Grundbesitzerhaftpflicht
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Samuel Biallowons
Samuel Biallowons
Wenn jemand auf dem Schnee ausrutscht und sich verletzt, zahlt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Wer braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?

Dass Eigentum verpflichtet, ist nichts Neues. Und diese alte Weisheit gilt natürlich auch für Grund, Boden und Immobilienbesitz. Kommt ein Dritter auf einem Grundstück zu Schaden, haftet der Haus- oder Grundbesitzer. Beispiel: Der Postbote rutscht auf dem Weg zum Briefkasten aus, oder ein Baum fällt bei Sturm auf das Gartenhaus des Nachbarn und zerstört es. In diesen Fällen springt die Grundbesitzerhaftpflicht ein und bewahrt den Eigentümer vor finanziellen Folgekosten.

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben, somit keine Pflichtversicherung. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber der Zustand, in dem sich das Grundstück oder die Immobilie befinden sollten! Als Besitzer unterliegt man der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, Grund und Boden müssen sich in einem Zustand befinden, der jegliche Gefährdung von Personen ausschließt.

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht empfiehlt sich für:

  • Eigentümer von Mehrfamilienhäusern,
  • Vermieter von Einfamilienhäusern
  • Eigentümer von unbebauten Grundstücken
  • Eigentümergemeinschaften

Schnell kann sich ein Personenschaden samt Folgekosten in Millionenhöhe bewegen, denn die Haftungsverpflichtung ist laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) unbeschränkt. 

Welche Schäden sichert die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ab?

Sämtliche Schäden, die auf einem Grundstück passieren, sind durch die Versicherung abgedeckt. Kippt ein Baum im Sturm um und stürzt auf ein Auto, ist dies ein Sachschaden, der den Grundstückseigentümer nicht in den Ruin treiben wird. Anders kann es aber bei Personenschäden aussehen. Stürzt zum Beispiel der Postbote im Winter auf dem Gehweg so unglücklich, dass er einen dauerhaften Schaden davon trägt und nicht mehr arbeiten kann, muss der Eigentümer eine lebenslange Rente und Schmerzensgeld zahlen. Selbst wenn Personen durch ihre eigene Unachtsamkeit zu Schaden kommen, haftet der Grundstücksbesitzer.

Achtung: Bei selbst bewohnten Einfamilienhäusern greift im Schadensfall die private Haftpflichtversicherung. Lebt der Eigentümer selbst im Haus, ist der Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht überflüssig. Nur für den Fall, dass Sie Grundstück und Immobilie vermietet haben, übernimmt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht im berechtigten Schadenfall die finanziellen Forderungen, bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Nicht relevant ist, ob sich ein Schaden auf einem unbebauten oder einem bebauten Grundstück ereignet.

Welche Leistungen bietet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?

Als passiver Rechtsschutz prüft sie, ob die Forderungen Dritter gerechtfertigt sind. Kommt trotz Einhaltung aller Auflagen seitens des Besitzers ein Dritter zu Schaden, kontrolliert der Versicherer, wer für den Schaden verantwortlich ist. Einen unberechtigten Anspruch wehrt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ab. Notfalls auch mit dem Gang vor Gericht. Sind die finanziellen Forderungen und Schadensersatzansprüche gerechtfertigt, übernimmt sie die Versicherung komplett, oder mindestens bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Versicherungsnehmer können neben natürlichen auch juristische Personen sein.

Welche Höhe sollte die Versicherungssumme haben?

Bei den meisten Anbietern variieren die Versicherungssummen zwischen einer und zehn Millionen Euro. Experten raten frei nach dem Motto: „mehr bringt mehr“, zu einer Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro. Die Unterschiede bestehen hier bei Absicherungsbeträgen und Leistungen. Eine höhere Versicherungssumme macht nicht zwingend einen höheren Beitrag aus. Ein Vergleich der Anbieter ist quasi Pflicht! Lassen Sie sich unbedingt mehrere Angebote machen und vergleichen Sie mit unseren Rechnern. 
Wichtig für Vermieter: Die Beiträge der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sind umlagefähig. Das bedeutet, dass der Eigentümer die Versicherungsbeiträge über die Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen kann. Als Vermieter sollten Sie daher dringend prüfen, ob sich eine Selbstbeteiligung lohnt.

Was beeinhaltet der Versicherungsschutz?

Was unterliegt dem Versicherungsschutz der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?

Eingeschlossen sind alle Gebäude, Nebengebäude und das komplette Grundstück. Dazu gehören der Baumbestand, Hecken und andere Bepflanzungen. Auch ein Teich oder Brunnen sind inbegriffen. Wenn nötig, kann man zusätzlich Arbeitsmaschinen, wie Schneefräse oder Rasenmäher absichern. Extra angeben und aufnehmen sollten Sie die Photovoltaikanlage.  

Empfehlung für Eigentümergemeinschaften 

Hausverwaltungen empfehlen Eigentümergemeinschaften den Abschluss einer gemeinsamen Police. In diesem Falle ist die Wohnungseigentümergemeinschaft als unnatürliche Person der Versicherungsnehmer. Die Beiträge werden geteilt und mit dem Hausgeld eingezogen. Ereignet sich ein Unfall in Gemeinschaftsräumen, wie Waschküche oder Fahrradkeller, trägt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht die finanziellen Folgekosten. Andernfalls müssten diese durch die Eigentümer getragen werden. Auch Unfälle auf dem Gehweg, im Hof oder im Treppenhaus sind durch diese Versicherung abgedeckt. Ein Hausmeister, Reinigungspersonal, Gärtner oder andere Personen, die im Auftrag der Besitzer arbeiten, sind im Versicherungsschutz mit eingeschlossen.

Brauche ich die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, wenn ich das Haus selbst bewohne?

Nein. Bewohnt man selbst das eigene Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte, kann man auf den Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht verzichten. Stürzt durch zu viel Schneelast ein Baum auf ein vor dem Grundstück geparktes Auto, greift die private Haftpflichtversicherung des Eigentümers. Diese sollten Sie als absolutes Muss ansehen und unbedingt abschließen.

Eltern haften für ihre Kinder?

Grundstücksbesitzer eines unbebauten Grundstücks oder Waldstücks müssen, genauso wie Besitzer eines bebauten Grundstücks, Gefahrenquellen beseitigen oder sichern. Alter Baumbestand oder durch Unwetter beschädigte Bäume, ein kleiner Teich, Gerümpel oder ein verfallener Schuppen können unberechenbare Gefahren bergen. Lediglich das Aufstellen des Hinweisschildes „Eltern haften für ihre Kinder“ befreit nicht von der Verantwortung auf einen verkehrssicheren Zustand seines Grund und Bodens zu achten.

Spielen Kinder auf ungesicherten Grundstücken, kann es leicht zu einem Unfall kommen. Verletzt sich ein Kind, können die Kosten von Krankentransport, Arzt, Krankenhaus und Schmerzensgeldzahlungen in die Höhe schießen. Dann kommen erhebliche finanzielle Ansprüche auf den Grundbesitzer zu. Hat er sämtliche notwendigen Vorkehrungen zur Absicherung getroffen und das Grundstück entspricht den Auflagen der Verkehrssicherungspflicht, wendet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht diese finanziellen Ansprüche vom Eigentümer ab und übernimmt sie.

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