Bankbelege Wie lange muss man Kontoauszüge aufbewahren?

Bankbelege Wie lange muss man Kontoauszüge aufbewahren?

Max Geißler
von Max Geißler
21.04.2015
Auf einen Blick

Platzt der Ordner mit den Kontoauszügen aus allen Nähten, ist es Zeit zum Ausmisten. Doch welche Belege darf man wegwerfen und welche noch nicht?

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Von Zeit zu Zeit ist ein großes Aufäumen in den privaten Archivordnern fällig. Neben den Steuerdokumenten blähen vor allem zahllose Bankbelege die Ordner auf. Viele Papiere können Bankkunden mühelos entsorgen, andere sollte man nicht so vorschnell in den Papierkorb werfen. Grundsätzlich gilt: Eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist greift für Privatleute nur in Ausnahmefällen.

Häufig sind eher steuerliche Gründe für die Aufbewahrungspflicht ausschlaggebend. „Auftraggeber müssen zum Beispiel Zahlungsbelege für Handwerker- oder Dienstleistungen rund um Grundstück und Gebäude bis zu zwei Jahre lang dem Finanzamt vorlegen können“, sagt Alexander Baumgart, Pressesprecher bei der ING-Diba. Die Aufbewahrungsfrist beginnt am Ende des jeweiligen Kalenderjahres zu laufen. Hintergrund: Das Finanzamt möchte im Bedarfsfall kontrollieren können, ob ein Unternehmen die Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen hat. Baumgart verweist auf eine Besonderheit bei Kontoauszügen: „Für Privatpersonen mit positiven Einkünften von mehr als 500.000 Euro im Jahr besteht eine Aufbewahrungsfrist für Kontobelege von sechs Jahren.“

Verjährungsfrist erfordert Aufbewahrung

Doch auch für Verbraucher mit niedrigeren Einkünften kann es sinnvoll sein, die Bankbelege einige Jahre lang aufzuheben. Vor allem bei größeren Anschaffungen oder Investitionen können Sie mithilfe des Kontoauszugs zweifelsfrei belegen, dass eine Zahlung auch tatsächlich geleistet wurde. Orientierung für die notwendige Aufbewahrungsdauer bietet die gesetzliche regelmäßige Verjährungsfrist. Sie beginnt mit dem Ende des betreffenden Kalenderjahres und beträgt grundsätzlich drei Jahre. Bei Arbeiten von Handwerkern könne aber auch eine entsprechend längere Archivierung ratsam sein, da sich die Gewährleistungsfrist auf fünf Jahre beläuft.

Immer mehr Bankkunden ziehen elektronische Kontoauszüge via Download der papiergebundenen Form vor. Stellt sich die Frage, ob die digitalen Belege im Ernstfall genauso als Zahlungsnachweis gelten. Das Bundesfinanzministerium hat den Finanzämtern hierzu bereits im März 2006 eine klare Anweisung erteilt: Wenn ein Steuerpflichtiger einen Kontoauszug vorlegt, den eine Bank im unveränderbaren PDF-Format erstellt hat, gilt seine Nachweispflicht als erfüllt. Nur buchführungspflichtige Unternehmen müssen auch weiterhin Papierauszüge als Nachweisquelle vorhalten.

Unser Tipp:Viele Direktbanken bieten ein Online-Postfach an, in dem man elektronische Kontoauszüge drei Jahre aufbewahren kann. Wer die Belege länger archivieren will, sollte die Auszugs-Dateien auf den eigenen Computer herunterladen und regelmäßig eine Sicherungskopie auf einem separaten Speichermedium wie etwa einer externen Festplatte oder einem USB-Stick anfertigen.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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