Paydirekt Online-Bezahlsystem "Made in Germany"

Max Geißler
von Max Geißler
17.08.2016
Auf einen Blick

Paypal, Clickandbuy oder Sofortüberweisung kennt inzwischen jeder. Doch was ist Paydirekt? Und welche Vorteile sind für Sie drin?

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Der Online-Handel boomt. Im Jahr 2015 stieg der Umsatz im deutschen Internethandel auf über 50 Milliarden Euro. Damit werden inzwischen knapp zwölf Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens in Deutschland online abgewickelt – Tendenz steigend. Damit der Online-Handel reibungslos funktioniert, benötigen Käufer und Verkäufer sichere, günstige und einfach zu bedienende Bezahlverfahren.

Die Palette ist inzwischen riesig: Sie reicht von „klassischen“, aus dem Versandhandel bekannten Verfahren wie Vorkasse, Lastschrift oder Kauf auf Rechnung über „elektronische“ Zahlvarianten, wie Kreditkarten und Paypal, bis hin zu internetbasierten Zahlmethoden, beispielsweise der Sofortüberweisung.

Doch alle Verfahren haben Vor- und Nachteile. Diese liegen vor allem im Sicherheitsbereich. Bei der Kreditkartenzahlung gelangen Händler beispielsweise an sensible Daten wie Kreditkartennummer, Sicherheitsnummer und Gültigkeitsdauer der Karte. Hier können Sie nur auf die Seriosität des Händlers hoffen, damit keine unberechtigten Abbuchungen erfolgen.

Anders beim Kauf auf Rechnung: Dieser ist für Sie als Verbraucher völlig sicher. Für den Händler besteht jedoch die Gefahr, dass die Rechnung verzögert oder gar nicht beglichen wird. Aus diesem Grund bevorzugen viele Verkäufer die Vorkasse. Hier müssen Sie vor Lieferung der Ware das Geld überweisen – damit ist der Online-Händler auf der sicheren Seite. Weil das Risiko aber auf die Kunden abgewälzt wird, findet das Verfahren bei Verbrauchern weniger Anklang.

Elektronische Zahlverfahren wie Paypal immer beliebter

Das meistgenutzte Online-Bezahlsystem ist heute Paypal. Bei dem speziell für den E-Commerce entwickelten Verfahren fließt das Geld nicht direkt zum Empfänger, sondern über den Bezahldienst. Dazu ist der Onlineshop über einen Account mit Paypal verknüpft. Als Käufer müssen Sie ein Kundenkonto anlegen und Ihre Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegen.

Alternativ können Sie das Paypal-Konto auch mit einem Geldbetrag aufladen. Zum Bezahlen klicken Sie dann auf den Paypal-Link des Händlers, melden sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und dem Passwort an und bestätigen den Betrag – fertig. Das TÜV-geprüfte Zahlungssystem verspricht hohe Sicherheit bei der Datenverwaltung und Online-Transaktionen.

Nachteile: Erstens erstellt Paypal Profile der Kunden und verkauft die Daten weiter. Zweitens können Sie zwar geleistete Zahlungen widerrufen, da Sie aber einen Zahlungsauftrag erteilt haben, kann der Händler auf der Ausführung des Auftrags bestehen. Bereits abgewickelte Zahlungen können Sie deshalb nicht zurückfordern. Ausnahme: Die Ware ist schadhaft, entspricht nicht den Erwartungen oder trifft gar nicht erst ein. Dann ersetzt Paypal den Kaufpreis und die Versandkosten. Ähnlich wie Paypal funktioniert Clickandbuy.

Paydirekt: Abbuchung ohne Umwege

Um Umwege über Händler oder fremde Bezahldienste auszuschließen und damit Sicherheitsrisiken zu minimieren, starteten deutsche Banken und Sparkassen das Bezahlsystem Paydirekt. Initiatoren waren Privatbanken wie Deutsche Bank, Postbank, Comdirect, Hypovereinsbank, Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen.

Vorteil für Sie: Paydirekt verkauft keine Shoppingdaten und ist direkt an das eigene Girokonto angebunden. „Als rein deutsches Bezahlsystem unterliegt es den strengen heimischen Regeln und Datenschutzbestimmungen“, ergänzt Philip Laucks von der Postbank. Der Kunde müsse sich lediglich einmalig bei seiner Bank für Paydirekt anmelden.

Beim Onlineshopping loggt er sich dann über das Paydirekt-Konto bei seiner Bank ein und diese überweist den fälligen Betrag vom Girokonto direkt auf das Händlerkonto. Dritte Zahlungsdienstleister sind nicht im Spiel. „Wir garantieren, dass die Transaktionsdaten bei Paydirekt dem Schutz des Bankgeheimnisses unterstehen“, unterstreicht Laucks.

Pluspunkte für Paydirekt

Paydirekt bringt weitere Vorteile für Kunden: Sollte der Händler nicht liefern, nimmt der eigene Reklamationsservice Kontakt auf. Kann der Händler den Versand der Ware nicht nachweisen, erhalten Sie als Kunde Ihr Geld zurück. Im Gegensatz zum Online-Bezahldienst „Sofortüberweisung“, bei dem ebenfalls die Überweisung direkt vom eigenen Girokonto auf das Konto des Händlers fließt, ist bei Paydirekt kein fremder Zahlungsdienstleister zwischengeschaltet. Dadurch erhalten Dritte keinen Informationen über sensible Kontodaten und erhalten keinen Einblick auf Ihr Konto.

Einen Nachteil hat Paydirekt allerdings: Im Gegensatz zur Sofortüberweisung oder Paypal können Sie an diesem Bezahlverfahren nur dann teilnehmen, wenn Ihre Bank an das System angeschlossen ist.

Tipp:Hier finden Sie alle teilnehmenden Online-Shops.

Biallo-Tipp:

Es gibt zigtausende Onlineshops im In- und Ausland und das Warenangebot ist schier grenzenlos. Doch wie finde ich den Richtigen? Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: "So finden Sie den richtigen Online-Shop".

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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