Exklusiv: Berliner und Touristen aufgepasst So zocken Berliner Sparkasse und Geldautomaten-Betreiber am Abend ab

Horst Biallo
von Horst Biallo
07.05.2016
Auf einen Blick

Die Nächte in Berlin nutzen nicht nur dunkle Gestalten für ihre Geschäfte. Auch die Berliner Sparkasse und Euronet, ein Geldautomaten-Betreiber, sind mit von der Partie. Lesen Sie diese unglaubliche Geschichte. Die Fakten stimmen wie immer. Den Rest haben wir uns für Sie ausgedacht...

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Alexanderplatz, Donnerstag, den 5. Mai, 23:15 Uhr

Kerstin Hofmann aus Wedding hat sich im Kino "CineStar" die Hitkomödie "Bad Neighbors 2" angesehen. Sie will sich mit ihrer Clique noch einen letzten Cocktail gönnen, bevor es mit der S-Bahn zurück ins langweilige Charlottenburg geht. Die 19-Jährige ist wie immer ziemlich klamm. Ihr Freund, Lars, hat nur noch 15 Euro in der Tasche. Den will sie nicht anpumpen.

"Wo ist denn der nächste Geldautomat?" fragt sie in die Runde. "Lasst es uns an der S-Bahn versuchen," meint ihre Freundin Hannah. Und sie streben kichernd und feixend Richtung Bahnhof Alexanderplatz. "Schau mal, da ist die Berliner Bank," ruft Lars.

Da draußen kein Geldautomat zu finden ist, wollen sie in die Schalterhalle rein. Doch die Tür ist verrammelt.

So ein Mist. Doch zum Glück entdecken sie gegenüber direkt am Eingang zur S-Bahn diesen Geldautomaten. Kerstin schiebt ihre Girocard der Deutschen Bank in den Schlitz des Geldautomaten. Der gehört Euronet.

Das ist Deutschlands größter unabhängiger Geldautomaten-Betreiber. Von diesen gelb-blauen Automaten gibt es mittlerweile Dutzende in Berlin. Und vor allem dort, wo viel gefeiert und getrunken wird. Zum Beispiel im Szene-Viertel Friedrichtshain.

Sie gibt ihre vierstellige Geheimnummer ein, drückt im Display auf "20 Euro" und wartet einen Augenblick. Auf dem Bildschirm dann die große Überraschung: "4,99 Euro für einen Geldbetrag von 20 Euro?" schimpft sie. "Das soll doch ein Witz sein". Sie drückt die Taste "Abbruch" und bekommt ihre Girokarte zurück. Bei der Berliner Bank hätte sie nichts gezahlt, weiß Kerstin ganz genau. "Komm lass uns nach Hause fahren," nölt ihr Freundin Maria Sangya aus Charlottenburg, die sie noch vom Gymnasium kennt. "Man seid ihr langweilig", meint Carlo. "Hier um die Ecke ist ein Kundencenter der Stadtsparkasse. Dauert nur ein paar Minuten. Die haben rund um die Uhr geöffnet".
 


23:30 Uhr, nur hundert Meter vom Fernsehturm entfernt

Im Schalterraum beäugt ein schlecht gelaunter Uniformierter von der Security die nüchternen und angetrunkenen jungen Leute. An allen Geldautomaten haben sich kleine Schlangen gebildet. Nach zehn Minuten warten, ist Kerstin dran. Sie schiebt ihre blaue Maesto-Karte in den Automaten. Und will auch hier nur 20 euro abholen. "Das gibt es doch gar nicht. Das sind ja die gleichen Abzocker wie die an der S-Bahn-Station", schimpft sie. "Ich habe keine Lust mehr," meint sie schlecht gelaunt. Das ist ja wie im Film. "Sparkasse und Euronet. Bad Neighbors." Das passt.
 

24:30 Uhr, Hackescher Markt

Boris Pasternak, ein in München lebender Autohändler aus dem Westend, feiert seinen Junggesellen-Abschied in Berlin. Am Pfingst-Samstag will er endlich Evi heiraten, mit der er schon acht Jahre zusammenlebt. Der 35-Jährige sieht sich eher als ewiger Stenz, wie man in München sagt. Also als Frauenheld.

Die Tapas beim Spanier unten an der S-Bahn waren auch mal besser, weiß er von seinem letzten Berlin-Trip vor drei Jahren. Nur die Bedienungen sind immer noch wie alles in Berlin. "Arm, aber sexy".

Besonders die blonde Schönheit aus Lettland hat es ihm angetan. Sie spricht weiter Leute an, die auf der Suche nach einem Platz draußen sind. Der Abend ist lau. Die Stimmung prächtig. Der Alkohol fließt in Strömen. Je mehr Boris mit seinem Kumpels aus Pasing, Laim und Aubing trinkt, desto schöner erscheint ihm die Blonde aus Riga. Und nicht nur die.

"Ich bin eigentlich schon ziemlich angertrunken," sagt Boris. "Ich will heute mal früher ins Bett. Ich mach mich mal Richtung Synagoge auf," sagt er zu seinen Freunden, die sich in Berlin nicht so gut auskennen wie er. Boris geht in Richtung Oranienburger Strasse. "Verdammt dreckige Stadt", sagt Xaver zu Luggi. "Überall der Gestank. Und die Graffitti. Echt krass". Hier soll es angeblich sogar Werbung für ein Bordell auf öffentlichen Bussen geben. Habe ich vorgestern in der seriösen Zeit "Die Welt" gelesen." Schade, dass wir schon Samstag zurück müssen.


Was er in der "Welt" am Dienstag nämlich auch gelesen hat: In dem von Kenan Simsek im Jahr 2005 aufgemachten „FKK- und Saunaklub“ zahlt ein Freier am Sonntag nur 40 statt 80 Euro.
Wer es genau wissen will: Unternehmer Simsek hat seinen florierenden Laden ironisch nach der griechischen Göttin "Artemis" benannt. Sie steht für die Jagd, aber auch für die "Jungfräulichkeit."

Tatort Oranienburger Straße 24.50 Uhr

Kommen wir zum Schluss unserer Geschichte. Boris wird wegen seiner 1,65 Leibesgröße und mächtigem Ranzen trotz jungem Mannesalter oft gehänselt. Er hat noch ein kleines Geheimnis, dass wir nun für Sie, liebe Leser, lüften.

Er hat natürlich weniger die schöne Synagoge an der Oranienburger Straße im Sinn. Ihm haben es schon vor drei Jahren mehr die langbeinigen Damen dort angetan. Die an so lauen Frühlings-Abenden wie dem heutigen entlang stolzieren. Und nach männlicher Kundschaft Ausschau halten.

Er spricht eine große blonde Schönheit an. Swetlana aus der Ukraine verlangt 100 Euro. Er hat aber leider zu wenig dabei. "Kreditkarte wird die sicher nicht nehmen," denkt er sich. "Ich komm gleich wieder", sagt er und läuft schnell zur S-Bahn-Station zurück.

Zum Glück ist gleich links am Platz noch vor den Kneipen ein Geldautomat. Da können ihn seine Freunde nicht sehen. Der ist auch von Euronet. "4,99 Euro“ liest er

"Ganz schön viel Geld für 50 Euro“, denkt er. Andererseits kennt er aber den Preis. Denn den gleiche Automaten kennt er von seinen heimlichen Besuchen im "Leierkasten" in München.

Wer nicht weiß, was in diesem Etablissement stattfindet: Hier gehen Damen dem ältesten Gewerbe der Welt nach. Der Automat steht gleich rechts am Eingang. (Bild links)

Unser Tipp

Sie kommen nach Berlin zu Besuch. Oder leben in dieser tollen Stadt?

Dann sollten Sie sich grundsätzlich Bargeld tagsüber besorgen, also am besten vor 20 Uhr, damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehen.

Finden Sie keinen Automaten Ihrer Bank, sollten Sie diese Gebühren kennen, wenn Sie bei einer anderen Bank oder Sparkasse "fremdgehen":

• Deutsche Bank  *: 1,95 Euro

• Hypovereinsbank *: 1,95 Euro

• Postbank *: 1,95 Euro

• ING-Diba (meist an Aral-Tankstellen): 1,95 Euro

• Commerzbank *: 3,90 Euro

• Berliner Bank *: 3,95 Euro

• Reisebank: 1,00 % des Abhebebetrags, mind. 2,85 Euro

• Berliner Volksbank: 3,95 Euro

. Berliner Bank: 3,95 Euro

• Sparda Bank: 4,90 Euro

• Berliner Sparkasse: 4,95 Euro

• Euronet: bis zu 5,99 Euro.

Kunden von Direktbanken haben es besser. Sie können mit ihrer Visa- oder Mastercard an allen Bankautomaten in Berlin kostenlos Bargeld ziehen. Aber aufpassen. Dies gilt meist nicht für Automatenbetreiber wie Euronet. Da kann es anders sein. Aber das verraten wir Ihnen in Kürze in einer der nächsten Exklusiv-Geschichten.

* Gehören alle zur Cash-Group. Den Kunden stehen rund 9.000 Automaten in Deutschland zur Verfügung.

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FALLBACK ENDE

3
 
Anbieter
Ertrag pro Jahr
Dispozinsen
Guthabenzinsen
 
1.
 +6,10 €
6,90%
 bis 0,4%
2.
 +5,34 €
6,99%
 bis 0,35%
3.
 +4,58 €
8,99%
 0,3%
Geldeingang 2.500 €, niedrigster Kontostand 900 €
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