Basiskonto Sparkassen langen auch hier deutlich zu

Horst Biallo
von Horst Biallo
25.10.2016
Auf einen Blick

Seit Juni müssen nicht nur die Sparkassen, sondern alle Banken ein sogenanntes Basiskonto anbieten. Die Preisunterschiede sind enorm.

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Basiskonten sind Girokonten, mit denen Kunden nicht ins Minus rutschen können. Die Bank also Basiskonten-Inhabern keinen Kredit gewährt.

Diese Konten sind gedacht für Flüchtlinge oder sozial Schwache, die nur ganz wenig Geld zur Verfügung haben. Mit diesem Basiskonto soll folgendes möglich sein:
 
 

  • Bareinzahlungen und Barauszahlungen tätigen
  • Lastschriften ausführen
  • Daueraufträge und Überweisungen durchführen
  • Online-Banking

Der Gesetzgeber hat für Basiskonten zwar keinen festen Preis genannt, sondern nur festgelegt, dass dieser „angemessen“ sein muss. Verbraucherzentralen verstehen darunter, dass die Entgelte dafür „keinesfalls höher sein sollten als diejenigen Kosten, die das Institut für normale Privat-/Gehaltskonten verlangt.“


Bis zu 8,95 Euro monatliche Grundgebühr

Wir haben uns die Preise zahlreicher regionaler Sparkassen und Banken angesehen. Bei den regionalen Instituten gibt es Licht und Schatten. Positiv fällt die Kasseler Bank auf, die nur zwei Euro im Monat nimmt und zwei VR-Bank-Cards gebührenfrei bereitstellt. Teuer wird es hingegen bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte. Diese verlangt nicht nur 7,90 Euro monatliche Grundgebühr, hinzu kommt eine Jahresgebühr von sechs Euro für die VR-Bank-Card. Zudem stellt sie 0,60 Euro für beleghafte oder telefonische Überweisungen in Rechnung. Selbst Online-Buchungen sind nicht im Preis enthalten. Für jede einzelne kassiert die Ingolstädter Bank 0,12 Euro.

Und was machen die überregionalen Banken? Besonders teuer ist Targobank mit einer monatlichen Grundgebühr von 8,95 Euro. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat dieses Geldinstitut daher auch abgemahnt genauso wie Deutsche Bank, Postbank, Sparkasse Holstein, Volksbank Karlsruhe und BB Bank. Ob und wie die Banken auf die Abmahnung reagieren, steht noch nicht fest.

3
 
Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
6,90%
 bis 0,4%
2.
 +5,34 €
6,99%
 bis 0,35%
3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €

Gebührenfreie Konten mit Schwachpunkt

Und die Direktbanken? DKB und ING-Diba bieten gebührenfreie Basiskonten an und nehmen kein Geld für Buchungen oder die Girocard. Der Schwachpunkt ist hier jedoch die Bargeldversorgung. Da es auch bei diesen Konten keine Kreditkarte gibt, über die beide Anbieter ansonsten ihre Bargeldversorgung im In- und Ausland abwickeln, sind Verbraucher auf die Girocard angewiesen.

Bei der DKB geht das aber nur bei einem Dutzend Niederlassungen in Berlin und den neuen Bundesländern. Die ING-Diba verweist auf ihre 1.200 Automaten, die man oft an Aral-Tankstellen im Bundesgebiet findet. Oder man kauft für mindestens 20 Euro bei Märkten von Rewe, Penny, Toom oder Netto-Markendiscount ein und erhält dort bis zu 200 Euro Bargeld.

Biallo-Tipp: Das beste Angebot macht Ihnen die Consorsbank. Zum gebührenfreien Online-Konto kommt eine kostenlose Girocard und sogar eine gebührenfreie Visakarte, mit der man in Deutschland und dem Rest der Welt an jedem Automaten mit Visa-Zeichen kostenlos Bargeld abheben kann.

Biallo-Lesetipp:

 Der Wechsel des Girokontos wird zum Kinderspiel. Die Banken übertragen jetzt selbstständig sämtliche Zahlungsaufträge von einem Konto zum anderen. Wie das funktioniert, lesen Sie in dem Beitrag "Fünf Schritte genügen".

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