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01.10.2013 00:26

Sparplan, Tagesgeld und Co. Renditewirrwarr bei Zinsen, Boni und Gebühren

von Max Geißler Autor
Die Zinsversprechen mancher Sparanlagen gleichen einem Irrgarten für Anleger. Undurchsichtige Konditionen verschleiern oft die tatsächliche Rendite.
Zinsen Sparen Sparplan Stufenzins Zinstricks Bonuszins Topzins Finanzportal Biallo.de
"Extra, Boni, Wachstum..." bei Geldanlagen geht`s oft zu wie im Irrgarten
Knapp 200 Euro legt jeder Bundesbürger jährlich für die Altersvorsorge zur Seite. Neben Lebens- und Rentenversicherungen sind Bank- und Fondssparpläne beliebte Vorsorgeprodukte. Ein Grund für den hohen Zuspruch dürfte in den Renditeversprechungen der Banken liegen. Viele Geldinstitute werben mit "Extrazinsen", "Zinsboni" oder "Wachstumszinsen". So wird Anlegern beispielsweise 100 Prozent Bonuszins versprochen – doch viele wissen gar nicht, welcher Basisbetrag dem Bonus zugrunde liegt. Zahlt die Bank 100 Prozent auf die eingezahlte Jahresprämie, auf die Gesamtzinsen oder den Jahreszinsertrag? Anders als bei Ratenkrediten oder Baudarlehen müssen die Geldinstitute für Spareinlagen keinen Effektivzins angeben. So verirrt sich mancher Sparer im Dickicht der Konditionen.
 

Auf diese Tricks sollten Anleger achten:

  • Stufenzins: Beim Wachstumsparen stellen Banken gern den höchst möglichen Endzins in den Mittelpunkt ihrer Werbung. Bei einer Geldanlage, bei der die Zinsen jedes Jahr steigen, erhält der Anleger aber nur im letzten Sparjahr den vollen Zinssatz. Die Durchschnittsrendite bemisst sich nach dem Mittel der einzelnen Zinssätze pro Jahr. Beispiel:

    Jahr Zinssatz in Prozent
    1 1,5
    2 2,0
    3 2,5
    4 2,75
    5 3,0
    6 3,5
    7 5,0

    Die Werbung verspricht „hohe Zinsen von bis zu 5,0 Prozent“ – klingt gut denkt der Anleger und rechnet ‚Pi mal Daumen‘ mit 3,5 bis 4,0 Prozent Rendite. Weit gefehlt! Die Durchschnittsrendite liegt gerade mal bei 2,89 Prozent.
  • Bonus auf Sparprämie plus niedriger Basiszins: Banksparpläne locken gern mit 50, 75 oder 100 Prozent Zinsbonus. In Wirklichkeit wird meist ein geringer Basiszins gewährt, hohe Bonuszinsen greifen erst nach vielen Sparjahren und dann auch nur auf den im letzten Sparjahr eingezahlten Anlagebetrag oder auf die zuletzt gezahlten Zinsen.

    Beispiel Postbank: Das Geldhaus wirbt mit einem Geldbonus von bis zu 100 Prozent auf die eingezahlte Jahresrate. Doch diesen gibt es erst nach 25 Sparjahren und dann auch nur einmal. Wer monatlich 50 Euro investiert, erhält also nach einem Vierteljahrhundert 600 Euro von der Bank geschenkt. Der jährliche Basiszins beträgt aktuell nur 0,15 Prozent. Da es im ersten Sparjahr keinen Bonus gibt, beträgt die Verzinsung des eingezahlten Geldes lediglich 0,15 Prozent. Im zweiten Sparjahr spendiert die Bank 1,0 Prozent Bonus, in unserem Beispiel also sechs Euro. Damit liegt die Rendite im zweiten Sparjahr nur unwesentlich über 0,15 Prozent. Im dritten Sparjahr erhält der Anleger 12 Euro Bonuszins und kassiert 3,84 Euro an Zinsen usw. Unterm Strich erzielt unser Beispielanleger nach 25 Jahren eine Endrendite vor Steuern von 2,39 Prozent. Bleibt er nur 15 Jahre bei der Stange, sinkt die Rendite auf 1,79 Prozent ab, bei zehn Sparjahren bleiben gar nur 1,53 Prozent übrig.
  • Bonus auf Zinsertrag plus hoher Basiszins: Besser fahren Anleger, die auf Sparpläne mit hohem Grundzins setzen. Hier sind die Zinsboni nicht so ausschlaggebend auf die Gesamtrendite. Vorteil: Bei kürzerer Sparzeit wird trotzdem eine ordentliche Rendite erreicht. Sparer sind also nicht gezwungen, bis ultimo dabei zu bleiben.

    Beispiel Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft: Die Genossenschaft zahlt einen aktuellen Basiszins von 1,4 Prozent pro Jahr, hinzukommen Boni auf die jährliche Sparleistung. Ab dem 3. Sparjahr erhalten Anleger drei Prozent Bonus, ab dem 5. Sparjahr sechs Prozent, ab dem 7. Jahr zehn Prozent, ab dem 10. Jahr 25 Prozent usw. Ab dem 15. Sparjahr zahlt das Institut jährlich 50 Prozent Bonus auf die Jahressparleistung. Bei 50 Euro Monatsprämie erzielen Anleger nach 25 Jahren eine Rendite von 3,33 Prozent. Wer nur 15 Jahre spart, der erreicht sogar 3,57 Prozent. Die Rendite ist nicht nur deutlich besser als bei der Postbank, Sparer erleiden bei vorzeitiger Kündigung auch geringere Renditeverluste.
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Tagesgeld
Ein Kind des 21. Jahrhunderts

  • Topzins: Viele Tagesgeldkonten werben mit hohen Topzinsen, wie der Biallo-Tagesgeld-Vergleich zeigt. Doch für was oder wie lange gibt es diesen Zins? In vielen Fällen belohnt die Bank den Anleger nur, wenn er ein neues Tagesgeldkonto eröffnet, frisches Geld zur Bank überweist oder Wertpapiere überträgt. In der Regel gibt es solche Lockzinsen nur für kurze Zeit oder nur für einen bestimmten Anlagebetrag. Eine Ausnahme ist Consorsbank: Die Direktbank bietet attraktive 1,4 Prozent Zinsen immerhin für ein ganzes Jahr. Den Zinssatz erhalten allerdings nur neue Kunden und nur für Beträge bis 50.000 Euro. Auch Audi und VW Bank verzinsen ihr Tagesgeld nur bis zum Betrag von 50.000 Euro mit 1,25 Prozent, für darüber liegende Beträge gibt es 0,70 Prozent.
     
  • Rendite oder Wertzuwachs? Statt der Rendite werben Banken gern mit dem durchschnittlichen Wertzuwachs, zum Beispiel bei Fonds. Der aber kann bei langen Laufzeiten deutlich höher liegen als die Rendite. Der Unterschied: Die angegebene Kursentwicklung zeigt Gewinne oder Verluste innerhalb bestimmter Zeiträume. Hingegen entsprechen Renditen der effektiven jährlichen Verzinsung. Beispiel: Ein Aktienfonds erreicht innerhalb von zehn Jahren eine Wertsteigerung von 116 Prozent. Wer glaubt, dies entspricht einer Durchschnittsrendite 11,6 Prozent, der irrt. Vielmehr liegt die Jahresrendite bei 8,0 Prozent. Der aufgelaufene Gesamtgewinn entsteht durch den Zinseszinseffekt. Tipp: Errechnen Sie die tatsächliche Rendite einer Fondsanlage mit unserem Fondsrendite Rechner.
     
  • Aufgabeaufschlag versus Rendite: Der Ausgabeaufschlag kann die Rendite eines Fondssparplans deutlich senken. Wer zum Beispiel über zehn Jahre monatlich 100 Euro in Aktienfonds mit sieben Prozent Rendite einzahlt, der erzielt ohne Ausgabeaufschlag einen Gesamtgewinn von 42,5 Prozent, die Sparplanrendite entspricht exakt der Fondsrendite, also 7,0 Prozent. Kostet der Fonds jedoch fünf Prozent Aufgabeaufschlag, so fließen Monat für Monat nur 95 Prozent des Anlagebetrags in den Fonds, die Sparplanrendite sinkt um rund einen Prozentpunkt auf 6,05 Prozent, das Gesamtergebnis auf 35,70 Prozent. Statt 17.105 Euro kann der Sparer nur 16.290 Euro sein eigen nennen.

Auf effektive Rendite achten


Da Lockvogelangebote bei Zinsanlagen und kumulierte Angaben zu Wertsteigerungen häufig täuschen können, sollten Anleger bei der Wahl ihrer Geldanlage stets auf die jährliche Rendite achten. Geht dies nicht aus dem Angebot hervor, sollte man es sich von der Bank vorrechnen lassen. Berücksichtigt die Rechnung zudem sämtliche Kosten der Geldanlage, kann man die effektive Rendite ermitteln. Am aussagekräftigsten ist stets der Vergleich der konkreten Guthabensumme am Ende der Laufzeit.
Gesamten Vergleich anzeigenSparplan mtl. Sparrate: 100 €, Laufzeit: 10 Jahre
  Anbieter Details Rendite
Zinsertrag
 
1.
2,10%
1.350,38
2.
1,73%
1.103,37
 
3.
1,57%
993,18
 
Datenstand: 28.09.2016
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
OO Online-Konditionen
FF fester Basiszinssatz

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
15.04.2010 - von Gertrud Bellmann
Aufklärung durch Berater oder Verkäufer ?
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Die Sparkassen, angeblich ein Hort der Stabilität, verkauften diese langfristigen Geldanlagen mit den Hinweis auf die hohen Prämienzahlungen am Ende der Laufzeit. Ohne Überlegung, ob man jeweils über das Alter von Johannes Heesters hinauskommt, wurden diese Sparformen wärmstens empfohlen - und wir sind leider darauf hereingefallen. Aber aus Schaden wird man klug - unser Vertrauen in die angeblich soliden Geldanlagen der Sparkasse ist deutlich gesunken und zwar so tief, wie es tiefer nicht mehr geht.
08.03.2010 - von Reiner hellmuthhäuser
Renditewirrwarr durch Zinstricks
Guter Artikel! Einer der größten Trickser mit Zinsversprechen ist die POSTBANK! Dreimal fragen und dreimal erklären lassen, was in der Werbung steht! Am Ende ist man sonst wie wir vom versprochenen Superhochzins w e i t entfernt!
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