Girokonto und Gebühren Postbank bittet Mittelstand zur Kasse

Girokonto und Gebühren Postbank bittet Mittelstand zur Kasse

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
19.08.2016
Auf einen Blick

Die Postbank schraubt zum 1. November dieses Jahres an der Gebührenschraube. Viele Kunden müssen erstmals Kontoführungsgebühren bezahlen.

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Durchschnittsverdiener gucken in die Röhre

Ab dem 1. November kostet das Basiskonto (Girokonto Plus) der Postbank 3,90 Euro im Monat, anstatt den bisherigen 5,90 Euro. Das klingt zwar erstmal erfreulich, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Zwar war die bisherige Kontoführungsgebühr teurer, zahlen mussten allerdings nur Kunden, die weniger als 1.000 Euro monatlichen Geldeingang verzeichnen konnten. Ab November müssen alle Postbankkunden die geforderten 3,90 Euro im Monat bezahlen - unabgängig vom Geldeingang. Sollten Sie mehr als 3.000 Euro netto im Monat verdienen, lohnt sich ein Wechsel zum Komfortkonto "Giro Extra Plus" - dieses ist dann für Sie kostenlos.

Ein Beispiel: Ein 30-jähriger Angestellter ohne Kinder verdient 5.000 brutto im Monat. Bei Steuerklasse I und Abzug aller Sozialabgaben und Steuern (ohne Kirchensteuer), würden ihm ca. 2.911 Euro übrig bleiben - zu wenig für die Postbank.

Online-Konto für 1,90 Euro im Monat

Kontoführungsgebühren sind also bei der Postbank nichts Neues. Neu ist aber, dass Kunden mit dem Online-Konto (Giro direkt), die ihre Bankgeschäfte am liebsten online, per Selbstbedienungsterminal ihre Bankgeschäfte tätigen, eine Gebühr von 1,90 Euro monatlich zahlen müssen. Dabei beruft sich die Postbank auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. „Das Marktumfeld mit insbesondere dem Niedrigzinsniveau macht es uns immer schwerer, mit dem Girokonto Geld zu verdienen. Klar ist, dass unsere Dienstleistungen einen Wert und damit einen Preis haben“, sagt Susanne Klöß, Vorstand für Produkte bei der Postbank.

Erst mitbegründet, jetzt verworfen

Interessant ist, dass die Postbank mit ihren rund 14 Millionen Kunden – davon mehr als fünf Millionen Girokonten – vor knapp 20 Jahren erstmals ein Gratis-Konto einführte. Somit trug die Postbank wesentlich zu der „Gratis-Kultur“ für Girokonten bei, die wir heute als selbstverständlich erachten.

Nicht ärgern, sondern wechseln!

Sie wollen sich nicht mit den Kontoführungsgebühren abfinden? Dann wechseln Sie doch einfach zu einer der zahlreichen Direktbanken. Beispielsweise bietet die Deutsche Kreditbank (DKB) ein kostenloses Girokonto mit Kreditkarte an. Vorteil: Auf das Kreditkartenkonto erhalten Sie einen Zinssatz von 0,6 Prozent – also bereits auf Tagesgeld-Niveau.

Biallo-Tipp:

Im Biallo-Girokonto-Vergleich belegen die DKB und ING-Diba die ersten beiden Plätze. Wir haben beide Produkte ausführlich für Sie getestet. Klicken Sie einfach auf den Anbieternamen.

3
 
Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
6,90%
 bis 0,4%
2.
 +5,34 €
6,99%
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3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €
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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

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