Schadensfall: So viel Zeit hat die Versicherung

Kfz-Haftpflicht Schadensfall: So viel Zeit hat die Versicherung

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
06.01.2017
Auf einen Blick
  • Urteil: Die Kfz-Haftpflichtversicherung hat acht Wochen Zeit für die Prüfung des Sachverhalts, nachdem ihr gegenüber der Schaden beziffert worden ist.
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Es ging dem Autofahrer nicht schnell genug. Nach dem Zusammenstoß mit einem Lkw verging Woche um Woche, bis der Schaden an seinem Pkw von der Haftpflichtversicherung anerkannt wurde. Schuld an dem Crash war der Lasterfahrer. Was den Fall in die Länge zog: Die Haftpflicht-Police für den Brummi stammte von einer ausländischen Versicherung.

Eine Woche nach dem Unfall bezifferte der Pkw-Fahrer den Schaden gegenüber dem Verein „Deutsches Büro Grüne Karte“ (DBGK), einer Einrichtung der deutschen Autohaftpflichtversicherer. Das Büro wickelt internationale Versicherungsfälle ab. Zweieinhalb Wochen später erhielt der Pkw-Fahrer Post, der Verein teilte ihm die Anschrift des inländischen Regulierungsbeauftragten mit. Dann geschah – nichts, einen Monat lang. Der Pkw-Fahrer reichte Klage ein. Wieder einen Monat später erkannte der Kfz-Versicherer die Klageforderung an.

Zu früh geklagt

Strittig blieb, wer zahlt die Kosten des Rechtsstreits? In erster Instanz entschied das Amtsgericht Homburg: der Kläger. Das Landgericht Saarbrücken hat dies bekräftigt.

Der Versicherer muss genügend Zeit haben, um den Sacherverhalt prüfen zu können, betonte das Gericht. Zum Zeitpunkt der Klage waren erst etwa zwei Monate vergangen. 

Der übliche zeitliche Rahmen räumt vier bis sechs Wochen – selbst bei einfachen Sachverhalten - ein. Hinzu kommen im konkreten Fall zwei Wochen, die dem DBGK für Ermittlungen zuzugestehen sind. Unter dem Strich bedeutet das: Der Pkw-Fahrer war ein wenig zu schnell. 

Die Versicherung hat in so einem Fall acht Wochen Zeit, nachdem ihr gegenüber der Schaden beziffert worden ist.   

 

LG Saarbrücken Az.: 13T 3/16

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