Falschüberweisung Wie bekommt man sein Geld zurück?

Falschüberweisung Wie bekommt man sein Geld zurück?

Max Geißler
von Max Geißler
10.03.2015
Auf einen Blick

Ein Tippfehler und die Überweisung landet nicht auf dem gewünschten Empfängerkonto, sondern verirrt sich im Datendickicht der Bank. Wie kommt das Geld zurück?

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Beim Online-Banking kann es schnell zu Fehlern kommen. Anders als früher muss heute jeder, dem eine Falschüberweisung passiert, davon ausgehen, dass der Betrag nicht auf dem richtigen Empfängerkonto landet. „Aufgrund rechtlicher Regeln müssen Geldhäuser seit 2009 die Kontonummer nicht mehr mit dem Namen des Empfängers vergleichen“, erklärt Thomas Bieler von der ING-Diba den verringerten Kundenschutz. Eine Folge aus dieser Veränderung bestehe darin, dass Kunden gegenüber ihren Kreditinstituten seither keinen Anspruch mehr auf die Erstattung des fehlgeleiteten Betrags haben.

Auf Einsichtigkeit des Empfängers hoffen

Nunmehr gilt: Wenn Sie ihr Geld zurück haben wollen, sollten Sie schnell aktiv werden. Sobald Sie den Fehler bemerken, gilt es unverzüglich die Hausbank zu informieren. Unter Umständen kann sie die Falschüberweisung noch vor Gutschrift des Betrags auf dem Empfängerkonto stoppen. „Fällt der Fehler erst später auf, wird es kompliziert, weil Banken Namen und Anschrift ihrer Kunden ohne deren Zustimmung aus Datenschutzgründen nicht weitergeben dürfen“, so Bieler. Da der Auftraggeber der Überweisung Namen und Adresse des unbeabsichtigten Empfängers nicht kenne, bleibe ihm nur eine Möglichkeit: Er muss die Bank des Empfängers direkt anschreiben, den Fall schildern und das Geldhaus bitten, den Rückforderungsbrief an den Kontoinhaber weiterzuleiten, damit dieser eine Rücküberweisung veranlasst.

Letztes Mittel bei Falschüberweisung: Der Gang zum Anwalt

Reagiert der Zahlungsempfänger nicht, bleibt Ihnen als Geschädigten nur der Weg zum Rechtsanwalt. Schließlich hat der Unbekannte das Geld zu Unrecht erhalten und gilt juristisch gesehen als „ungerechtfertigt bereichert“. Der Begünstigte muss das Geld wieder herausrücken, entschied denn auch das Oberlandesgericht Celle in einem entsprechenden Fall (Az. 3 U 11/05).

Zwar berufen sich im Fall einer Falschüberweisung die glücklichen Empfänger auf die Regelung der „Entreicherung“. Dies ist möglich, zum Beispiel wenn der Kontoinhaber gar nicht mitbekommen hat, dass sein Konto aus versehen einen zu hohen Kontostand aufweist und er das Geld bereits ausgegeben hat. Die Gerichte erlauben den Tatbestand der „Entreicherung“ aber nur in seltenen Fällen. Die Celler Oberlandesrichter warfen im zu entscheidenden Fall dem Kontobesitzer vor, er habe seine Kontoauszüge nicht regelmäßig geprüft, wozu er als Girokontobesitzer aber verpflichtet sei. Bei genauer Prüfung wäre die Falschüberweisung ganz sicher aufgefallen. Der Mann musste die unberechtigt erhaltenen 5.000 Euro erstatten, obwohl er sie bereits ausgegeben hatte.

Falschüberweisung durch Überweisungsvorlage ausschließen

Problematisch wird es, wenn Sie als geschädigter Bankkunde Namen und Adresse des Empfängers nicht ausfindig machen können. Dann ist auch die Hilfe durch einen Rechtsanwalt nicht möglich. Im schlimmsten Fall müssen Sie das Geld abschreiben.

Tipp: Prüfen Sie vor jeder Überweisung die Bankleitzahl und die Kontonummer sowie den Betrag, bevor Sie den Auftrag freigeben. Überweisen Sie häufig Geld an den selben Empfänger, dann können Sie sich eine korrekte Überweisungsvorlage anlegen – damit entfällt das Zahlendreher-Risiko ganz von selbst.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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