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17.05.2015 11:39

Nachhaltigkeitsbanken Wachstum in der Nische

von Brigitte Watermann Autor
Ethisch, ökologisch und sozial orientierte Banken in Deutschland führen ein Nischendasein. Doch die Zahl der Kunden wächst.
Nachhaltigkeitsbanken Wachstum in der Nische Verbraucherportal Biallo.de
Nachhaltigkeitsbanken kamen Ende 2013 auf rund 310.000 Kunden
Spargel im Januar und Erdbeeren im November? Für viele Verbraucher kommt das nicht in Frage. Und auch bei ihren Finanzen beschleicht immer mehr Leute das Gefühl, noch nicht an der richtigen Bankadresse zu sein. Auslöser dafür ist zum Einen die Finanzmarktkrise. Aber auch der schwere Atomunfall im japanischen Fukushima im Jahr 2011 hat bei vielen ein Umdenken ausgelöst. Seither fragen sich immer mehr Bundesbürger, bei welchen Banken sie ihr Geld in sozialen oder gar ökologischen Projekten arbeiten lassen können – statt Unternehmen aus Atom- oder Waffenindustrie zu Krediten zu verhelfen.

Nachhaltigkeitsbanken haben insgesamt rund 350.000 Kunden bundesweit

Es gibt sie, die ökologisch und nachhaltig orientierten Banken in Deutschland, die sich strenge Nachhaltigkeitskriterien bei der Vergabe von Krediten und bei der Anlagepolitik verordnet haben. Allerdings sind sie vielen Deutschen noch nicht bekannt: Erst jeder vierte Bundesbürger war 2012 über die Existenz von Nachhaltigkeitsbanken informiert. Mal abgesehen von den kirchlichen Häusern sind derzeit in Deutschland vor allem vier Kreditinstitute am Markt, die über Kundeneinlagen insbesondere soziale, ökologische oder ethisch orientierte Projekte oder Unternehmen finanzieren. Insgesamt kamen diese Nachhaltigkeitsbanken hierzulande Anfang 2015 auf rund 340 000 bis 350 000 Kunden nach unseren Schätzungen - Ende 2012 waren es nach Erkenntnissen der Bankberatungsgesellschaft ZEB aber erst 278.000 Kunden gewesen. Trotzdem bleibt der Marktanteil der Nachhaltigkeitsinstitute weiterhin mini.

Nachhaltigkeitsbanken: GLS Bank

Platzhirsch ist die schon 1974 gegründete GLS Bank, die fernab der Bankenmetropole Frankfurt im Herzen des Ruhrgebiets in Bochum residiert. Den Löwenanteil des Kundenwachstums aller Nachhaltigkeitsbanken im vergangenen Jahr konnte sie für sich gewinnen: Sie steigerte ihre Kundenanzahl um 23 000 und kam Ende 2014 inzwischen auf 188 000 Kunden. Seit ihrer Gründung hat sie sich auf Nachhaltigkeit bei der Geldanlage und im Kreditgeschäft spezialisiert. Wer dort sein Geld zum Beispiel in Form von Festgeld, Tagesgeld oder in einem Sparbrief anlegt, finanziert damit zum Beispiel Waldorfschulen und -kindergärten, Behinderten- und Senioreneinrichtungen, regenerative Energieprojekte, ökologische Landwirtschaft sowie Kulturprojekte und Vereine für mehr bürgerschaftliches Engagement. „Die Kunden, die zu uns kommen, wollen wissen, was wirklich mit ihrem Geld passiert“, sagt Vorstand Andreas Neukirch. „Ihnen ist wichtig, dass wir ihre Einlagen für die Kreditvergabe in zukunftsorientierten Branchen verwenden und das auch für sie nachvollziehbar machen.“ Dieses Programm kommt gut an: Die Bilanzsumme der Bank betrug 2014 die 3,64 Milliarden Euro (Plus 12,4 Prozent); auch die Zahl der Mitglieder der Genossenschaftsbank wuchs um knapp 5000 auf inzwischen gut 37 000. Ab einem Investment von 500 Euro kann man Mitglied werden, es winkt eine Dividende von zwei bis vier Prozent pro Jahr.
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Nachhaltigkeitsbanken: die Umweltbank

Bekannt ist auch die Umweltbank aus Nürnberg, die 1997 gegründet wurde. Das Wachstum fiel im Vergleich zur GLS Bank allerdings 2014 klar schwächer aus: Die Bilanzsumme legte um gut drei Prozent zu auf jetzt knapp 2,6 Milliarden Euro. Mittlerweile betreut sie gut 115.300 Kunden (Vorjahr: 114.400 Kunden) – und konzentriert sich auf ein Ziel: „So viele Umweltprojekte wie nur möglich zu fördern.“ Nach eigenen Angaben ist die Umweltbank die einzige Bank Deutschlands, die den Umweltschutz als Unternehmensgegenstand bereits in ihrer Satzung verankert hat. Sie finanziert ausschließlich Umweltprojekte – Erneuerbare Energien, Bio-Landbau und Ökohäuser. Für Geldanleger hat sie zum Beispiel Sparbriefe, Sparbücher und Sparverträge, aber auch ein Tagesgeldkonto im Angebot. Mutigere Zeitgenossen können seit 2001 auch in die Aktie der Umweltbank investieren. In den vergangenen fünf Jahren war das ein gutes Geschäft: Der Aktienkurs legte berechnet auf den Stichtag 31.3.2015 in dieser Frist um gut 266 Prozent zu.  

Nachhaltigkeitsbanken: die Ethikbank

Seit 2002 gibt es die Ethikbank, eine Niederlassung der Volksbank Eisenberg. Ihr Versprechen lautet: “Faire Bank statt Bankaffaire“. Ethikbank und ihre Mutter kommen aktuell gemeinsam auf rund 31 000 Kunden und rund 51 000 Konten - in etwa unverändert zum Vorjahr; für die Ethikbank allein gibt es keine aktuellen Zahlen - Ende 2013 führte sie rund 21.400 Konten. Das Institut offeriert ethisch-ökologische Girokonten, Geldanlagen und Kredite für Privat- und Geschäftskunden. Viel Mühe verwendet die Bank darauf genau zu offenbaren, wie und wo das Geld ihrer Kunden verwendet wird, aber auch die Eigenanlagen werden sehr im Detail aufgelistet. Einen Geschäftsschwerpunkt hat die Bank auch im Bereich von Krediten für die umweltfreundliche Modernisierung von Immobilien – ein Bereich, den die Bank weiter forcieren will. „Immer mehr Menschen wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert. Sie identifizieren sich zunehmend nicht mit dem bloßen Besitz des Geldes, sonder vor allem mit dem gesellschaftlichen Wert, den sie damit schaffen können“, so Vorstandsvorsitzender Klaus Euler. Folgerichtig veröffentlicht die Bank ihre Geschäfte transparent im Internet. Auch ihre eigenen Geldanlagen und der Kriterienkatalog werden aufgelistet. Auch 2014 setzte die Ethikbank erneut vor allem auf Girokonten und Geschäftskonten – für die Bank ein Indiz für den Wechsel der Hausbank.

Nachhaltigkeitsbanken: die Triodosbank

Erst seit Ende 2009 in Deutschland angetreten ist die niederländische Triodos Bank. Dabei zählt das Institut zu den führenden Nachhaltigkeitsbanken weltweit und ist seit ihrer Gründung 1980 bereits in zahlreichen Ländern aktiv. Ende 2014 hatte sie rund 530.000 Kunden (Vorjahr: 517.000 Kunden). Ihr Deutschland-Geschäft ist allerdings noch klein und hat erst rund 10.000 Kunden. Seit Herbst 2012 ist ein Girokonto im Angebot, um den Kunden als Hausbank dienen zu können. Mit den Kundengeldern werden unter anderem Windkraft- und Solaranlagen in Deutschland finanziert. Seit Sommer 2014 können auch deutsche Anleger in die Aktienähnlichen Rechte der Bank investieren.Eigenen Angaben nach brachten die Papiere eine Durchschnittsrendite von 4,9 Prozent in den vergangenen fünf Jahren2015 will sie in die Finanzierung von umweltfreundlichen Immobilien einsteigen.

Nachhaltigkeitsbanken: 0,5 Prozent Zins aufs Tagesgeld

Wer bei den Nachhaltigkeitsbanken auf Zinsknüller hofft, dürfte allerdings enttäuscht sein. Zinshopper gehören aber gerade nicht zur Zielgruppe der Nachhaltigkeitsbanken, denn dort setzt man gezielt auf längerfristige Anlagen, die dann für die Kreditvergabe genutzt werden können. Spitzenzinsen etwa beim Tagesgeld finden sich folglich bei anderen Anbietern. Bei der Triodos Bank gibt es auf Tagesgeld derzeit immerhin 0,25 Prozent ab dem ersten Euro.
Die Ethikbank dagegen offeriert bei Einlagen derzeit 0,01 Prozent - und hat ihre Zinsförderkonten daher aktuell auch nicht im Programm. „Im Gegensatz zu vielen anderen Banken haben wir weder ein Liquiditäts- noch ein Bonitätsproblem. Deshalb müssen wir keine Lockangebote in den Markt werfen, die aus Ertragsgesichtspunkten jenseits von Gut und Böse sind", so Ethikbank-Vorstand Klaus Euler. Die Umweltbank offeriert 0,4 Prozent bei einer Mindesteinlage von 500 Euro - bei monatlicher Zinsgutschrift. Die GLS Bank zahlt derzeit 0,1 Prozent. Zum Vergleich: Die besten bundesweiten Tagesgeldangebote stammen derzeit von der von der Volkswagen Bank, der 1822 direkt und der Renault Bank direkt, mit einem Zins von 1,1 Prozent. Der Marktdurchschnitt gemessen am Biallo-Index aller gelisteten Tagesgeldangebote liegt aktuell allerdings nur bei 0,35 Prozent (Stand: 9. Mai 2015).

Nachhaltigkeitsbanken: „Soziale Rendite“ statt Spitzenrendite

Um Spitzenzinsen geht es den Nachhaltigkeitsinstituten allerdings nicht - und ihren Kunden offenbar ebenso wenig. Die Bankberatungsgesellschaft ZEB hat dafür eine Erklärung: Die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Verwendung ihrer Spargelder, über die die Banken auf ihren Webseiten zum Teil aufgeschlüsselt auf einzelne Finanzierungsprojekte informieren, verschaffe den Kunden der Nachhaltigkeitsbanken eine „soziale Rendite“, die in ihrer Wertigkeit dem bisher üblichen Bewertungsmaßstab, der Verzinsung ihres Guthabens, nahe komme.

Unterschiede gibt es aber nicht nur bei den Zinsen, sondern auch beim Schutzniveau für Kundeneinlagen: Ethikbank und GLS gehören dem Sicherungsverbund der Volks- und Raiffeisenbanken an – was de facto einer Vollabsicherung entspricht. Die Umweltbank weist nur den gesetzlichen Mindestschutz von 100.000 Euro auf. Bei der Triodos Bank sind über die niederländische Einlagensicherung pro Kunde ebenfalls 100.000 Euro abgesichert.
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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
12.05.2012 - von josef marra
Nachhaltigskeitbanken
Nichts dagegen. Sollten sich aber mehr um sozialschwache Darlehensnehmer kümmern, die auch regelmäßig, wenn auch nur kleinere Zins und Tilgungsraten monatlich zurückzahlen können. Das ist ein Klienitel von ca.2 Mill. Menschen. Nur denen ist damit wirklich geholfen. Alles andere ist ökologischer Schwachsinn.
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