Günstigere Kredite Ihre Wege aus der Dispo-Falle

Günstigere Kredite Ihre Wege aus der Dispo-Falle

Max Geißler
von Max Geißler
19.02.2016
Auf einen Blick

Überziehen auch Sie öfter Ihr Girokonto? Ein Drittel aller Dispo-Nutzer steht regelmäßig mit mindestens 500 Euro in den Miesen - das hat eine Umfrage im Auftrag der ING-Diba ergeben. Noch schlimmere Zahlen registrieren die Schuldnerberatungsstellen.

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Knapp die Hälfte der Ratsuchenden überzieht ihr Konto um mehr als 3.000 Euro. Und das ist ruinös teuer: Nach den neuesten Zahlen des Verbraucherportals biallo.de verlangen rund 270 Banken in Deutschland im Schnitt mehr als zehn Prozent Zinsen für den Dispo – gerade Volksbanken und Sparkassen sogar oft noch mehr.

Nach Angaben der Bundesbank stehen deutsche Privathaushalte allein wegen dieser Überziehungen mit einer Milliarde Euro in der Kreide. Zum 21. März trat ein Gesetz in Kraft, das Banken verpflichtet, bei hohem Kontominus zumindest beratend aktiv zu werden.
 

Kontoüberziehung: Beratungspflicht für Banken

Überziehen Sie als Bankkunde dauerhaft Ihr Girokonto, müssen Sie die Kreditinstitute künftig über kostengünstige Alternativen beraten. Die Beratungspflicht greift, wenn Sie als Kontoinhaber den eingeräumten Disporahmen mehr als ein halbes Jahr lang ununterbrochen zu 75 Prozent ausnutzen. Wird das Kontominus zu über 50 Prozent in den Bereich der geduldeten Überziehungen ausgedehnt, soll die Beratung bereits nach drei Monaten erfolgen.

Das persönliche Gespräch geschieht per Telefon oder in der Filiale. Zugleich müssen die Kreditinstitute die Höhe ihrer Dispozinsen bald deutlich sichtbar auf ihrer Internetseite anzeigen.

Schulden Sie in einen Ratenkredit um

Zur Schuldensenkung empfehlen Banken gern das Umschulden in ein kostengünstiges Ratendarlehen. Als Kreditnehmer erzielen Sie dabei zwei entscheidende Vorteile: Ihr Girokonto kommt aus dem Minus und die Zinslast verringert sich. Top-Kredite für weniger als drei Prozent Zinsen, wie sie Bank of Scotland, Degussa oder Santander Consumer Bank anbieten, sind in der Lage, hohe Dispokosten zu Dritteln.

Das klappt aber nur, wenn man den Bestzins erhält. Dispo-Sünder zahlen jedoch oft Zuschläge. In diesem Fall empfehlen sich Kredite mit bonitätsunabhängigen Zinsen, hier lauert kein Aufpreis bei schlechter Kassenlage. Top-Offerten unter vier Prozent kommen zum Beispiel von Oyak Anker Bank und ING-Diba.

Positiv: Ratenkredite arbeiten mit unveränderlichen Zinsen, anhand der Laufzeit können Sie die Kreditrate individuell einstellen. So steht fest, wie viel Sie monatlich an die Bank zurückzahlen müssen und wann Sie schuldenfrei sind.

Mein Tipp: Nicht vergessen, den Dispo zu löschen, sonst lockt erneut die Versuchung.
 

Wechseln Sie zu einem Girokonto mit niedrigem Dispozins

Ist klar, dass Ihr Girokonto immer mal wieder ins Minus rutscht, empfiehlt sich ein Konto mit niedrigem Dispozins. Statt zehn oder zwölf Prozent erheben etwa DKB, 1822 direkt oder Consorsbank nur zwischen sieben und acht Prozent Zinsen. Noch günstiger ist manche Regionalbank. So fordert die PSD Bank Berlin-Brandenburg für ihr Girodirekt-Konto 6,28 Prozent Dispozins, die PSD Bank Westfalen-Lippe für das Girodirekt Premium 6,70 Prozent.

Mein Tipp:Achten Sie beim Bankwechsel auf Kontogebühren. Fordert ein Geldhaus Monat für Monat sechs oder acht Euro Pauschale, ist die Dispozins-Ersparnis schnell dahin. Das gleiche gilt, wenn hohe Gebühren beim Geldabheben oder für Kreditkarten anfallen.

Ihre Alternative: Externer Abrufkredit

Eine Alternative zum teurem Dispokredit ist ein preiswerter Abrufkredit. Viele Banken gewähren diese kostenlosen Rahmendarlehen, die Sie wie einen Dispokredit beliebig oft in Anspruch nehmen können. Die Tilgung ist flexibel. Sie zahlen entweder die fälligen Zinsen oder eine geringe Mindesttilgung von ein oder zwei Prozent zurück. Sondertilgungen sind jederzeit möglich. Extrem preiswert ist der Abrufkredit der Volkswagen Bank mit 2,99 Prozent Zinsen, die Bank 11 berechnet 4,85 Prozent.

Mein Tipp: Abrufdarlehen sind auch als externer Kreditrahmen bei einem anderen Geldhaus möglich, zum Beispiel bei der Deutschen Bank, PSD Bank Hannover und ING-Diba. Überweisen Sie einfach den gewünschten Betrag auf ihr Girokonto – und schon startet der Einkauf.

3
 
Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
6,90%
 bis 0,4%
2.
 +5,34 €
6,99%
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3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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