Sepa Überweisung Wie verhalte ich mich bei Tippfehlern?

Max Geißler
von Max Geißler
27.03.2015
Auf einen Blick

Der einheitliche Zahlungsverkehr in Europa bescherte deutlich längere Kontonummern. Was passiert, wenn man die IBAN falsch eintippt?

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Seit letztem Jahr gilt in Europa der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payments Area). Damit spielt es für EU-Bürger künftig keine Rolle mehr, in welchem Staat der Union sie ihr Konto führen und wohin sie Geld transferieren. Verbraucher haben den Vorteil, dass sie ihren Zahlungsverkehr im SEPA-Raum mit nur einem Konto abwickeln können und keine Überweisungsgebühren mehr zahlen brauchen. Nach Expertenschätzungen könnten Haushalte, Unternehmen und Banken dadurch binnen sechs Jahren bis zu 123 Milliarden Euro sparen. Positiv: Zum künftigen SEPA-Raum gehören nicht nur die 27 EU-Länder, sondern auch die Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), etwa Schweiz, Luxemburg, Norwegen und Island.

SEPA: Kontonummer hat 22 Stellen

Eine der wichtigsten Neuerungen für Bankkunden ist die Einführung einer neuen Kontonummer. Die sogenannte IBAN-Nummer hat insgesamt 22 Stellen. Sie beinhaltet die bisherige Kontonummer, die deutsche Bankleitzahl sowie das Länderkürzel DE für Deutschland und eine Prüfziffer. Die IBAN-Nummer findet sich inzwischen auf allen Kontoauszügen und Bankbriefen, zum Teil auch auf Bankkarten. Die Umstellung auf die neue IBAN-Kontonummer erfolgte automatisch, auch die Übernahme von Daueraufträgen und Lastschriften wurde gewährleistet.

SEPA Überweisung: Was passiert bei Tippfehlern und Zahlendrehern?

Mit der Einführung der IBAN soll die Wahrscheinlichkeit einer fehlerhaften Überweisung geringer werden. Grund: Die Prüfziffer des SEPA-Kontos korrespondiert mit der Bankleitzahl und der Kontonummer, so dass Zahlendreher bei Eingabe einer falschen Bankleitzahl oder Kontonummer zu einer anderen Prüfziffer führen. Doch selbst wenn die IBAN die Wahrscheinlichkeit einer unkorrekten Überweisung reduziert, gilt weiterhin: Für Zahlendreher haften Sie! Geben Sie Kontonummer und Bankleitzahl falsch an und wird der Überweisungsbetrag einem falschen Konto gutgeschrieben, so können Sie hierfür nicht Ihr Geldinstitut verantwortlich machen. Sie müssen sich das Geld auf eigene Faust vom Empfänger wiederholen. „Die Banken und Sparkassen brauchen seit 2009 nicht mehr zu prüfen, ob Name und Kontonummer des Empfängers in sich stimmig sind“, heißt es dazu aus der Pressestelle der Verbraucherzentrale NRW. Seither zähle allein die Kundenkennung, also Kontonummer und Bankleitzahl oder IBAN.

Was tun, wenn das Geld auf ein falsches SEPA-Konto fließt?

Wenn Sie falsch geleitetes Geld zurück haben wollen, sollten Sie schnell aktiv werden. Sobald Sie den Fehler bemerken, gilt es unverzüglich die Hausbank zu informieren. Unter Umständen kann sie die Überweisung noch vor Gutschrift des Betrags auf dem falschen Empfängerkonto stoppen. Ist die Transaktion bereits abgeschlossen, können Sie das kontoführende Institut bitten, Ihnen zu helfen, das Geld vom falschen SEPA-Konto zurückzuerhalten. Eine Zahlungsgarantie ist damit aber nicht verbunden. „Weigert sich der Empfänger, das Geld zu erstatten, so geben Banken und Sparkassen die Empfängerdaten und an den Zahler weiter, damit er notfalls gerichtliche Schritte einleiten kann“, so die Verbraucherzentrale NRW. Eine Verletzung des Bankgeheimnisses sei damit nicht verbunden. Allerdings dürfen sich die Geldinstitute ihre Hilfe bezahlen lassen. Dies erlauben die gesetzlichen Regelungen.

SEPA: Überweisungsvorlage anlegen

Bankkunden sollten vor jeder Überweisung die IBAN sowie den Betrag genau prüfen, bevor sie den Auftrag frei geben. Überweisen Sie häufig Geld an den gleichen Empfänger, dann sollten Sie sich eine korrekte Überweisungsvorlage anlegen und diese im Bankportal speichern – dann entfällt das Zahlendreher-Risiko ganz von selbst.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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