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29.06.2015 10:36

Angst vor dem Grexit Kein Super-Gau für Sparer

von Max Geißler Autor und
Nach dem gescheiterten Schulden-Gipfel bleiben die Banken in Griechenland von heute an eine ganze Woche geschlossen. Um deutsche Geldanlagen muss man sich allerdings keine Sorgen machen.
Angst vor dem Grexit Kein Super-Gau für Sparer
Verhandlungen gescheitert - in der Eurozone droht der Grexit
Schon in den vergangenen Wochen „plünderten“ griechische Sparer aus wachsender Angst vor einem Grexit ihre Bankkonten. Damit ist vorerst Schluss. Seit heute bleiben die Geldinstitute in Athen und anderswo für eine ganze Woche geschlossen. Abhebungen an Bankautomaten sind für Inländer vorerst auf 60 Euro am Tag begrenzt und Auslandsüberweisungen grundsätzlich nicht mehr möglich.

Diese Kapitalverkehrskontrollen sind eine Reaktion der Griechischen Regierung auf die Entscheidung der EZB, die Nothilfen für griechische Banken vorerst nicht auszuweiten. Nach dem überraschend für kommenden Sonntag angekündigten Referendum von Regierungschef Alexis Tsipras über die Reformvorschläge der Gläubiger kam es am Wochenende zum Bruch der Verhandlungen im Schuldenstreit.

Urlauber nicht betroffen

Müssen sich deutsche Sparer und Urlauber jetzt Sorgen machen? Ein klares Nein. Im Ausland ausgestellte Kredit- und Bankkarten werden laut dem Erlass der griechischen Regierung von den Beschränkungen ausgenommen. Für Urlauber gilt diese Regelung also nicht, sie können sich weiter uneingeschränkt mit Bargeld an Automaten in Griechenland versorgen. Auch andere Zahlungsmittel werden uneingeschränkt akzeptiert.

Verhandlungen weiter möglich

Trotz der dramatischen Wendung vom Wochenende fürchten viele Ökonomen weiter, dass die vorerst gescheiterten Verhandlungen um einen möglichen Grexit in Brüssel am Ende doch mit einem faulen Kompromiss enden werden, der Griechenland weiter in der Euro-Zone halten wird – koste es was es wolle. Und natürlich wird das teuer für den Steuerzahler, nicht nur für deutsche. Allerdings: Auch ein Grexit ist nicht umsonst. Wichtig ist, die Größenverhältnisse in der richtigen Relation zu betrachten. Außerdem bestehen inzwischen belastbare Sicherungs- und Stabilitätsmechanismen innerhalb der Euro-Zone.

Fakten relativieren den Grexit

Die griechische Wirtschaftsleistung ist geringer als die des Bundeslandes Hessen, die Schuldenhöhe entspricht nur 1,36 Prozent des Bruttosozialprodukts im Euro-Raum. Auch die Einwohnerzahl liegt nur knapp über der von Baden-Württemberg. Und dass Länder Finanztransfers erhalten ist auch nichts Neues. Ähnlich den europäischen Transferleistungen findet in Deutschland seit Jahrzehnten ein Länderfinanzausgleich statt, der es ärmeren Bundesländern erlaubt, auf gleichem Niveau zu leben wie die reicheren. Ohne die ständigen Geldleistungen aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg wären vor allem kleine Länder wie Bremen längst Pleite. Ähnliche Finanztransfers finden innerhalb Europas seit langem statt, man denke nur an die Ausgleichszahlungen für Bauern und Landwirte.

Maßnahmen gegen den Grexit

Zur Verhinderung von Staats- und Bankenpleiten hat die EU inzwischen einen Europäischen Stabilitäts-Mechanismus (ESM) erschaffen, der Staaten im Notfall mit bis zu 500 Milliarden Euro unter die Arme greift. Außerdem kauft die EZB im Rahmen ihres Anleihe-Kauf-Programms Staatsanleihen maroder Staaten und stabilisiert so deren Finanzen und Staatshaushalte. Gute Wirtschaftsdaten aus Irland, Portugal, Spanien und Deutschland stabilisieren insgesamt die Euro-Zone und stützen die Kurse der Staatsanleihen. Einzelne Hiobsbotschaften aus Griechenland bringen die europäischen Aktienkurse meist nur kurz unter Druck. Kaum kündigt sich eine Lösung des Griechenlands-Problems an, springen die Börsen nach oben. An den Börsen außerhalb Europas spielt das Thema Griechenland kaum eine Rolle, eine verstärkte Nachfrage nach der Krisenwährung Gold ist nicht zu verzeichnen. Der Euro konnte zuletzt wieder zulegen, eine Kapitalflucht in andere Devisen ist nicht erkennbar.

Grexit-Auswirkungen auf Tages- und Festgeld

Zinssparer brauchen sich dieser Tage keine Sorgen um ihr Erspartes zu machen, ob mit Grexit oder ohne Grexit. Für Bankeinlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher gilt innerhalb der EU weiterhin die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Sparer und Bank – das gilt neuerdings auch für Fremdwährungskonten. Wer über größere Geldbestände verfügt und diese auf Bankkonten lagert, der sollte das Guthaben auf mehrere Banken verteilen. In Ausnahmefällen greift ab 3. Juli sogar ein höherer Schutzumfang: Sollte plötzlich Geld auf ein Konto gelangen, das aus einem Immobilienverkauf oder einer Heirat, Scheidung oder Erbschaft herrührt, erhöht sich die Einlagensicherung sechs Monate lang auf bis zu 500.000 Euro.

Grexit - Lebensversicherung bleibt eine Bank

Nach dem führenden US-Ökonomen Robert Shiller haben auch Besitzer von Kapital-Lebensversicherungen wenig zu befürchten, berichtet der Finanzjournalist Markus Neumann. Diese Policen investieren zu über 90 Prozent in Staatsanleihen, würden bei einem Grexit aber nicht in Mitleidenschaft gezogen. Gleiches gelte für Rentenfonds. Hier können die Anleihekurse zwar kurzeitig stark schwanken, aber nicht abstürzen.
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Anlagemix gegen Grexit: Tagesgeld, Festgeld und Fonds

Unterm Strich empfiehlt sich derzeit ein Mix aus Festgeld, Tagesgeld und Fonds. Fondsanteile gehören zum Sondereigentum und bleiben auch im Falle des Konkurses einer Fondsgesellschaft im Besitz des Sparers. Fondskurse, insbesondere von Aktienfonds, können zwar kurzzeitig heftig schwanken, ein Totalabsturz wegen Griechenland ist aber nicht zu befürchten.

Grexit-Tipp: Wer auf deutsche Aktienfonds oder internationale Aktienfonds setzt, verteilt die Anlagerisiken auf Regionen außerhalb Griechenlands. Skeptische Anleger, die einen Grexit und schwere Börsenturbulenzen erwarten, können mit Gold und internationalen Rentenfonds gegensteuern. Auf der sicheren Seite sind sie deswegen aber nicht unbedingt. Sollte Griechenland im Euro bleiben, sind für diese Assetklassen Verluste programmiert.
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Leserkommentare
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23.06.2015 - von betroffen
Genau - macht Euch alle mal keine Sorgen.
Genau wie beinahe jeder Aspekt in diesem Artikel hat auch Griechenland seine Wirtschaftslage beschönigt. Besser gesagt, anders herum: "Die griechische Wirtschaftsleistung ist geringer als die des Bundeslandes Hessen." - Dachten wir immer. Ist aber nicht so! Seit einigen Tagen ist bekannt, dass GR auch heute noch die größte Seehandelsflotte und gleichzeitig sogar eine der effektivsten besitz. Das wurde nur über Jahre heruntergerechnet... z.B. um Steuern nicht zahlen zu müssen. Sogar der IWF hat das über 10 Jahre falsch berechnet! Seit 2-3 Jahren ist bekannt, dass Griechenland riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen vor der Küste hat. Also arm sind die nicht. Irgend etwas anderes läuft da ab - wir werden's erleben, vielleicht schon nach der Sommerpause.
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