu einem Notfallplan für Krisen. Doch wie sieht es mit Ihren Finanzen aus? Worauf sollten Sie achten?

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Am 24. August 2016 präsentierte die Bundesregierung ihr überarbeitetes Zivilschutzkonzept. In der 69-seitigen Ausfertigung werden die Bürger unter anderem darüber informiert, wie sie sich für Krisenfälle rüsten können. Aber ein Thema ging dabei unter: das Geld. Ist es ratsam, auch hier vorzusorgen oder kann alles beim Alten bleiben?

So reagieren Sie richtig

Grundsätzlich sollten Sie in puncto Finanzen Ruhe bewahren und nicht unbedacht oder voreilig agieren. Lars Hofer, Pressesprecher der Deutschen Kreditwirtschaft sieht das so: „Es gibt aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft aktuell keinen Grund zu erhöhter Sorge. Es ist zwar gut und richtig, dass die Bundesregierung sich grundsätzlichen Fragen des Zivilschutzes widmet. Daraus lässt sich aber momentan keine konkrete Bedrohungslage ableiten.“

Ähnlich sieht es auch Professor Dr. Olaf Stotz für Asset Management an der Frankfurt School of Finance & Management. Die Sorgen seien unbegründet und das neue Zivilschutzkonzept habe keine Auswirkungen auf das Anlageverhalten. „In finanziellen Angelegenheiten sollten Sie sich nicht beirren und nicht zu vorschnellen Handlungen hinreißen lassen.“

Das klingt sicherlich beruhigend und zeigt, dass es keinen akuten Anlass zu geben scheint, um minutiös Vermögen umzuschichten. Doch was, wenn doch? Wie sollten Sie für Notfälle vorsorgen?

Grundregeln für Ihren persönlichen Notfallplan

Selbst wenn Sie Ihr Vermögen nach der Goldenen Anlageregeln beispielsweise in Aktien, Immobilien und Staatsanleihen aufgesplittet haben, gibt es konkrete Maßnahmen, um für Notfälle gewappnet zu sein. Drohen Krisen jeglicher Art, denken viele Anleger an Gold und Silber. Und das hat seine berechtigten Gründe. Edelmetall gilt als stabiles Anlageobjekt und hat laut Professor Stotz in Krisenzeiten noch einen weiteren Vorteil.

„Gold ist seit Jahrtausenden eine Art Austauschwährung und zwar weltweit.“ Gold und Silber nutzen in Krisen nicht nur als weltweites Zahlungsmittel, die Edelmetalle können auch eingeschmolzen werden, was den Verkauf beispielsweise an Juweliere einfacher macht. Gold ist wertbeständiger, Silber wiederum gilt in vielen Industrieproduktionen als unverzichtbarer Rohstoff, was mittel- und langfristige höhere Wertzuwächse verspricht.

Wichtig: Kaufen Sie Gold und Silber in physischer Form. Zertifikate sind in Krisenzeiten komplizierter in Bargeld umzuwandeln. Haben Banken geschlossen und der Handel setzt aus, ist der Verkauf blockiert.

Achten Sie darauf, dass die Edelmetalle für Sie problemlos zugänglich sind. In Krisenfällen ist ein feuerfester Tresor im eigenen Heim einem Schließfach auswärts vorzuziehen.

Tipps für Edelmetallkauf: Zu empfehlen ist eine Anlage in Edelmetalle in der Höhe des monatlichen Auskommens plus eventuelle Kosten für die Reise ins Ausland. Investieren Sie in kleinere Einheiten, um die Edelmetalle als Tauschmittel verwenden zu können. Zwar sind kleinere Stückelungen teurer und Münzen unterliegen einem höheren Preisaufschlag, dennoch ist der Kauf von 1-Unzen-Münzen und kleinere Goldbarren von 10 oder 20 Gramm wegen des besseren Handlings ratsamer. In Krisenzeiten sind große Barren nicht nur aufwändiger zu transportieren, sondern auch schwerer zu tauschen, beziehungsweise zu verkaufen.

Weiterhin sollten Sie bekannte Münzen wie Krügerrand, Maple Leaf etc. bevorzugen, da die Akzeptanz möglicher Käufer höher ist.

Im Vergleich zu den Geschäftsbanken können Sie beim Fachhändler wie zum Beispiel im Internet zwar zu günstigeren Preisen einkaufen, gehen aber auch das Risiko ein, an einen unseriösen Geschäftspartner zu geraten.

Legen Sie Bargeldreserven an!

Lars Hofer empfiehlt für Notfälle stets eine gewisse Barreserve zur Verfügung zu haben. Auch ohne Krisenszenario könne es zu einem regionalen Engpass in der Bargeldversorgung kommen, wie wir es zum Beispiel letztes Jahr während eines Streiks bei den Geldtransportunternehmen erlebt hatten.

Erstellen Sie deshalb eine Liste, wie viel Bargeld Sie für einen Monat benötigen und welche Reserven für einen eventuellen Auslandsaufenthalt mit einkalkuliert werden müssen.
Dritteln Sie diese Bargeldreserve wie folgt auf:

Ein Drittel in Euro, ein Drittel in Schweizer Franken, das in Gefahrensituationen als neutrales Rückzugsland gilt und ein Drittel in Dollar, weil es sich dabei um eine Weltwährung handelt.

Biallo-Tipp: Bargeld unbedingt vor Feuer und möglichen Dieben schützen. Auch hier ist ein Tresor oder zumindest eine feuerfeste Geldkassette an einem geheimen Ort zu empfehlen.

Fazit: Also kein Grund zur Panik! Doch Vorbeugen in Sachen Finanzen ist besser als Nachsicht und lässt Sie ruhiger schlafen.
 

Biallo-Lesetipp:

Niedrigzinspolitik, Konjunkturprobleme, Brexit - wie geht es weiter am Kapitalmarkt der Europäischen Union? Die Unsicherheit lässt Gold-Anleger jubeln. Zurecht? Lesen unseren Beitrag "Gold kaufen nach dem Brexit?"

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Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Peter Rensch
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