Schlechte Stimmung durch höhere Kontogebühren

Gebührenschock beim Girokonto? So halten Sie die Kontokosten in Schach

Max Geißler
von Max Geißler
11.10.2016
Auf einen Blick

Banken und Sparkassen erhöhen die Gebühren für Girokonten. Ist Ihr Konto jetzt zu teuer, dann steigen Sie doch einfach um. Biallo.de zeigt, wo es noch Gratiskonten gibt.

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Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bringt Banken in die Bredouille. Die Einnahmen sinken und damit auch die Gewinne. Die Geldhäuser versuchen mit Gebührenerhöhungen die Verluste auszugleichen. Große Player im Privatkundengeschäft wie die Postbank oder die Hypovereinsbank hatten bereits vor einiger Zeit Gebührenerhöhungen beim Girokonto angekündigt, jetzt verärgern die Sparkassen mit satten Aufschlägen ihre Kunden.


Einige Beispiele:

  • Berliner Sparkasse: Das "Giro Pauschal"-Konto verteuert sich um satte 75 Prozent. Statt vier kostet das Girokonto ab Dezember monatlich sieben Euro.
  • Hamburger Sparkasse: Das klassische Girokonto der Haspa berechnet ab Herbst 3,95 statt bislang 2,95 Euro – ein Aufschlag von 34 Prozent.
  • Stadtsparkasse München: Das Girokonto "Komfort" klettert von 4,95 Euro auf 7,95 Euro – eine Verteuerung um gut 60 Prozent.

Girokonten berechnen Leistungen extra

Doch nicht nur die Kontoführungsgebühr steht im Focus der Banken, auch bislang häufige Gratisleistungen wie Geldtransfers oder Lastschriften werden nun teilweise einzeln abgerechnet. Das betrifft nicht nur Überweisungen am Bankschalter. Auch wer das SB-Terminal seiner Bank nutzt und eigenhändig überweist, wird zur Kasse gebeten. Inhaber des "Vorteilkonto Pur" der Sparkasse Düsseldorf zahlen beispielsweise einen Euro, wenn sie eigenhändig Geld am Bankautomat überweisen. Die Braunschweigische Landessparkasse erhebt für den gleichen Vorgang zwei Euro, die Hypovereinsbank sogar 2,50 Euro.

Zudem fordert eine Reihe von Girokonten Gebühren für Lastschriften. So berechnet beispielsweise die Stadtsparkasse München beim Girokonto "Individual" für jede Lastschrift 30 Cent. Und das ist noch nicht alles: Wer Bargeld am Sparkassen-Automat abhebt, zahlt dafür ebenfalls 30 Cent.


Was sind die Alternativen?

Wie der Biallo Girokonto-Vergleich zeigt, kosten teure Konten bis zu 180 Euro im Jahr, etwa das "Joker-Premium"-Konto der Hamburger Sparkasse. Das muss nicht sein. Vor allem Direktbanken punkten nach wie vor mit kostenlosen Girokonten. Gratiskonten finden Sie beispielsweise unter anderem bei Comdirect, Consorsbank, DKB und ING-Diba. Auch bei Filialbanken werden Sie fündig. So überzeugt beispielsweise das "1/2/3 Girokonto" der Santander Bank mit kostenloser Kontoführung und gebührenfreien Kreditkarten. Girokonten zum Nulltarif finden Sie auch bei vielen PSD Banken und Sparda Banken.
 

Banken helfen jetzt beim Kontowechsel

Der Kontowechsel ist seit September 2016 völlig unproblematisch. Banken und Sparkassen müssen Ihnen nämlich jetzt behilflich sein, wenn Sie mit dem Girokonto zur Konkurrenz wechseln. Das neue Zahlungskontengesetz verpflichtet Ihr bisheriges Institut der neuen Bank mitzuteilen, welche Geldtransfers in den vergangenen 13 Monaten von Ihrem Konto ab- bzw. auf das Konto eingegangen sind.

"Dazu muss der Kunde bei der neuen Bank ein Ermächtigungsformular ausfüllen", erklärt Björn Mammen von der ING-Diba. Das Papier schickt die neue Bank dann zum bisherigen Institut damit dieses sämtliche Lastschriften, Daueraufträge und Terminüberweisungen herausfiltern kann. "Kommt das Papier zur gewünschten Bank zurück, hat das Geldhaus fünf Geschäftstage Zeit, um die Zahlungspartner über das neue Konto zu informieren sowie Daueraufträge und Terminüberweisungen einzurichten", so Mammen. Insgesamt räumt der Gesetzgeber zwölf Tage für die Kontoumstellung ein.

Biallo-Lesetipp:

Der Wechsel des Girokontos wird zum Kinderspiel. Die Banken übertragen jetzt selbstständig sämtliche Zahlungsaufträge von einem Konto zum anderen. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Beitrag: "Girokonto-Wechsel: Fünf Schritte genügen".

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Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
6,90%
 bis 0,4%
2.
 +5,34 €
6,99%
 bis 0,35%
3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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